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SBB-Cargo Streik - Kein Ende in Sicht

Die SBB hatte die Gespräche mit den Gewerkschaften und dem Streikkomitee unterbrochen. Mit dem Beharren auf Garantien für die Stellen in Bellinzona verletzten die Gewerkschaften angeblich die Rahmenbedingungen für den vom Bund angeregten runden Tisch. Nun beschloss der SBB-Verwaltungsrat am Mittwoch, "den Spielraum der Geschäftsleitung bezüglich den verlangten Garantien etwas zu erweitern"...
Streik in Bellinzona geht weiter

Die SBB-Tochtergesellschaft SBB Cargo will über 400 Stellen abbauen. Betroffen sind die Standorte Bellinzona (Lokomotiv- und Güterwagen-Werkstätte), Fribourg (Kunden Service Center), Biel (Kesselwagen-Unterhalt) und Basel (Hauptsitz). Die Streikenden des SBB-Industriewerks in Bellinzona bestehen auf Garantien seitens der SBB-Direktion. An einer Betriebsversammlung verabschiedeten sie einstimmig eine Resolution für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze. Der Streik wird somit abermals fortgesetzt. Der SBB-Verwaltungsrat beschloss am Mittwoch, den Spielraum der Geschäftsleitung bezüglich den verlangten Garantien etwas zu erweitern. SBB-Chef Andreas Meyer sprach von gewissen minimalen Garantien. Um was es konkret geht, soll in neuen Gesprächen mit den Gewerkschaften und dem Streikkomitee dargelegt werden. SBB-Chef Andreas Meyer sprach von der Möglichkeit gewisser minimaler Garantien. An den unterschiedlichen Vorstellungen über die Zusicherungen für das Industriewerk Bellinzona waren die Gespräche bisher gescheitert und am vergangenen Montagabend ergebnislos abgebrochen worden.


Wütende Frauen und Solidaritätsdemos

Die Streikenden des SBB-Industriewerks in Bellinzona bestehen auf Garantien seitens der SBB-Direktion: „Mehr Garantien“ und „neue Vorschläge mit Blick auf konkrete Verhandlungen, die aus der Sackgasse führen“ fordert die Betriebsversammlung der streikenden Mitarbeiter von SBB-Cargo in Bellinzona in einer verabschiedeten Resolution. Die Resolution wurde am Nachmittag von den 430 Streikenden einstimmig verabschiedet. Sie ist eine Reaktion auf den Beschluss des SBB-Verwaltungsrats vom Vortag, die SBB-Direktion zu einer Überprüfung der Abbaupläne aufzufordern. Der Streik dauert bereits seit dem 7. März wie Indymedia bereits berichtete. Immer wieder kommt es an mehreren Orten der Schweiz zu Solidaritätserklärungen für die Streikenden der SBB Cargo. So gab es erneut eine Solidaritätsdemo in Chiasso. Ein Frauenkollektiv will nun ebenso die streikenden SBB-Cargo-Angestellten unterstützen. Dazu ist am nächsten Samstag in Reconvillier ein Erbsensuppenverkauf geplant. Das Kollektiv war anlässlich des Swissmetal-Arbeitskampfs entstanden. Das Kollektiv „Femmes en colère“ (wütende Frauen) erinnert an die „grossartige Unterstützung“, die wegen des Konflikts um das Swissmetal-Werk Boillat seitens der Bevölkerung zum Ausdruck kam. „Wir kennen die Ängste und Schwierigkeiten, mit denen man in Streikzeiten konfrontiert wird.“


„Minimale Garantien“ in Aussicht

Die Arbeitnehmer verlangen von der SBB-Direktion neue Vorschläge für konkrete «minimale Garantien». Sie bekräftigten des Weiteren ihr Hauptziel, nämlich die Erhaltung der Arbeitsplätze am Standort Bellinzona. Dies werde auch von der Bevölkerung und den Tessiner Behörden gewünscht. Die SBB müsse garantieren, dass die Wartung von Lokomotiven und Wagons weiterhin in Bellinzona erfolge und dass der Gesamtarbeitsvertrag für alle Angestellten der Werkstätten angewandt gelte. An der Betriebsversammlung in Bellinzona wurde bekannt gegeben, dass die seit Montagabend unterbrochenen Gespräche zwischen der SBB-Geschäftsleitung und der Delegation der Streikenden noch am Donnerstagnachmittag beim Flugplatz Agno wieder aufgenommen werden sollen. Die Versammlung verabschiedete einstimmig eine Resolution, mit der die Delegation von Streikkomitee und Gewerkschaften beauftragt wurde, in diesem Gespräch auszuloten, ob die SBB-Geschäftsleitung Vorschläge macht, die über die bisherigen Zusagen hinausgehen. Die Delegation wurde zugleich darauf verpflichtet, am Ziel des Erhalts des Industriewerks Bellinzona festzuhalten, und von den SBB Garantien zu verlangen, dass der Unterhalt der Lokomotiven in Bellinzona bleibt.



Die veröffentlichten Bilder sind von der Demonstration in Chiasso
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