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Köln: Boxenstopp für 1 Euro Jobs

Seit Mitte Mai herrscht in Köln 1-Euro-Job Flaute. Die ARGE hat aufgrund finanzieller Schwierigkeiten einen mehrmonatigen Stopp für die Neubesetzung von 1-Euro-Jobs erlassen. Nun machen sich die Grünen im Wahlkampf stark, für den Erhalt dieser Ausbeutung, denn einigen der Maßnahmeträgern drohe sonst das Aus. "Jack in the Box" ist ein solcher und hat heute morgen Besuch bekommen ...

"Jack in the Box" rüstet Übersee-Container zu Räumlichkeiten für Kinder- und Jugendeinrichtungen um. Das klingt zunächst gut. "Jack in the Box" ist darüberhinaus "ein gemeinnütziger Verein für Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle der Beschäftigungsförderung". Und genau da hakt es, beim achso coolen Arbeitgeber Jack. Denn Jack hat lediglich zwei festangestellte Verwaltungskräfte und zwei geringfügig beschäftigte SozialarbeiterInnen. Der Rest sind 40(!) 1-Euro-JoberInnen, die mit 1,30 Euro die Stunde abgespeist werden.

Durch die aktuelle Kölner 1-Euro-Ebbe ist die Anzahl dieser "Integrationsstellen" auf 21 gesunken. Das macht Jack Schwierigkeiten bei der "innovativen" Auspressung von genügend Arbeitskraft. Doch Jack erhält überraschend offen vorgetragene Rückendeckung vom Sozialpolitischen Sprecher von Bündnis90-Die Grünen, Ossi Helling. Dieser forderte vor zwei Wochen in einem offenen Brief an die Kölner ARGE explizit den Erhalt dieser menschenunwürdigen Sklavenjobs in vollem Umfang - insbesondere beim "kleinen" Träger "Jack in the Box". Die Grünen werben im aktuellen Wahlkampf für "1 Million Grüne Arbeitsplätze" - Besten Dank, jetzt wissen wir wie die aussehen sollen.


Zeit zum Nachdenken, Jack !

Bitte komm uns jetzt nicht mit der viel gepriesenen "Freiwilligkeit" Deiner 1-Euro-Jobs, und dass sich alle in der künstlerischen Arbeitsatmo sooooo wohl fühlen ...
Wir sind uns sicher, keine(r) Deiner 1-Euro-JobberInnen würde eine vernünftige Bezahlung, Sozialversicherungsansprüche und echte ArbeitnehmerInnenrechte für dieselbe Tätigkeit ausschlagen ! Denn auch für Deinen Betrieb gilt:

1-Euro-Jobs verdrängen reguläre Beschäftigung und drücken das Lohnniveau. Für viele "soziale" Einrichtungen sind sie dank der Pro-Kopf-Verwaltungspauschale ein Riesengewinn. 1-Euro-Jobs sind Zwangsdienste! Bei Verweigerung oder "mangelnder Kooperation" durch die Betroffenen gibt es erhebliche Leistungskürzungen bei der Grundsicherung, die ein menschwürdiges Leben erst recht unmöglich machen.

Zur Kennzeichnung der Protagonisten im Bereich "besonders innovativer" Ausbeutungsmethoden wurde daher das Gütesiegel "Slave Trade" sowohl beim Maßnahmeträger Jack in the Box als auch bei der Geschäftstelle der Grünen angebracht.


Jack, get out of this box
sonst rappelt's in der Kiste
Zeit zum Ausstieg aus der 1-Euro-Ausbeutung!

(wütende Niedriglöhner)


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