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Squat- Aktionstage und aktuelle Hausbesetzung in Belarus

Am 11 und 12 April diesen Jahres hat eine Gruppe Minsker Anarchisten in der der Hauptstadt Minsk (Belarus) Squat-Aktionstage veranstaltet. Zusaetzlich wird seit dem 5 Juni ein ein 2-Etagen Haus besetzt, woraus Aufbau eines autonomen Zentrums in Planung steht.

Am ersten Tag der Aktionstage, den 11 April wurden alle interessierten Menschen zum abendlichen Treffen gegen 18.00 Uhr ins Freie eingeladen, welches am Kosmolzkowo-See, nahe der Innenstadt stattfand. Zu der Zeit als die Veranstaltung auf einer grossen Wiese eroeffnet wurde, wurde ein grosses Hausa us Karton und Pappe gebaut.
Dieses Kartonhaus stand fuer uns als Symbol fuer unsere Forderung, fuer ein Freiraum, Squat, autonomes Zentrum in Belarus.
Der Freiraum soll eine linke Subkultur als Gegenpol zur totalitaeren Politik, kapitalistischen und ausgrenzenden Alltag in Belarus, Veranstaltungsmoeglichkeiten+ -raeume und Infrastruktur fuer verschiedene Politische Gruppen zur Verfuegung stellen.
Neben dem Kartonhaus wurden Polit-Hefte zum Thema: Autonome Freiraeume, Hausbesetzungen (Squat), speziell fuer diesen Tag kostenlos ausgelegt +verteilt.

Das Picknick am 11 April, hat uns mehr an eine Aktion im Hauch “Reclaim the Streets”
-“Wir holen uns die Strassen zurueck” , erinnert.
Wie ueblich wurde dieser Politische Aktionstag, ohne die Erlaubnis der Polizei veranstaltet.
Ueblicherweise muss Mensch der sowas veranstaltet, laut belarussischen Gesetz, um Erlaubnis bitten, die Mensch aber nie erhaelt.
Wir haben uns an diesem Tag fuer uns versammelt und um unsere Traeume von einem autonomen Zentrum, nicht wie eine Luftblase zerplatzen zu lassen, sondern gemeinsam zu ueberlegen und zu kaempfen, wie wir unseren Traum verwirklichen!
Darauf haben wire in anrecht, ein volles Anrecht!
Jeder der hier herkam , ist genau so ein Teilnehmer dieser Aktion gewesen und war mitverantwortlich wie unsere Veranstaltung verlaufen ist. Genau so wie die, den diese Aktionstage in den Kopf kamen. Darum wurde auch aufgefordert, alle Informationen weiter zu geben, selbst zu handeln und zu besetzen!

Zusaetzlich gab e seine Politische Fotoaustellung, die an einer grossen Muelltonne ausgehaengt wurde. Nur leider wurde der Fotoausstellung nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Nach der Eroeffnung und Verteilung des infomaterials, wurde eine Diskussion ueber Hausbesetzungen im westlichen Europa eroeffnet. Die Diskussion dauerte ca.1 Stunde und viele Menschen kamen respektvoll zu Wort. Alle waren zufrieden, konstruktiv, positiv und die Stimmung war angenehm.
Im Anschluss der Diskussion wurden vegane Burger und heisser Tee umsonst verteilt und im Kreis wurde ein Spendenkarton fuer diesen Tag rumgereicht.
Die komplette Veranstaltung wurde zeitgleich von einer Samba-Bande begleitet, die mit Trommeln und afrikanischen Gesang die Stimmung verschoenten.
Es ging ueber zu Kapoero-Tanzkampfsport und am Ende gab es noch eine Feuershow.

Der ganze Tag war schoen, voller Energie und Protest und an der Veranstaltung nahmen ca.120 Leute teil und die Miliz liess sich nicht blacken.

Am naechsten Tag den 12 April gab e seine Filmvorfuehrung zum Thema Hausbesetzung, die inofiziell in einer Uni veranstaltet wurde.
Die Veranstaltung war gut besucht, mit ca. 70 Leuten.
Nach einer grossen Pause wurde noch ein Doku-Film ueber die autonome Fabrik Sanon in Argentibnien und Hausbesetzung in England gezeigt. Im Anschluss gab es noch eine Diskussion die ca.2 Stunden andauerte.

Am 1-12 April wurden auf der ganzen Welt, Demonstrationen, Filmvorfuehrungen, Partys im freien und Aktionstage zu Hausbesetzungen und autonomen Freiraeumen veranstaltet.
Mit unserem Aktionstag den 11 April, wollten wir unsere Solidaritaet mit allen Hausbesetzern, sozialen Zentrums und allen autonomen Bewegungen, ausdruecken!

Diese 2 Tage waren sehr wichtig fuer uns. Sie waren informative, spassig und mit Protest verbunden, die wir gemeinsam verbracht haben.
Wir haben uns ein Stueck Freiraum erkaempft! Sei es nur fuer ein Tag, aber das war unser Fest! Ohne Erlaubnis, ohne Geld und ohne all die falschen Regeln und Gesetze!
Wir muessen niemanden fuer unsere Freude und unseren Spass zahlen!!!

Leider gibt es in Belarus nicht, so hervorragende Hausbesetzertraditionen wie in den westlichen Laendern oder in Russland. Aber einige Hausbesetzungen gab es dann schon in Belarus: In den 80-er Jahren gab e seine fuenfmonatige Hausbesetzung in der Stadt Lida.
Das Haus nannte sich “Freies Schaffen”. In dem Haus wurde ein Breakdance-Studium, ein Theater und eine Redaktion fuer eine Jugendpolitzeitschrift, eingerichtet.

Im Jahre 2000 gab e seine Aktion in Minsk, wo im Zentrum der Stadt ein Haus besetzt wurde.
Am selben Tag hat man die Waende mit Graffiti bemalt und es wurde ein akustisches Konzert drinne veranstaltet. Ehrlich gesagt, kamen nach ca.2 Stunden kamen Freund und Helfer und das Konzert war hiermit beendet. Viele Teilnehmer erhielten Geldstrafen und sassen fuer paar Tage in Einzelhaft.
Im Jahre 2006 wurde ein Haus gemietet und man eroeffnete ein soziales Kulturzentrum, was ca.3 Monate im Betrieb war. In dem Haus gab e seine grosse Bibliothek, es wurden Polit-Seminare, Diskussions-, und Filmabende wurden veranstaltet. Noch dazu gab es Kunst-, und Protestprojekte. Zusaetzlich wurden Proberaeume fuer Bands zur Verfuegung gestellt.
Das Wichtigste war fuer uns, dass es ein Antifa-Infoladen war und es ein Treffpunkt fuer Aktivisten war, die im staendigen Austausch untereinander waren.

Zum 1 Juni 2008 kam eine Gruppe von ca.10 Menschen zusammen, die sich auf den Weg machten um ein Haus zu finden, was uns als Freiraum, als autonomies Zentrum zur Verfuegung stehen sollte.
Das Ergebnis, es wurde ein 2-Etagen-Haus(30 min. von der Stadt entfernt und Naehe eines risen Parks) gefunden und seit dem 5 Juni sind Aktivisten an den Aufraeumarbeiten beschaeftigt. Anfangs war das Haus total vermuellt, es gab keine Fenster, keine Tueren.
Nun haben wir zwei Zimmer in der 1 Etage renowiert, Muell wurde entfernt, Fenster mit versplitterten Barrikaden und Tueren mit Schloessern eingebaut, die Boeden sind gewischt, die Waende gestrichen und politischen Slogans und kleiner Plakatgeschichte von Konzerten in Minsk beschmueckt. Noch dazu sind zur Zeit Kuenstler am Start, die antikapitalistische Comics zeichnen.
In der 2 Etage haben wir noch vier Zimmer, die als naechstes renowiert warden.
Dort ist in Planung ein Wohnraum fuer Kollektivmitglieder und einen Trainingsraum fuer Antifas, zu schaffen.
Leider haben wir noch kein Strom im Haus, aber das wird durch ein Generator organisiert.
Das Kollektiv besteht aus ca.10 aktiven Mitgliedern und am 21 Juni wird eine politische Filmvorstellung mit anschliessender Diskussion stattfinden.
Das Thema und alles weitere wird die Tage vom Kollektiv besprochen.

Sorry, dass der Artikel so spaet rauskommt.
Die Moeglichkeiten haben sich erst jetzt richtig ergeben, Artikel rauszubringen.

In Solidaritaet, unabhaengige Journalistin

Kontaktadresse bei Rueckfragen: black_a@riseup.net


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