Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Was wir über die französischen Renten NICHT erfahren

Was wir über die französischen Renten NICHT erfahren

Die Lebenserwartung ist gestiegen und damit wird sich der Prozentsatz der RentnerInnen von 20% im Jahr 1960 auf 50% im Jahr 2050 erhöhen. Allerdings ist auch die Zahl der Personen, die in die Rentenkasse einzahlen, bis zum Jahr 2010 kontinuierlich gewachsen. Die durchschnittliche Produktivität wuchs zwischen 1960 und 2010 um brausende 500%. Wird diese Produktivität beibehalten, kann einE ArbeiterIn 2010 die Bezüge eines Rentners ebenso leicht finanzieren wie 20% der Rente im Jahr 1960. Ein Problem dabei ist, daß selbst offiziellen Zahlen zufolge 23 % der jungen Bevölkerung keine Arbeit hat und nichts zur Rentenkasse beitragen kann.

Der schlimmste anzunehmende Fall des Rentenplankomitees sagt für 2010 ein Defizit von Euro 120 Milliarden voraus, das wären 3% des franösischen Bruttoinlandsprodukts. Es gibt aber eine Tatsache, die die gutbezahlten Panikmacher euch vorenthalten möchten: Frankreich ist ein sehr reiches Land. Während der letzten 20 Jahre verdoppelte sich das BIP und wird sich bis 2050 nochmals verdoppeln. Während der letzten 30 Jahre fand ein Transfer von 10% des BIP von den Arbeitenden hin zu den Profitnehmenden statt. Das sind mal
eben achtmal mehr als das gegenwärtige Defizit des nationalen Rentenfonds. Wenn Rentendefizite durch den Transfer zu den ohnehin Reichen verursacht werden, gibt es keinen Aufschrei in den kommerziellen Medien. Diejenigen, die die kontrollierenden Anteile an den Medienkonzernen halten, sind bereits zu reich, um sich um Renten noch zu sorgen.

Die sogenannten Reformen von 1993, 2003 und 2007 haben bereits dazu geführt, daß die Renten um 15-20% geringer wurden. Dies drückte über eine Million ältere MitbürgerInnen unter die Armutsgrenze. Die Hälfte der gerade in Rente gegangenen ArbeiterInnen erhält weniger als Euro 1.000 im Monat. Die am härtesten getroffene Gruppe sind die Frauen, die zugunsten der Kindererziehung ihre Berufstätigkeit unterbrachen.

Das größte Risiko ist, daß das Beitragssytem ersetzt wird durch ein auf Kapital basierendes System. Wir haben 2008 gesehen, wohin das führt. Da wird dann bald eine weitere mysteriöse und unvorhersehbare Krise eintreten und die Politiker werden die Rentengelder den Milliardären und ihren Megakonzernen in die Hand drücken, während es Millionen von Menschen gibt, die zu alt zum Arbeiten und zu jung zum Sterben sind.

Sofern der politische Wille besteht, gibt es viele Alternativen. Defizite können abgebaut werden, wenn Steuererleichterungen und Subventionen für die Reichen abgeschafft werden. Vergegenwärtigt euch nur diese Zahl: Dividenden machen 10% des französischen BIP aus.


Wie so häufig gibt es keine "objektiven Zwänge", die Rentenkürzungen "leider notwendig" machen - es gibt nur die Gier der Reichen und deren Lügen.

Die bedingungslose Kapitulation oder Widerstand - wir müssen uns entscheiden, in Frankreich und anderswo.

Weitere Tatsachen, die die Bosse euch zum gegenwärtigen Kampf vorenthalten wollen, erfahrt ihr auf:
http://cnt-ait.info
<http://www.cnt-f.org/>

Artikelaktionen

Navigation
Anmelden


Passwort vergessen?
« März 2017 »
März
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031