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Strug.gle 0027

Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe

01.-15.12.2010

Indonesien

Provinz Riau, Sumatra: Hunderte ArbeiterInnen der Palmölplantage PT Kurnia Alam Tani in Indragiri Hulu sind in Streik getreten. Seit 6 Monaten hat es keinen Lohn mehr gegeben; außerdem verweigert ihnen die Firma, auf dem Gelände Häuser zu bauen. (MetroTV News) In Rokan Hulu demonstrierten hunderte Bauern, die mit der Holzplantage PT Sumatera Silva Lestari im Streit um mehr als 1000 ha liegen. Sie wollten den Bezirkschef um Beistand bitten, der ließ sich bisher aber nicht blicken. (Media Indonesia)

Kudus, Zentraljawa: Etwa 1000 Arbeiterinnen der Zigarettenfabrik PT Djarum (6954) sind in Streik getreten. Sie arbeiten in der Abteilung, in der Kretek-Zigaretten noch mit einfachen Vorrichtungen praktisch mit Hand gedreht werden. Bisher hat eine Arbeiterin gedreht, die andere die Zigarette fertig gemacht und verpackt. Diese Arbeitsorganisation soll so geändert werden, daß zwei Fertigmacherinnen mit drei Dreherinnen arbeiten. Dagegen wehren sich die Arbeiterinnen.

Sidoarjo, bei Suarabaya: Hunderte Gewerkschafter aus dem Großraum Surabaya blockierten die zentrale Straße des Industriegebiets, die Surabaya mit Malang verbindet. Sie protestierten gegen Anklageerhebung gegen 5 KollegInnen.

Jayapura, Westpapua: Hunderte Pflegekräfte des Öffentlichen Bezirkskrankenhauses Dok II streikten und emonstrierten vor dem Provinzparlament. Sie verlangen eine Erhöhung der Pflegezulage.


Bereits am 25. November kam es in der Exportzone KBN Cakung im Norden von Jakarta zu einer Streikwelle von 25.000 Arbeitern für Lohnerhöhungen. Es fing mit der Belegschaft einer kleinen Fabrik an, die von einem Werk zum nächsten zogen und die Kollegen zum Mitmachen aufforderten. Schließlich waren 68 Fabriken und damit die komplette Exportzone (EPZ) stillgelegt und der Streik zog sich den ganzen Tag hin. Eine Fabrik, in der der Besitzer die Belegschaft nicht gehen lassen wollte, wurde teilweise demoliert. Der Gouverneur hatte 1,2 Millionen Rupiah im Monat für ausreichend erklärt, der Streik ging um 1,4 Millionen Rupiah. Am 3. Dezember kam es erneut zu einer Streikaktion in der EPZ.
In der Region Jakarta hat sich eines der weltweit größten Zentren der Industrieproduktion entwickelt. Hier gibt es Hunderttausende Industriearbeiter, überwiegend sehr junge Leute, deren Kämpfe sich zunehmend radikalisieren.


Malaysia

In Malaysia hat laut Amnesty International die Anwendung der Prügelstrafe "epidemische Ausmaße" angenommen. Sie wird nicht symbolisch, sondern brutal angewendet und erfüllt die internationale Definition von Folter. Nach Schätzung von AI werden jedes Jahr 10000 Menschen dieser Strafe unterworfen. Seit 2002 gehören neben Vergewaltigung, Raub, Drogenbesitz u.a. auch Immigrationsvergehen zu den mit Prügelstrafe zu ahndenden "Verbrechen", mit dem Ergebnis, daß Wanderarbeiter weit überproportional oft bestraft werden. In den letzten 9 Jahren hat die malaysische Polizei 279 Menschen erschossen, im letzten Jahr waren es 88. Von den 279 Erschossenen waren 113 Wanderarbeiter aus Indonesien. (Jakarta Globe, 6.12.10)


Thailand

Bangkok: Die Gewerkschaft bei Goodyear Thailand organisierte einen mehrtägigen Streik im Verlauf von Tarifverhandlungen. Der Grund war vor allem, daß die Verhandlungsführer der Firma keinerlei Befugnisse hatten, um einen Vertrag zu schließen. Die Gewerkschaft fordert u.a. einen 7,5-Stunden-Arbeitstag.


Argentinen

Seit fast zwei Wochen werden in Argentinien Betriebe des Erdölkonzerns YPF bestreikt, um einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen. Die Streikenden haben mehrere Anlagen besetzt. Der Streik hat sich auf alle Niederlassung der Repsol-Tochter YPF ausgedehnt und betrifft auch andere Öl- und Gaskonzerne, da YPF deren Rohstoffe lagert und transportiert. Die Streikenden haben sich bisher geweigert, einer Aufforderung der Regierung, den Streik zu beenden, Folge zu leisten.


Südafrika

Seit mehr als einer Woche streiken die 700 Arbeiter der BHP Billiton Hillside Aluminiumhütte in Südafrika für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert für die nächsten drei Jahre jeweils Lohnerhöhungen zwischen 9 und 11 Prozent. Außerdem geht es um Schichtzulagen für Nacht- und Wochenendschichten. Hillside ist die größte Aluschmelze in Südafrika.


Puerto Rico

Aus Protest gegen eine Sondergebühr von 800 Dollar beschlossen Studenten der Universität von Puerto Rico einen Streik. Dieser wurde jedoch vom Obersten Gerichtshof des für illegal erklärt. Um ihn zu verhindern, besetzten schwer bewaffnete Polizisten in der Nacht zum Dienstag die Uni.


Griechenland

In Griechenland verstärkt sich der Kampf gegen das verschärfte Krisenprogramm der Regierung Papandreou. Die Eisenbahner  haben für die ganze Woche zu Streiks aufgerufen. Am Montag gab es einen sechsstündigen Streik, am Dienstag und Donnerstag wird der Verkehr – einschließlich des Nahverkehrs in Athen – für 24 Stunden bestreikt. Am Mittwoch findet ein landesweiter Generalstreik statt, an dem auch alle öffentlichen Betriebe, Rechtsanwälte, Journalisten usw. in den Ausstand einbezogen werden sollen. Nur der Nahverkehr in den Städten soll soweit aufrecht erhalten bleiben, dass die Streikenden an den Kundgebungen und Demonstrationen teilnehmen können.

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