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NPD Düsseldorf im Ausbau?

Zu den aktiveren NPD-Verbänden zählt die Düsseldorfer NPD gewiss nicht. Zeiten, in denen sie wahrnehmbar agierte, liegen viele Jahre zurück.

Als im Jahre 2005 Landtags- und Bundestagswahlen anstanden, trat die Partei zwar auch in Düsseldorf an, konnte jedoch keinen einzigen Kandidaten aus der Landeshauptstadt präsentieren (vgl. TERZ 4/2005 und 5/2005). Ohne Unterstützung der neonazistischen "Freien Kameradschaften", die fleißig bei der Sammlung von Unterstützerunterschriften halfen, wäre ein Wahlantritt zudem nicht denkbar gewesen. Mit Unterstützung der "Freien" gab es im Vorfeld der Landtagswahl 2005 auch den ersten NPD-Infostand seit vielen Jahren, der im Stadtteil Eller durchgeführt wurde. Erst fast zwei Jahre später, am 17.3.2007, wurde dann die "Gründung des NPD Ortsverbandes Düsseldorf" gemeldet, die am 1.3.2007 erfolgt sei. Man könne "auf eine langjährige gute Zusammenarbeit zwischen NPD, DVU und freien Kräften in unserer Stadt" aufbauen (vgl. TERZ 5/2007).

Der NPD-OV Düsseldorf ist Teil des NPD-Kreisverbandes (KV) Düsseldorf/Mettmann, zu dem auch der NPD-OV Solingen zählt und zu dessen Zuständigkeitsbereich ebenso der Bergische Kreis sowie Wuppertal, Leverkusen und vermutlich auch Remscheid gehört. Kreisverbandsvorsitzender ist Martin Laus aus Wuppertal (vgl. TERZ 3/2008). Für die Entfaltung politischer Aktivitäten wichtiger dürften jedoch der NPD-Landesschatzmeister Detlef Hebbel und Andre Blöß, beide aus dem Kreis ME, sowie der Solinger OV-Vorsitzender Oliver Klaes sein. Überhaupt kommen die meisten Aktivposten des KV nicht aus Düsseldorf, sondern aus dem angrenzenden Kreis ME, aus Solingen sowie aus dem Bergischen Kreis, u.a. aus Leichlingen.

Am 4.11.2007 folgte eine Saalveranstaltung der NPD Düsseldorf mit der brandenburgischen DVU-Abgeordneten Birgit Fechner sowie am 6.1.2008 ein "Politischer Stammtisch", auf dem man sich mit dem neuen Kommunalwahlgesetz NRW beschäftigte. Auch in Düsseldorf strebt die NPD eine Teilnahme an den nächsten Kommunalwahlen an. Ob die oben genannte Veranstaltung einmal mehr in der Gaststätte "Klein-Eller-Stuben" in Eller stattgefunden hat, ist zwar nicht belegt, jedoch wahrscheinlich, hat die Düsseldorfer NPD dieses Lokal doch einmal monatlich an einem Sonntag als Versammlungslokal genutzt, zuletzt am 6.4.2008. Ob es dabei bleibt, hängt unter anderem von der zwischenzeitlich informierten Wirtin ab. Immerhin sagte sie zu, der NPD keinen Raum mehr zur Verfügung zu stellen.

Am 12.4.2008 traute sich die Düsseldorfer NPD wieder auf die Straße. Parallel zum neonazistischen Aufmarsch in Stolberg wurde ein Infostand "in der Fußgängerzone am S-Bahnhof Düsseldorf Garath" aufgestellt. "Unterstützt wurde die Aktion durch Mitglieder des Ortsverbandes Solingen sowie des Kreisverbandes Mettmann und der Düsseldorfer DVU", heißt es im Internet. Ohne Unterstützung benachbarter Verbände, der DVU und der "Freien Kameradschaften" läuft also außer vollmundigen Ankündigungen nichts. So kündigte man bereits am 1.9.2007 an, man werde sich mit dem Thema Moscheebau in Düsseldorf-Rath beschäftigen. Der NPD-Ortsvorsitzende persönlich habe die Moschee in Rath besucht: "Da ich selbst in den 70er Jahren in Rath aufgewachsen bin, dort zur Schule ging und bis Anfang der 90er Jahre dort lebte, habe ich am eigenen Leib erfahren, wie ein ursprünglicher deutscher Arbeiterstadtteil innerhalb von 20-30 Jahren völlig verausländerte." Für mehr als "romantische" Streifzüge durch seine alte Rather "Heimat" aber scheint es bislang nicht gereicht zu haben. Dennoch sollten die aktuellen Bemühungen der Düsseldorfer NPD, aus ihrer Inaktivität herauszukommen, Strukturen aufzubauen und an die Öffentlichkeit zu gehen, keineswegs ignoriert werden. Je früher sie wieder in einen langjährigen Tiefschlaf versinkt, desto besser!

ANTIFASCHISTISCHES AUTORINNENKOLLEKTIV


Quelle: TERZ

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