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Kiel: Voller Erfolg der Aktion gegen Leiharbeit auf JobMesse

Am 29.10. fand bei der JobMesse im Mercedes-Benz Autohaus in der Daimlerstraße in Kiel eine Aktion der FAU Kiel & Flensburg gegen Leiharbeit im Rahmen der FAU-Kampagne „Leiharbeit Abschaffen“ statt. Zunächst besuchten einige AktivistInnen die Messe, um einen Einblick darüber zu bekommen, was dort ablief - aber auch um die Gelegenheit zu ergreifen BesucherInnen auf der Messe mit Informationsmaterial zur Leiharbeit zu versorgen. Die Atmosphäre der Messe kann man als durchaus gruselig bezeichnen. Die Firma Barlag ( http://www.barlagmessen.de/) hat sich zu so eine Art Marktführer bei Jobmessen gemausert. Nicht weniger als 11 Leiharbeitsfirmen waren auf der Messe vertreten. Dazu noch die Bundeswehr (man durfte Gasmasken aufsetzen) Die Orgas der Messe reagierten überaus allergisch und verunsichert auf die Aktivitäten der FAUistas. Das lag zu Großteil daran, dass man mit einem großen und gut sichtbaren Transparent einen guten Platz an der Einfahrt des Geländes hatte und viele der BesucherInnen an ihnen vorbeikommen mussten. Zum anderen lag es sicher daran. dass die beiden Flyer wurden von den meisten gerne angenommen und mit in die Messe getragen wurden.

Zunächst schickte man die auch auf der Messe präsente Show-Polizei in schicker Ausgehuniform an die Front. Die warfen den AktivistInnen vor für "Unmut und Tumult" auf der Messe gesorgt zu haben. Deren Betroffenheit hielt sich aber in Grenzen. Kurze Zeit später rief man dann die "echte" Polizei zu Hilfe, die mit Blaulicht angefahren kamen und in voller Kampfmontur. Aber nur um festzustellen, dass da doch die Firma Barlag viel Lärm um nichts gemacht hatte. Auch als später ein verzweifelter Barlag-Büttel noch einmal nach der Polizei rief, nachdem die FAU wieder das Megafon benutzte, muss sich beim zweiten mal wohl eine Abfuhr geholt haben. Denn die kam nicht mehr.

In den Redebeiträgen wurde die Leiharbeit und die herrschenden Bedingungen scharf angegriffen. Eine zwischendurch hinzugezogene Bullentruppe konnte nicht genug Ablenkung bieten, so dass die Aufklärung der BesucherInnen ungehindert fortgesetzt werden konnte.

Natürlich konnten nicht alle vom Unsinn von Leiharbeit überzeugt werden, denn so manch einer sieht darin immer noch seine Chance oder meint der Leiharbeit seine heutige Festanstellung zu verdanken. Im Detail betrachtet stellen sich solche Überzeugungen aber doch oft meist entweder als Ausnahmen heraus, die die überwältigende Regel bestätigen. Oder als Selbsttäuschung.

Die FAUistas jedenfalls konnten gute vier Stunden bei gutem Wetter und guter Laune vielfältige Überzeugungsarbeit leisten. Am Ende war man etwas müde aber zufrieden.

Nebenbei bemerkt: Mercedes Benz (Niederlassung war Ort der Messe in Kiel) wirbt inzwischen gerne wieder mit dem Spruch "Das Beste oder nichts" . Sehr passend, wenn man es auf Arbeitsverhältnisse anwendet! Nur das MB selbst auch LeiharbeiterInnen einsetzt!

Die Aktion in Kiel zeigt wie verwundbar JobMessen wie die von Barlag bundesweit sind. Eigentlich eine Schande, dass es da bislang so wenig Aktionen zu gibt!


Hier ein Auszug aus unserem Flyer "RATSCHLÄGE FÜR ZEITARBEITSGEFÄHRDETE":

Die Jobmesse 2011 ist in Kiel und wieder einmal sind dort viele Zeitarbeitsfirmen vertreten. Am liebsten wollen sie möglichst viele Informationen über Dich, um zu sehen, ob Du ein guter Lohnsklave bist. Wenn Du in Ihrer Datenbank bist, laden sie Dich vielleicht zu einem Termin ein, wo Du gleich einen Vertrag unterschreiben sollst.
!!!HALT!!! Niemals etwas vor Ort unterschreiben! [...]

Umseitig fanden sich Texte zu einer Auswahl an Leiharbeitsfirmen, ihren Hintergründen und Praktiken. [ Der ganze Flyer hier (PDF).]

Die überwiegende Reaktion der BesucherInnen auf unser Auftreten waren positiv und interessiert. Die wenigsten waren desinteressiert und kaum jemand abweisend. So kam es denn auch, dass die Flyer einen reißenden Absatz fanden. Sehr zum Ärger der VeranstalterInnen der Messe. Die hatten an sich schon genug Sorgen alleine damit, dass es schon am morgen quasi gar keine Parkplätze mehr gab.

Von Provokationen der auch selbst ausstellenden Polizei und der hektisch agierenden und herumlaufenden Nervenbündel von Organisationskräften und GeschäftsführerInnen ließen sich die AktivistInnen der FAU nicht beeindrucken. Dafür waren die wartenden AutofahrerInnen sehr empfänglich für das aufmerksamkeiterregende Transparent der FAU-Kampagne und die druckfrischen und aktualisierten Flyer.

In Redebeiträgen wurde auf den Punkt gebracht, wo das Problematische bei Leiharbeit ist - verpackt mit einer gehörigen Dosis Humor.



Viele BesucherInnen bedankten sich für die Informationen, die ihnen angeboten wurden und es ergaben sich immer wieder interessante Gespräche über Leiharbeit, die Jobmesse und die FAU. Insgesamt ziehen die FAU Kiel und Flensburg ein positives Resümée dieses Aktionstages, an dem viele Menschen erreicht und zum Nachdenken angeregt werden konnten. Die FAU wird mit ihrer Kampagne für die Abschaffung der Leiharbeit unvermindert fortfahren, bis das Ziel des gleichen Lohns für gleiche Arbeit erreicht ist!

Links zur Kampagne gegen Leiharbeit




 http://www.fau.org/kiel FAU Kiel

 http://www.fau-fl.org/ FAU Flensburg

Quelle: FAU-IAA

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