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(Selbst)Organisierte Freiheit Chronisch unorganisierter Anarchismus? Die Anarchistisch- Syndikalistische Jugend (ASJ) will das Gegenteil beweisen.

Dem Anarchismus haftet das Klischee der Unorganisiertheit seit jeher, und nicht immer völlig unbegründet, an wie Kaugummi. Seit mehreren Monaten befindet sich nun die Anarchistisch Syndikalistische Jugend (ASJ) im Aufbau. Diese Jugendorganisation, die der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) nahe steht, hat zwar noch keine allgemeinen Statuten und kein einheitlich verschriftlichtes Selbstverständnis. Die ASJOrtsgruppe Bonn umreißt ihren Gesellschaftsentwurf aber beispielsweise in ihrem eigenen Selbstverständnis: „Wir lehnen jegliche Form von Zwang oder Hierarchie ab und streben eine gewaltfreie, basisdemokratische und in allen Lebensbereichen selbstverwaltete Gesellschaft an.“

Neben Bonn gibt es auch in Herne/Recklinghausen, Duisburg, Münster, Düsseldorf und Berlin Ortsgruppen der ASJ. Außerdem befindet sich in Göttingen momentan eine ASJ-Gruppe in Gründung. Die nordrhein-westfälischen Gruppen bilden zusammen die Regionalföderation NRW. Sie treffen sich regelmäßig gemeinsam, planen den Aufbau der „Bewegung“ und neue Aktionen. Zum ersten Mal im Licht der linksradikalen und anarchistischen Öffentlichkeit stand die ASJ Anfang September 2009, als die Gruppen aus NRW zusammen mit anderen linksradikalen Gruppen eine antinationale und libertäre Vorabenddemonstration zu den Aktionen gegen den „Nationalen Antikriegstag“ deutscher Neonazis am vierten und fünften September in Dortmund organisiert hatte. Aber auch sonst sind Mitglieder und auch ganze Gruppen an verschiedenen Demonstrationen und sozialen Kämpfen beteiligt. So zum Beispiel an Aktionen im Rahmen des Bildungsstreiks. Am Bildungsstreik gibt es innerhalb der ASJ jedoch auch Kritik. „Wir müssen hier sozialrevolutionäre Kritik am Bildungssystem als Teil der kapitalistischen Gesellschaft einbringen und Alternativen in Freiheit und Selbstverwaltung zum Gegenstand der Diskussionen machen“, erklärt ein ASJ-Mitglied und Bildungsstreikaktivist. Die Berliner ASJ-Ortsgruppe beteiligte sich außerdem an der „Antiwahlkampagne“ zur Bundestagswahl und unterstützt den Arbeitskampf der FAU Berlin und der Angestellten des Berliner Kinos „Babylon“. Dort setzen sich seit mehreren Monaten Beschäftigte gegen Ausbeutung und widrige Arbeitsbedingungen zur Wehr, wobei sie nicht nur auf Gegenwind durch die Geschäftsleitung stoßen, sondern sich auch mit der sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaft ver.di herumschlagen müssen.

Außerhalb von Nordrhein-Westfalen bestehen zwar bislang noch keine flächendeckenden Strukturen der ASJ; Interessierte sind aber immer eingeladen, sich an Aktionen zu beteiligen und neue Ortsgruppen aufzubauen. „InteressentInnen aus Westdeutschland sollten sich am besten an die ASJ-NRW wenden, für den Bereich Ostdeutschland übernimmt die ASJBerlin den Kontakt“, erklärt eine Aktivistin der ASJ. Kontakt kann am besten über die Kontaktadressen auf den Websites aufgenommen werden.

Felix H.

Quelle: Jugendzeitung Utopia


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