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Frankreich: Schluß mit den Deportationen!

Die französische Regierung hat damit begonnen, in großem Umfang Roma und Sinti nach Rumänien zu deportieren. Während der staatlich organisierte Rassismus sich ansonsten meist darauf beschränkt, rechtlose Flüchtlinge abzuschieben, vergreift sich die Regierung Sarkozy bereits an vollwertigen BürgerInnen der europäischen Union. Für die französischen Behörden stellt sich die Frage individueller Schuld oder Unschuld nicht mehr. Sie geht stattdessen massiv gegen eine ganze Gruppe von Menschen vor, die sie pauschal anhand rassistischer Kriterien selektiert. Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Erklärung der anarcho-syndikalistischen spanischen Gewerkschaft CNT-AIT aus dem andalusischen Jaén, in der die Deportationen der Sinti und Roma aus Frankreich als Teil des weltweiten Krieges gegen die Armen eingeordnet und die ein sofortiges Ende der Deportationen gefordert wird.

Dokumentation

Erklärung der CNT-AIT Jaén zur Deportation der französischen Roma und Sinti

Wir, die CNT Jaen, verurteilen entschieden die haarsträubenden und massiven Deportationen der französischen Roma-Bevölkerung. Wir prangern die Intoleranz der neofaschistischen Regierung von Nicolas Sarkozy an. Wir glauben, dass diese Deportationen die fundamentalen Rechte einer Gruppe von Menschen verletzten, die vollwertige BürgerInnen Europas sind.

Die massiven Deportationen von Mitgliedern der Roma-Bevölkerung sind eine Beleidigung für uns alle, egal ob wir Franzosen sind oder nicht. Wir sind alarmiert darüber, dass ein Land wie Frankreich, das während langer Jahre ein Opfer der Nazis war und dass am eigenen Leib erlebt hat, was rassistische Verbrechen (einschließlich massiver Deportationen) bedeuten, eine solche Gewalthandlung begeht.

Wir vermuten, dass diese Ereignisse ihre Ursache in einer institutionellen Politik der Stigmatisierung der Roma-Bevölkerung hat. Es hat den Anschein, als seien in den Augen der neofaschistischen französischen Regierung alle schuldig, als seien alle Verbrecher, als verdienten alle, ohne irgendeine Ausnahme, die Verschleppung. Man zerstört ihre Unterkünfte, man wirft sie aus dem Land, für den Umstand, dass sie zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gehören. Alle werden über einen Kamm geschoren, ohne Ansehen davon, dass es Kinder und alte Leute gibt, deren Lebensbedingungen sich noch weiter verschlechtern werden. Es sind die Prinzipien eines institutionalisierten Rassismus, die das französische Innenministerium antreiben. Es ist eine Schande. Die Roma werden mit Raub, mit Verbrechen, mit dem Drogenhandel gleichgesetzt. Sie werden als asozial abgestempelt. Alle, ohne Ausnahme.

Warum hingegen wird die Kaste der Bankiers, der Spekulanten und der sonstige Abschaum, der die halbe Welt durch ihr Geschacher an den Rand des Ruins gebracht haben, nicht auf die gleiche Weise behandelt und kann sich beruhigt zurücklehnen? Sind sie nicht alle gleich? Warum deportiert man diese Kaste von Zuhältern nicht? Sind sie etwa keine Verbrecher, Diebe oder Drogenhändler? Sind diese Leute, die Feinde der Bevölkerung etwa nicht asozial? Natürlich sind sie es. Wenn man das organisierte Verbrechen tatsächlich bekämpfen wollte, müsste man als erstes Hand an diese Diebesbande legen.

Der Krieg gegen die Armen spitzt sich zu und es ist die Aufgabe nicht nur der aktiven AntirassistInnen und AntikapitalistInnen, sondern aller aufrechten Menschen, diesen Angriffen entgegen zu treten, die uns in die dunkelsten Zeiten der europäischen Geschichte zurückführen sollen. Es ist unsere Pflicht, unsere Stimme zu erheben. Schluß mit den Deportationen!

CNT-AIT Jaén, Sekretariat für soziale Aktion

Quelle: fau.org

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