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strug.gle 0021 (letzter Strug.gle des Jahres 2008)

Kurzmeldungen über Arbeitskämpfe

Demonstrationen gegen Armut in Japan

Ende November demonstrierten in der japanischen Hauptstadt Tokio Tausende von Menschen mit der Parole “Nein zur Armut!” Ähnliche Demonstrationen gab es dieses Jahr schon in über 40 Städten. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Japan muss sich als Leiharbeiter, mit einer befristeten Beschäftigung oder Teilzeit durchschlagen. Viele sind darauf angewiesen, zwei Jobs anzunehmen, um notdürftig ihre Familie zu ernähren.

Massenprotest gegen Gehaltskürzungen in Ungarn

Am 29.November gingen in Budapest mehr als 20.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Gehaltskürzungen durch die ungarische Regierung zu protestieren. Die Regierung hatte die ersatzlose Streichung des 13. Monatsgehaltes im öffentlichen Dienst verfügt. Die Kürzung der Staatsausgaben war eine Bedingung des Internationalen Währungsfonds, um dem Land zusammen mit der EU einen Notkredit über 20 Milliarden Euro zu gewähren.

Südkorea: 33.000 Arbeiter auf der Straße

Ebenfalls am 29.November demonstrierten rund 33.000 Gewerkschafter in Seoul gegen die Pläne der Regierung, das Arbeitsrecht für Zeitarbeiter noch mehr zu verschlechtern. 2006 wurde beschlossen, dass Zeitarbeit nur zwei Jahre dauern darf, danach müssen die Zeitarbeiter fest übernommen oder gekündigt werden. Jetzt will die Regierung dies auf vier Jahre ausdehnen.

Türkei: “Wir zahlen nicht für eure Krise”

Und am selben Tag in Ankara, demonstrierten zehntausende Gewerkschafter gegen steigende Preise und Arbeitslosigkeit. Aufgerufen zum Protest gegen ein Sparprogramm des IWF hatten die beiden größten Gewerkschaftsverbände. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Die Türkei ist besonders stark von der Finanzkrise betroffen.

Leiharbeiter im Irak rebellieren gegen US-Firma

Etwa 1.000 asiatische Arbeiter rebellierten am 05.12.2008 in der irakischen Hauptstadt Bagdad gegen ihre unwürdige Behandlung. Daraufhin wurden sie von der irakischen Polizei beschossen. Für Zahlungen von bis zu 3.000 US-Dollar in ihren Heimatländern Bangladesch, Nepal, Indien oder Sri Lanka angeworben, bekamen sie wegen “Auftragsmangel” keine Arbeit.

Mexiko: Streik gegen Verhaftungen von Gewerkschaftern

Nachdem die Regierung zwei Führer der Bergarbeitergewerkschaft am 04.12.208 verhaftet hatte, traten die Arbeiter in mehreren Silber- bzw. Zinkbergwerken am 05.12.2008 in den Streik. Die Arbeiter beschuldigen die Regierung, Handlanger der Bergbaugesellschaften zu sein und die Unabhängigkeit der Gewerkschaft zu bedrohen.

Eisenbahner streiken in Bulgarien

In Bulgarien sind am 06.12.2008 die Arbeiter der staatlichen Eisenbahngesellschaft und der Gesellschaft für die Infrastruktur der Eisenbahn in den Streik getreten. Sie verlangen die Auszahlung der bisher nicht gezahlten Oktoberlöhne. Der bulgarische Transportminister hat die Entlassung von 1.000 Arbeitern verfügt.

Dublin: Rund 50.000 gegen Kürzungen bei Bildung

Ebenfalls am 06.12.2008 fand in der irischen Hauptstadt Dublin die bisher größte Demonstration gegen die geplanten Kürzungen im Bildungsbereich statt. Zwischen 40.000 und 60.000 Menschen waren auf den Beinen, darunter viele Familien mit Kindern. Seit Wochen protestieren Lehrer, Eltern, Studenten und Schüler gegen Kürzungen staatlicher Leistungen.

Fabrikbesetzung in Chicago gegen Entlassungen

Rund 260 Arbeiter einer Fenster- und Türenfabrik in Chicago haben aus Protest gegen ihre Entlassung die Fabrik besetzt. Die seit mehreren Tagen andauernde Besetzung trifft auf großes Medienecho. (siehe Artikel auf www.fau-duesseldorf.org)

Arbeiter einer Fabrik in Schanghai protestieren

Am 10.12.2008 beteiligten sich fast 1.000 Arbeiter einer Fabrik in Schanghai an einem Sit-in vor dem Werkstor. Die Arbeiter fordern die Auszahlung ausstehender Löhne bzw. Bonuszahlungen. Das Unternehmen, das Computer- und Telefonzubehör herstellt, ist wegen der Krise in Schwierigkeiten.

Flughafenstreik in Budapest gegen Entlassungen

Ebenfalls am 10.12. um 6.00 Uhr traten die Beschäftigten auf dem Internationalen Flughafen von Budapest in einen unbefristeten Streik. Eine Stunde später schloss sich das Sicherheitspersonal dem Streik an. Der Streik richtet sich gegen Entlassungen, die auch in Ungarn insgesamt stark zunehmen.

Österreichs Postbeamte streiken

In Österreich haben am 12.12.2008 die Postbeamten einen eintägigen Streik in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg durchgeführt. Er richtet sich gegen Pläne der mehrheitlich staatlichen Post, bis 2015 9.000 von 26.000 Stellen zu streichen und 1.000 von 1.300 Postämtern zu schließen. In Österreich sind Streiks von Beamten im Gegensatz zu Deutschland nicht verboten.

Argentinien: Streiks und Demos nehmen zu

Ebenfalls am 12.12.2008 streikten die U-Bahn-Beschäftigten für höhere Löhne. Außerdem demonstrierten tausende Gewerkschafter und linke Gruppen, sie forderten ein Programm der Regierung gegen den Hunger von Kindern. In Argentinien hat die Inflation die 30-Prozent-Marke erreicht und kein Tag vergeht ohne Proteste.

Ungarn: Eisenbahner streiken unbefristet

Seit dem 14.12.2008 streiken die Eisenbahner in Ungarn unbefristet, der Bahnverkehr ist praktisch landesweit lahmgelegt. Die Bahngewerkschaft VDSZSZ fordert Lohnerhöhungen und eine Extraprämie aus den Einnahmen eines Privatisierungsgeschäftes der Bahn. Der Streik des Bodenpersonals am Flughafen Budapest dauert inzwischen sieben Tage.

China: Arbeiter demonstrieren gegen Entlassung

Am 16. Dezember demonstrierten die etwa 300 Beschäftigten der Kofferfabrik Jianrong Suitcase in Dongguang nahe Hongkong gegen ihre Entlassung. Sie organisierten eine Demonstration zur Stadtverwaltung, um ihre ausstehenden Löhne einzufordern. Sie blieben dort über Nacht, bis sie am nächsten Tag die Polizei mit Hunden vertrieb. Etwa ein Dutzend Arbeiter wurden verletzt.

Österreich: Demo in Hallein gegen Papierfabrik-Schließung

In Hallein/Österreich demonstrierten am 17.12.2008 über 5.000 Menschen gegen die beabsichtigte Schließung der Papierfabrik. Mit Fackeln und Transparenten wie “Arbeitslosigkeit ist kein Weihnachtsgeschenk” protestierten sie gegen den drohenden Verlust von 700 Arbeitsplätzen. Der finnische Konzern M-real hatte die Fabrik an das südafrikanische Sappi-Konsortium verkauft, das die Produktion in Hallein einstellen will.

Thailand: Streik der Stahlarbeiter erfolgreich

300 Stahlarbeiter von ThaiNox Stainless in der thailändischen Stadt Rayong haben erfolgreich gegen eine Kürzung ihrer Löhne gestreikt. Diese sollten für einen Zwangsstillstand vom 15.12. bis zum 15.1. um 25 Prozent verringert werden. Über weitere Forderungen der Arbeiter soll im Januar verhandelt werden.

Induberg-Kumpel fuhren nicht an

Als der Lohn am 15. Dezember - wie schon in Monaten vorher - nicht auf dem Konto war, haben sich Nacht- und Frühschicht auf Friedrich-Heinrich (Bergwerk West in Kamp-Lintfort) versammelt, um sich zu beraten, wie sie weiter vorgehen wollen. Nach verschiedenen Berichten ist die Nachtschicht früher ausgefahren und die Frühschicht nicht angefahren. Zum Teil haben die Kumpels nur noch ein paar Euro in der Tasche und ihre Familien stehen vor Weihnachten praktisch ohne Geld da. Es wurde ein Ultimatum bis 18.12. zur Auszahlung der Löhne gestellt. Sollten die Kumpels ihr Geld nicht bekommen, wollen die Induberg-Kumpels weitere Schritte beraten. Die RAG-Kumpels zeigten Verständnis für die Situation der Induberg-Kumpels und sprachen ihre Solidarität aus.

150.000 Schüler demonstrieren in Frankreich

In Frankreich haben 19.12.2008 rund 150.000 Schüler in zahlreichen Städten gegen die vom Bildungsministerium geplante Reform des Gymnasiums demonstriert. Die Schüler blockierten zahlreiche Schulen und verschiedene Züge. Angesichts der durch Griechenland fegenden Protestwelle hatte der Bildungsminister eine Verschiebung seiner Pläne um ein Jahr angekündigt, die Pläne zur Streichung von 13.500 Lehrerstellen und von Schulstunden aber nicht zurückgezogen. (zu Frankreich & Griechenland siehe unsere Nachrichten auf www.fau-duesseldorf.org)

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