Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Polnische Post: Protest gegen mangelnde Sicherheit führt zur Entlassung

Polnische Post: Protest gegen mangelnde Sicherheit führt zur Entlassung

Bartosz Kantorczyk, ein Mitglied der Gewerkschaft "Arbeiter-Initiative" (IP Polen) und Initiator der Briefträgerstreiks im November 2006, wurde widerrechtlich entlassen. Die Polnische Post hat einen Gewerkschaftler rausgeschmissen, der um die Verbesserung der Arbeitsplatzsicherheit und gegen die Verletzungen der Arbeiterrechte durch das Management gekämpft hatte. Die Verbesserung der Arbeitsplatzsicherheit der Briefträger, die in Polen immer noch Gelder zustellen müssen, war eines der Hauptanliegen der Arbeiter-Initiative. Da aber das Management der Polnischen Post die Gesätze ignoriert und die Arbeiter-Initiative nicht als eine Gewerkschaft anerkennen will, konnten keine Verhandlungen stattfinden.
Polnische Post: Protest gegen mangelnde Sicherheit führt zur Entlassung

Inicjatywa Pracownicza (IP)

Aus Protest gegen diese gesetzwidrigen Praktiken des Vorstandes und trotz der Gefahr sich selbst zu gefährden, entschied sich Bartosz Kantorczyk, als Gewerkschaftsvorsitzender und Briefträger zugleich, seit dem 12. Juni 2008 kein Geld in seinen Bezirk auszuliefern, worüber er seine Vorgesetzten informiert hatte – diese Aktion gilt als die unmittelbare Ursache seiner disziplinären Entlassung.

Kantorczyk wagte diesen Schritt, da er gegen die totale Missachtung der
Sicherheit seitens des Arbeitgebers protestieren wollte. Um genauer zu sein, geht es um die mangelhaften Schutzvorkehrungen, im Vergleich zu den Beträgen die ein durchschnittlicher Briefträger zustellen muss. Der Vorstand tut alles mögliche, die Bargeldlimits zu erhöhen, ohne gleichzeitig für mehr Sicherheit der Überbringer zu sorgen. Noch im Jahr 2007 gab es eine interne Richtlinie der Polnischen Post, das Risiko von Überfällen durch ständige Verringerung der Bargeldlimits zu minimalisieren. 2008 wurde diese Richtlinie geändert und die zulässigen Limits erhöht. Die Arbeiter-Initiative war damit nicht einverstanden.

Das Management versucht Statistiken zu verwenden, die besagen, dass bis
2006 die Anzahl von Überfällen auf Briefträger gesunken ist. Die Arbeiter-Initiative behauptet dagegen, dass es ein Resultat des Beibehaltens der kleineren Bargeldlimits war. Es gibt berechtigte Befürchtungen, dass die Einführung der neuen Geschäftsordnung, die Gefahr wieder steigen lässt. Die Einstellung des Managements zur Sicherheit wird auch durch andere Entscheidungen verdeutlicht, z.B. durch das Einstellen der weiblichen Briefträgerinnen (es ist wegen der niedrigen Löhne schwierig männliche Arbeitskräfte für diese Position zu finden). Noch vor kurzem hat man keine Frauen auf diese Position einstellen wollen, da weibliche Arbeitskräfte die häufigsten Opfer von Angriffen waren.

Das Management entschied sich, anstatt ein ernstes Problem zu lösen, den
Mann loszuwerden, der erneut nur die Befolgung des Gesetzes und die Vermeidung unnötiger Risiken verlangt hatte. Während seines Urlaubes, am 30. Juni 2008, erhielt Kantorczyk eine schriftliche Nachricht, dass sein Arbeitsvertrag von dem Arbeitsgeber, nach Art. 52 des Arbeitsgesetzes, d.h. disziplinär, aufgelöst wurde! Der Arbeitgeber tat es, ohne einer erforderlichen Beratung mit der Gewerkschaftorganisation und obwohl Bartosz Kantorczyk eine Arbeitskraft ist, die durch das Gesetz geschützt wird.

Artikelaktionen

Navigation
Anmelden


Passwort vergessen?
« September 2017 »
September
MoDiMiDoFrSaSo
123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930