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Rundreisen

Anarchisten aus Manila (Philippinen) auf Rundreise
Auf einer Reise in die Phillipinen zum Jahreswechsel 2011/12 lernten wir einige Aktivisten der anarchistischen Bewegung kennen. Schnell wurden wir uns einig darüber, das es eine sehr gute Idee wäre, wenn uns zwei Kollegen auch mal in Europa besuchen würden. Nun ist es endlich so weit und wir freuen uns darauf euch über 20 Orte in der BRD, A PL und NL präsentieren zu können.
Befreiung und soziale Emanzipation
Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit dem Autor Roman Danyluk. Hier alle Termine und Orte der Rundreise!
Datei PDF document Das Plakat
Datei PDF document Der Flyer
Leseprobe: Befreiung und soziale Emanzipation: Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus
Aus der Einleitung: die Krise der bürgerlichen Politik wird von einer Krise der Linken begleitet. Deren überwiegende Orientierung an allgemein menschlichen Werten wie Würde, Humanismus oder Menschlichkeit zielt auf eine diffuse und zudem fragwürdige Zivilgesellschaft, die an dem grundsätzlichen Klassenwiderspruch (Antagonismus) in der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaft vorbeigeht. Wir sehen einen Zusammenhang zwischen der Krise der (radikalen) Linken und der Modeerscheinung, tunlichst auf die Benennung des Klassenwiderspruchs zu verzichten. Deswegen stellt dieser Text auch einen sachlichen Beitrag eines Arbeiters dar, der mittlerweile weitverbreiteten Abschottung des linksradikalen Milieus von der Klassenwirklichkeit entgegenzutreten. Die eigene emanzipatorische Anstrengung der revolutionären Individuen muss in der Massenrealität der Ausgebeuteten verankert sein, oder zumindest in Bezug zu dieser Wirklichkeit gestellt werden. Zum sozialpolitischen Zerbrechen von Persönlichkeit im entwickelten Kapitalismus gehört es eben auch, Solidarität mit den Ärmsten der Armen zu verhindern, die Geschichte und Erfahrungen der vergangenen proletarischen Emanzipationskämpfe auszulöschen und eine befreite Gesellschaft als unmöglich erscheinen zu lassen. Kommunismus bedeutet demgegenüber jedoch, alles Abweichende, Unproduktive, Selbstorganisierte zu respektieren sowie dem Unterklassenwiderstand und somit den emanzipatorischen Bedürfnissen der lohnabhängigen und erwerbslosen Bevölkerung zum Durchbruch zu verhelfen. Eine wirklich sozialrevolutionäre Bewegung, die die Welt aus den Angeln heben will, muss als widerständige und proletarische Bewegung zur Aufhebung des Kapitalismus zusammen kommen. Proletariat ist dabei weiter gefasst als Arbeiterklasse und umfasst alle Teile der Bevölkerung, die besitzlos und weitgehend von der Machtteilhabe ausgeschlossen sind, die ihre Arbeitskraft zu Markt tragen müssen. Wenngleich die Arbeiterklasse den Kern des Proletariats bildet, so umfasst dieses alle Unterklassen oder benachteiligten Schichten. Deswegen ist ein tiefes Verständnis der Funktionsweise und der Triebkräfte des kapitalistischen Systems – also seiner inneren Struktur – vonnöten, wenn es überwunden werden soll. Dabei gilt es festzuhalten, dass Arbeiterkämpfe und Kapitalentwicklung unauflöslich miteinander verbunden sind, da die Arbeitskraft ja erst Kapital konstituiert. Zudem zwingt der Arbeiterwiderstand das Kapital, immer wieder auf diese Widerständigkeit zu reagieren, um die Verwertung von eingesetzten Finanzmitteln sicherzustellen. Diese sozialdynamischen Prozesse führen also dazu, dass Klassen und soziale Schichten, aber ebenso das Kapital, ständig neu zusammengesetzt werden. Die Neuzusammensetzung führt zwar zu äußerlich veränderten, jedoch in ihrem Wesen gleich gebliebenen gesellschaftlichen Verhältnissen.

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