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Anarchosyndikalismus

Direkte Aktion - Zum Verständnis eines Konzeptes

Dieser Beitrag, der sehr ausführlich das für den Anarcho-Syndikalismus zentrale Element der "Direkten Aktion" behandelt, erschien im Sommer 2000 in der US-amerikanischen Zeitschrift "Anarcho-Syndicalist Review" (vormals „Libertarian Labor Review). Der Autor Harald Beyer-Arnesen ist ein Anarchosyndikalist aus Norwegen. Zum besseren Verständnis des Inhaltes ist es vielleicht wichtig zu wissen, dass es einen konkreten Anlass für den Artikel gab. Er besteht in einer Auseinandersetzung mit der Renaissance des Begriffes "Direkte Aktion" in Folge der Auseinandersetzungen um das Treffen der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 1999 in Seattle. Der Autor setzt sich damit auseinander, ob es es sich bei den Aktionen gegen das Treffen tatsächlich um Formen direkter Aktion handelte. Diese Bezüge scheinen vielleicht nicht so wichtig, die entsprechenden Passagen wurden aber dennoch beibehalten, weil davon ausgegangen werden kann, dass sich ähnliche Aktionen in den nächsten Jahren häufen werden; die Auseinandersetzung darum also nichts an Bedeutung verlieren wird. Da der Beitrag wichtige Argumentationen dafür liefert, dass es die Kampfform der direkten Aktion nicht losgelöst von Organisierung und Klassenbezug geben kann, sollten diese Passagen also nicht einfach überlesen werden. Unabhängig vom konkreten Anlass, stellt der Autor sehr ausführlich das Konzept der direkten Aktion vor, gibt Beispiele, versucht einzugrenzen und setzt die direkte Aktion in Bezug zu anderen Kategorien wie z.B. Solidarität, Organisierung, Propaganda durch die Tat.

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Frauen in der Ersten Internationale

Die berühmte Erste Internationale (berühmt, weil ihr zu Ehren das bekannte Lied gedichtet wurde, Völker hört die Signale ...) bestand von 1864 bis 1872 und war der erste europäische Dachverband der Arbeiterbewegung. Für die Linke ist die Internationale Arbeiter-Assoziation - so der offizielle Titel - zu einem Mythos geworden - für die Marxisten war sie ein Beispiel dafür, wie Karl Marx selbst (der damals dabei war) sich die Organisation der Arbeiterbewegung vorstellte, für die Anarchisten war sie eine Erinnerung an bessere Zeiten, in denen man unter Sozialismus noch nicht Marxismus-Leninismus verstand. Obwohl Legionen von Forschern sich seither mit der Internationale beschäftigt haben, ist bis heute nahezu unbekannt, daß es dort auch Frauen gab.

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Die weibliche Abwesenheit neu deuten - Feministische Sozialistinnen in der Ersten Internationale: Über das schwierige Verhältnis von Frauen und politischer Ideengeschichte

Die politische Ideengeschichte ist fast ausschließlich von Männern bevölkert. In einem Standardwerk des Faches, dem fünfbändigen „Handbuch der politischen Ideen“[1] sind von den etwa 5000 im Index aufgeführten Personen nur rund 100 Frauen, also gerade mal zwei Prozent. Diese frappierende Abwesenheit der Frauen lässt sich nicht einfach mit dem herkömmlichen wissenschaftlichen Androzentrismus erklären, denn sie übertrifft diejenige in anderen akademischen Disziplinen und anderen Teilbereichen der Politikwissenschaft selbst (etwa „internationale Beziehungen“ oder „politische Institutionen“) bei weitem. Sie lässt sich auch nicht als politisches Desinteresse deuten, denn Frauen waren immer politisch aktiv, jedenfalls betrug ihr Anteil an sozialen Bewegungen und politischen Gruppen (sofern sie nicht an einer Teilnahme gehindert wurden) zu jeder Zeit weit mehr als zwei Prozent, was Dank der historischen Frauenforschung inzwischen gut dokumentiert ist.

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Die Genfer Frauensektion der Ersten Internationale

Die Erste Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA) war eine Vereinigung von Männern. Wenn Peter Kropotkin schreibt, dass bei Gründung der Internationale "die Aufforderung an die Arbeiter erging, sich ohne Unterschied von Glauben, Geschlecht, Nation, Rasse oder Farbe zusammenzuschließen"[1], dann tut er der Organisation zuviel Ehre an: In den Statuten der IAA ist ausdrücklich nur die Rede von "allen Menschen, ohne Rücksicht auf Farbe, Glauben oder Nationalität"[2]. Es ist kein Zufall, dass das Geschlecht fehlt. Bei allen sieben internationalen Kongressen und Konferenzen gab es ausschließlich männliche Delegierte, und auch in der ausgesprochen umfangreichen Literatur über die Erste Internationale kamen Frauen bislang so gut wie nicht vor.[3] Daraus lässt sich aber keineswegs schließen, dass Frauen explizit ausgeschlossen gewesen wären, im Gegenteil: "Ladies are admitted"[4], betonte Marx kurz nach der Gründungsversammlung im September 1864 in London. Doch offenbar haben die Frauen von diesem Angebot nicht allzu regen Gebrauch gemacht.

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Die anarchosyndikalistischen Frauenbünde

Eine Bewertung der Fraueninitiativen in der FAUD muß zunächst vor dem Hintergrund des erst nach dem Ersten Weltkrieg erlangten Frauenwahlrechts erfolgen. Noch bis ins Jahr 1908 war es den Frauen untersagt, sich in politischen Verbänden zu organisieren oder auch nur an Versammlungen mit politischem Charakter teilzunehmen. Ein Engagement in einer antiparlamentarischen Bewegung, wie es für den Anarchosyndikalismus uneingeschränkt zutrifft, konnte deshalb für die unmittelbaren Ziele der Frauen unzweckmäßig erscheinen, zumal die restriktivsten Verordnungen der Kaiserzeit überwiegend aufgehoben worden waren. Die Wahlbeteiligung der Frauen war dementsprechend mit fast 80% bei der ersten Reichstagswahl im Jahre 1918 besonders hoch und sank erst wieder gegen Ende der Weimarer Republik.(1)

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Syndikalismus nach 1945 (Teil 1)

Krise und Richtungsentscheidungen des deutschen Nachkriegssyndikalismus im internationalen Kontext

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Syndikalismus nach 1945 (Teil 2)

International zeichneten sich nach der Niederlage der internationalen ArbeiterInnenklasse im Spanischen Krieg (1936 – 1939) drei Möglichkeiten syndikalistischer Entwicklung ab: 1. Marginalisierung des Syndikalismus durch (dogmatische) Prinzipientreue. 2. Verwässerung der Prinzipien durch Kursänderung Richtung Reformismus und 3. Auflösung der Organisation, bzw. Übertritt in andere Organisationen. Wie orientierten sich die den 2. Weltkrieg und die NS- Herrschaft überlebenden deutschen Syndikalisten? Welche Möglichkeiten bietet uns der Syndikalismus heute?

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Peter Kropotkin - Syndikalismus und Anarchismus

Von den verschiedensten, Seiten werden wir gefragt: "Was ist Syndikalismus und welcher Art sind seine Beziehungen zum Anarchismus?' und wir werden hier unser Bestes tun, um diese Fragen zu beantworten. Syndikalismus ist in der Tat nur ein neuer Name für eine alte Taktik, zu der vor langer Zeit schon die Arbeiter Großbritanniens ihre Zuflucht, und zwar erfolgreich Zuflucht genommen haben: der Taktik der direkten Aktion. der Arbeit gegen das Kapital auf wirtschaftlichem Gebiete. Eine solche Kampfesart war ihre bevorzugteste Waffe. Und schon in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts haben die britischen Arbeiter, ohne das Stimmrecht zu besitzen, durch Anwendung nur dieser Waffe große wirtschaftliche Vorteile errungen, eine starke gewerkschaftliche Organisation geschaffen und sogar die herrschenden Klassen gezwungen, Ihre Forderungen in der Arbeitergesetzgebung (ein ausgedehntes politisches Wahlrecht eingeschlossen) anzuerkennen. So erwies sich die direkte Aktion auf wirtschaftlichem Gebiete als eine bedeutsame Waffe sowohl zur Erreichung wirtschaftlicher Resultate, wie auch zur Erringung einiger politischer Konzessionen.

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Errico Malatesta - Syndikalismus und Anarchismus

Die Beziehungen zwischen der Arbeiterbewegung und den fortschrittlichen Parteien sind ein altes und abgedroschenes Thema. Dennoch ist es aktuell und wird so lange aktuell sein, wie es auf der einen Seite Massen mit dringenden Bedürfnissen gibt, die von - bisweilen brennenden - doch stets unklaren und unbestimmten Bestrebungen nach einem besseren Leben erfüllt sind, und auf der anderen Seite Menschen und Parteien, die eine ganz bestimmte Vorstellung von einer wünschenswerten Zukunft haben, über geeignete Mittel verfügen, sie zu verwirklichen und sich um die Zustimmung der Massen bemühen, ohne deren Beteiligung ihre Pläne und Hoffnungen stets unverwirklichbare Utopien bleiben würden. Diese Frage ist jetzt umso wichtiger, als nach den Katastrophen der Kriegs- und Nachkriegszeit sich alle - und sei es auch nur geistig - auf die Wiederaufnahme der Aktivität vorbereiten, die dem Zusammenbruch der noch wütenden, doch bereits ins Wanken geratenen Gewaltherrschaften folgen muß.

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Errico Malatesta - Die Anarchisten in der Arbeiterbewegung

Die Arbeiter - zu denen ich natürlich auch die Landarbeiter und alle rechne die von ihrer Hände Arbeit leben - sind, mit Ausnahme jenes Bodensatzes der Gesellschaft, den Elend und Unterdrückung zur völligen Ohmacht verurteilt haben, die hauptsächliche Kraft der Revolution. Sie sind es, die am unmittelbarsten die Auswirkungen der schlechten Gesellschaftsordnung verspüren, sie sind die ersten, unmittelbaren Opfer der Ungerechtigkeit, sie sehnen mehr oder weniger bewußt eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft herbei, die größere Gerechtigkeit und Freiheit mit sich bringt.

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Martin Veith - Die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft

Die kapitalistische Gesellschaft, in der wir leben, ist eine Ordnung der sozialen Ungleichheit. Sie begünstigt die, die Geld und „Vermögen“ haben und benachteiligt und bedroht die Existenz derer, die nichts oder nur wenig haben und sich durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft und allem was hier dazu gehört (dem Versuch die Würde zu rauben, durch bestimmte Tätigkeiten erniedrigt zu werden, etc.) über Wasser halten müssen. Wer zu den Begüterten und Besitzenden gehört, kann nun also aufhören weiterzulesen, da dieser Text sich gegen dieses System – das ihn oder sie von der Armut profitieren lässt - richtet. Mir geht es mit diesem Aufsatz darum, eine soziale Alternative und gewerkschaftliche Bewegung für eine menschenwürdige und solidarische Gesellschaft aufzuzeigen und zu erklären. Es geht um den Anarcho-Syndikalismus [1].

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Die "Schwarzen Scharen" - eine antifaschistische Kampf Organisation deutscher Anarchisten

Die "Schwarzen Scharen" sind ein sprechender Beleg für die mentale und faktische Militarisierung gerade der radikalen Jugend in der Schlußphase der Weimarer Republik. Im Organ der SAJD, den "Jungen Anarchisten", fällt dies schon am Wortschatz auf: "Kampf und "kämpfen" sind nun beliebte Worte, dazu Zusammensetzungen wie "Kampfschrift", "Kampffondsmarken", "Kampffront" und "Kampflieder". Neben der Uniform, der schwarzen Fahne (dem "schwarzen Sturmbanner") und den Schalmeienkapellen müssen gerade diese "Marsch- und Kampflieder" - die freilich in einer langen Tradition anarchistischer Marsch- und Kampfgesänge stehen - als wichtiges Indiz für diesen neuen militanten Geist der anarcho-syndikalistischen Jugend gesehen werden: Mit dem "Russischen Anarchisten-Marsch" singen sie "Schwarz unsre Fahn, die mit Blut wir bespritzen"; schließlich erhalten sie von Hermann Ritter (er war außerdem Verfasser und wohl auch Vertoner des "Syndikalistenmarsches") ihr eigenes kämpferisches "Lied der schwarzen Scharen": "Sturm und Revolte/Wir schwarze Scharen!". Der Unterschied zwischen der "zivilen" Phase bis 1929 und der neuen Militarisierung der anarcho-syndikalistischen Jugend wird selbst in der Bildgestaltung ihrer Publikationsorgane überdeutlich.

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Syndikalismus

alles was für (Anarch@-)SyndikalistInnen relevant sein könnte. Zur Geschichte der Gewerkschaftsbewegung, juristische Veränderungen, usw usf

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Anarchosyndikalismus damals und heute

Die Schwarze Katze Radiosendung zum Thema hier im Volltext. Zwei Interviews und zwei Texte alter anarchistischer LIeder

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Alexej Borowoj: Soziale Philosophie des revolutionären Syndikalismus (geschrieben am Anfang des 20. Jh.)

Bekam der Rationalismus auf dem Feld der abstrakten Arbeit heute den stärksten Schlag von (der) Philosophie Bergsons, so wurde im Praktischen der Syndikalismus zu seinem erbittertesten Feind. Dieser hat die dogmatischen Fesseln der Parteien und Programme abgestreift und ist von der Symbolik der Repräsentation zur selbstständigen Arbeit übergegangen. In der Bestimmung der Charakteristik des revolutionären Syndikalismus sollte mensch [aber] vorsichtig sein. Um die Natur [des Syndikalismus] richtig einzuschätzen, muss mensch sich die tiefe Kluft zwischen dem Syndikalismus als eine Form der Arbeiterbewegung, die über eine proletarische Klassenorganisation verfügt, und dem [Syndikalismus] als der (einer?) "neuen Schule" des Sozialismus, dem "Neomarxismus", welcher eine theoretische Weltanschauung darstellt, die auf den Fundament der kritischen Reflexion über den Arbeitersyndikalismus gewachsen ist, unterscheiden. Das sind zwei verschiedene Welten, die voneinander unabhängig existieren; dieser Umstand wird allerdings von Forschern und Kritikern des Syndikalismus immer noch nicht ausreichend beachtet. An dieser Stelle soll uns nur der "proletarische Syndikalismus" interessieren.

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