Österreich: IV. Anarchist Summer Camp
Das anarchistische Sommercamp 2009 in Österreich soll Menschen aus unterschiedlichen Orten, Gegenden und mit verschiedensten Erfahrungen und Hintergründen zusammenbringen, um ein befreites Leben zu erproben. Es ist wichtig, Widersprüche aufzuzeigen und Kritik einzubringen, damit wir voneinander lernen. Es ist in Ordnung, sich zu streiten, dabei sollte der Umgang untereinander von Solidarität und Respekt geprägt sein. Widerstand, das heißt für uns Lebendigkeit. In diesem Sinne wollen wir 10 Tage lang gemeinsam leben, lieben, lachen, spielen, musizieren, tanzen, baden, kuscheln, Ideen sammeln, diskutieren, Pläne aushecken – machen, worauf wir gerade Lust haben. Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was ihr daraus macht und was sich vor Ort spontan entwickelt. Es gibt kein fertiges Programm, vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops und Diskussionen anzuregen, auch vor und nach dem Camp. Jede_r ist eingeladen, die_der sich mit emanzipatorischen und herrschaftskritischen Ideen identifizieren kann. Du brauchst dich nicht mit irgendwelchen Theorien auskennen oder in politischen Gruppen/Kollektiven aktiv sein.
| What | Anarchistisches Sommercamp |
|---|---|
| When |
2009-07-24 12:00
to 2009-08-02 12:00 |
| Where | nördliches Niederösterreich |
| Add event to calendar |
|
Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche, einen kleinen Bach und einen Badesee in näherer Umgebung. Neben genügend Platz zum Zelten bietet das Camp eine umfassende Infrastruktur: Es stehen sanitäre Einrichtungen, trockene Räume, Computer mit Internetanbindung, eine Küche und – bei Bedarf – eine begrenzte Zahl an Betten zur Verfügung.
Wir möchten auch Menschen mit Kindern Lust darauf machen aufs Camp zu kommen.
Das Gelände bietet genügend Platz und Möglichkeiten sich auszutoben.
Wir werden für ein eigenes Spielezelt sorgen, in dem sich Jung und Alt
treffen und voneinander lernen können.
Wenn sich Personen finden, die sich mit den Kindern beschäftigen
möchten, gibt das Kindern und ihren Eltern die Möglichkeit, auf dem
Camp Zeit unabhängig voneinander zu gestalten.
Wie auch beim diskutieren sollte auch beim gemeinsamen Kochen Rücksicht aufeinander genommen werden. Bedenkt bitte, dass auch Veganer_innen, Menschen mit Allergien, Schwangere bzw. Stillende, usw. am Camp teilnehmen.
Es wird dieses Jahr wieder einen Raum als Rückzugsmöglichkeit für Frauen und Transgender geben. Dazu kommt heuer auch ein Queer-Raum, welcher einladen soll bestehende Rollenbilder zu reflektieren und auch außerhalb des Camps aufzubrechen.
Umgang mit Diskriminierungsmechanismen:
Wir wollen versuchen, unser Leben gemeinsam ohne Herrschaft zu gestalten, uns kennenzulernen und unsere Träume von einem befreiten Leben umzusetzen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen oder Workshops.
Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungsmechanismen
jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden und sich dafür auch jede_r
verantwortlich fühlt.
Das heißt: aufeinander aufpassen, aufmerksam sein, selbst eingreifen
und thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen wahrgenommen werden –
bei anderen oder bei sich selbst.
Jede_r hat eine eigene Definition, wann seine_ihre Grenzen verletzt
sind. Für ein herrschaftsfreies Zusammenleben ist Respekt gegenüber
diesen erforderlich!
Umgang mit sexualisierten Übergriffen
Sexismus dient der Aufrechterhaltung herrschender Machtverhältnisse
und damit der Unterdrückung weniger dominanter Gender.
Natürlich sollten wir uns immer und überall mit Sexismus
auseinandersetzen.
Es ist aber wichtig, dass sich ALLE Menschen auf dem Camp sicher
fühlen.
Da primär Frauen die Betroffenen von sexualisierten Übergriffen sind,
haben wir uns für die Gültigkeit des Konzepts der Definitionsmacht der
Frau entschieden, das heisst FÜR ALLE:
Definiert eine Frau einen Vorgang als sexualisierten Übergriff, sollen
weder ihre Definition des Begriffs "Übergriff" noch ihre Definition des
Begriffs "sexualisiert" angezweifelt werden.
Vielmehr gilt es dann, mit der Betroffenen parteilich zu agieren und
auf ihre Forderungen einzugehen. Die Forderungen der Betroffenen können
– ebenfalls ohne Diskussion – einen Rauswurf des Täters mit
einschließen.
Grundsätzlich gilt es auch bei anderen sexualisierten Übergriffen sensibel mit der Thematik umzugehen und auf die Bed&üuml;rfnisse aller Betroffenen – egal welchen Genders – Rücksicht zu nehmen.
Wenn ihr Zeit habt, lest euch bitte noch weitere Texte zum Thema Definitionsmacht durch, zB auf: www.a-camps.net/AST/definitionsmacht.html
Alle Teilnehmer_innen!
Denn der komplette Ablauf des Camps ist ein Spiegel der dort
Anwesenden. Jede Idee, die du hast, jeder Einwand, jeder Impuls soll
ins Geschehen des Camps einfließen.
Genauso bist auch du verantwortlich für die Dinge, die das Camp am
Laufen halten. Wir glauben, dass keine_r etwas tun MUSS, wenn jede_r
tut, was sie_er KANN.
Natürlich gibt es eine Gruppe von Menschen, die ein paar Dinge vor
dem Camp geplant und organisiert haben, wie den Platz, Einladungen und
die Infrastruktur.
Diese Gruppe besteht nur bis zum Beginn des Camps und bildet sich nach
jedem Camp wieder neu – wenn sich Leute finden, die das nächste Camp
organisieren wollen!
Was kommt mit?
Nimm neben Zelt, Schlafsack, Decken usw. bitte auch dein Geschirr
selbst mit, denn am Gelände ist nur eine beschränkte Anzahl an Geschirr
vorhanden.
Selbst bei warmen Tagestemperaturen kann es aufgrund der Lage des
Geländes in der Nacht sehr kalt werden – warme Kleidung und Regenschutz
sind daher ratsam!
Auch ein Rad ist praktisch, wenn du z. B. zum Badesee oder in den Ort fahren willst.
Hunde sind für viele von uns eine Bereicherung, und es fänden sich wohl Wege, auch von ihnen anarchistische Umgänge zu erlernen.
Eine größere Anzahl von Hunden auf dem Campgelände kann aber als mühsam
empfunden werden. Nicht jede_r ist gleichermaßen mit dem Umgang mit
Hunden vertraut.
Nehmt deswegen keine Hunde mit aufs Camp!
Auf dem A-Camp-Gelände dürfen keine Autos geparkt werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung Abstellplätze.
Bau- oder Wohnwägen, die als Wohnraum genutzt werden, können in
begrenzter Anzahl auf einer kleinen Wiese des Geländes abgestellt
werden.
Um Schäden an der Wiese zu vermeiden und aufgrund des stark
eingeschränkten Platzes, sollen die dort abgestellten Wohnwägen aber
für die Dauer deines Camp-Aufenthalts stehen bleiben und nicht mehr für
Fahrtzwecke verwendet werden.
Ist dieser Platz voll, können auch Bau- oder Wohnwägen nur in der nahen Umgebung abgestellt werden.
Du bist jederzeit Willkommen spontan vorbeizuschauen!
Es erleichtert trotzdem die Organisation der Einkäufe, wenn du dich unter acamp@lnxnt.org (wenn möglich auf Deutsch oder Englisch) anmeldest.
Wenn du einen Workshop (oder was auch immer) am Camp machen willst,
kannst du uns deine Pläne, Skizzen, Wünsche, Ideen schicken oder sie
selbst ins Wiki auf die Homepage stellen, damit andere schon vorher
davon wissen – Du kannst aber natürlich auch spontan am Camp etwas
organisieren.
Wo es stattindet
Das A-Camp 2009 findet im nördlichen Niederösterreich statt.
Einen Monat vor Beginn des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite a-camps.net/AST einen genauen Anfahrtsplan und Informationen über die lokalen Verkehrsverbindungen.
Autos können nicht am Gelände geparkt werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung Abstellmöglichkeiten.
Es gibt keinen Fixbetrag, den du für die Teilnahme am Camp bezahlen musst. Mit ca. € 8.- pro Person und Tag ist es m&öuml;glich, die Kosten für den Platz, die komplette Infrastruktur und den Lebensmitteleinkauf zu decken. Wenn du soviel Geld nicht bezahlen kannst, ist das natürlich kein Hindernis. Wenn du solidarisch mehr zahlen kannst, wäre es toll, wenn du das tust.
DIY – Create Anarchy
Euer A-Camp-Orga-Team 09
Materialien
Kontakt
Wenn du weitere Fragen zum Camp hast, schreib doch bitte einfach an acamp@lnxnt.org (wenn möglich auf Deutsch oder Englisch!)
Wir werden dir schnellst möglich antworten.
A-Camp-Links
Wikibereich in Anarchopedia: http://ger.anarchopedia.org/A-Camp_2009/AST
Alte Homepage: http://www.a-camps.net/AST08