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Streik bei SBB Cargo

Die SBB-Tochtergesellschaft SBB Cargo will über 400 Stellen abbauen. Betroffen sind die Standorte Bellinzona (Lokomotiv- und Güterwagen-Werkstätte), Fribourg (Kunden Service Center), Biel (Kesselwagen-Unterhalt) und Basel (Hauptsitz). Am 7. März 2008 ist die gesamte Belegschaft im Industriewerk (IW) Bellinzona in den Streik getreten. Dies ist der erste Streik im Bahnsektor seit dem Generalstreik 1918.

http://ch.indymedia.org/images/2008/03/58229.jpg

Es war Gänsehautstimmung im Bahnhof Bern, als sich die mehrer Tausend Menschen (6000) durch den Bahnhof wälzten. Die Ankommenden wurden mit Parolen empfangen, welche sie freudig grüssend und mit leuchtenden Augen erwiederten. Die Stimmung kochte und es war eine so kämpferische Stimmung an einer Gewerkschaftsdemo, wie ich sie seit dem Streik der Bauarbeiter 2002 nie mehr erlebt habe. Für einige Stunden konnte gestern nahezu vergessen werden, dass wir uns in der sonst so biederen Schweiz befinden. Es war sensationell, Grüsse ins Tessin und an die Streikenden, macht weiter so!!!
Die AnarchistInnen und AnarchosyndikalistInnen hatten an der Demo einen eigenen kleinen lautstarken Block!



noch ein flugblatt vom aufbau schweiz (die fau hat leider keins zu  
papier gebracht)

Der Bund gegen die SBB: Beabsichtigte Misswirtschaft

Unter Nordmann hiess es noch alle Reparaturen weg von Biel und nach
Bellinzona, heute, unter Meyer, heisst es alles nach Yverdon. SBB
Cargo hat keinen Plan ? ausser jenen den Betrieb durch Misswirtschaft
aufs Abstellgleis zu fahren, wo er dann von «wohlmeinenden Privaten»
gerettet werden könnte. Wie sonst lässt sich erklären, dass bei SBB
Cargo trotz der Steigerung der Leistung das Defizit von Jahr zu Jahr
wächst? Kann das Departement Leuenberger etwa nicht rechnen?
Seit die SBB in 3 Teile aufgespalten und zu privatrechtlichen
Gesellschaften in staatlicher Hand wurde, ist der Fall klar: Ob bei
der Reinigung oder der Reparaturwerkstatt, das SBB-Personal wird
gehetzt, macht Überstunden, verzichtet auf Teuerungsausgleich und
befürchtet Arbeitsplatzabbau. Der erste Privatisierungsschritt wurde
damit hart durchgezogen, ähnlich wie bei der ehemaligen PTT. Doch der
Bundesrat will die totale Privatisierung. Dabei würde er natürlich
nach wie vor Subventionen aus der Staatskasse bezahlen, den Profit
würden aber Unternehmer einstreichen und dafür würden diese das
Personal noch mehr reduzieren und hetzen als bereits der Fall ist.

Keine Scheinlösungen: Privatisierung ist die Ursache des Problems

Uns ist es nicht egal, ob die Züge sicher und zuverlässig sind.
Unternehmer hingegen, interessiert nur der Profit und den erzwingen
sie, ohne Rücksicht auf Personal, Umwelt und abgelegene Täler. Deshalb
meinen wir, die gesamte SBB muss den Händen der Privatisierungswütigen
entrissen werden.
Leuenberger ist völlig zu Recht in Kritik geraten. Was er macht, ist
die absichtliche Verscherbelung eines Staatsbetriebs zu Ungunsten der
Bevölkerung und der Umwelt. Der Sozialdemokrat handelt aber nicht aus
persönlicher Dummheit so, er ist ein sturer Vertreter der konkordanten
Meinung des Gesamtbundesrates, der bürgerlichen Politik also. Deshalb
ist die Anklage bürgerlicher Kreise gegen Leuenberger und deren
gespielte Solidarität mit dem Streik ein schlechter Partner für das
Proletariat. Wenn die Arbeiter in Bellinzona Leuenbergers Worten
misstrauen und den Streik weiter führen, tun sie das einzig Richtige.
Aber sie müssen sich auch vor falschen Partnern in Acht nehmen und
sich nicht gegen KollegInnen in anderen Standorten ausspielen lassen.
Nur der Kampf, der solidarisch mit der Restbelgschaft geführt wird,
kann auf Dauer die Arbeitsplätze gegen den Angriff schützen.

Solidarität mit dem Streik!
Auf die Strasse am 1. Mai
Heute für die SBB, morgen für den Kommunismus

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