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Kassiererin streikt: Kaiser's kündigt, Ver.di verzichtet auf gewerkschaftliche macht

Barbara E., genannt Emmely, folgte nach einschüchternden Einzelgesprächen einer Kaiser's-Distriktmanagerin mit den Streikenden der Filiale als einzige weiterhin dem Streikaufruf von ver.di. Danach kündigte Kaiser's ihr fristlos auf Grund des Verdachts zwei Pfandbons zu insgesamt 1,30 Euro falsch abgerechnet zu haben. Emmely sagt: "Das ist nicht wahr."

Das Komitee "Solidarität mit Emmely" ruft aus diesem Anlass zur Kundgebung vor der Kaiser's-Filiale in Hohenschönhausen auf (Hauptstr. 9-10 am Do. 31.07.08 um 17:00 Uhr), um zur besten Einkaufszeit die KundInnen über den Umgang von Kaiser's mit Beschäftigten zu informieren.

Die Kundgebung wird unüberhörbar gegen Schikanen gegen Streikende auftreten und eine Möglichkeit solidarischen Handelns aufzeigen.

"Wir werden dafür sorgen, dass Kaiser's mit der Kündigung nicht so billig wegkommt" sagt Jörg Nowak vom Komitee "Solidarität mit Emmely". "Wir wollen Kaiser's weh' tun und haben noch ein paar Ideen, die wir in den nächsten Wochen umsetzen werden".

"Das deutsche Arbeitsrecht ermöglicht Arbeitgebern, Beschäftigten aufgrund derart nichtiger Anlässe ohne vorherige Abmahnung die Existenzgrundlage zu entziehen und bürdet im gleichen Zug den Beschäftigten die Beweislast auf, weil für die Kündigung bereits ein dringender Verdacht genügt - eine Einladung an alle Arbeitgeber, unliebsame oder teure Beschäftigte loszuwerden" erläutert Gregor Zattler vom Komitee "Solidarität mit Emmely".

"Die Kollegin ist offensichtlich aufgrund eines Streiks Repressionen ausgesetzt. Für mich als Gewerkschafter ist es da ganz selbstverständlich, mich solidarisch zu verhalten" meint Archibald Kuhnke, Mitglied der IG Metall und im Solidaritätskomitee aktiv.

Mit der Bitte um Veröffentlichung, für das Komitee "Solidarität mit Emmely" Jörg Nowak, Gregor Zattler

Weitere Termine:
Veranstaltung "Die Arbeitgeber greifen an!" am 07.08. ab 19 Uhr in der Mediengalerie, Dudenstr. 10 (U6, Platz der Luftbrücke). Mona Fries, Betriebsrätin bei Schlecker, wird von Repressalien im Einzelhandel berichten und Rechtsanwalt Dieter Hummel wird erörtern, wie das Arbeitsrecht systematisch zu Repressionszwecken gebraucht wird. Gisela Notz, Wissenschaftlerin, wird über Arbeitsbedingungen in Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sprechen. Anschließend offene Diskussion zur Lage und den Handlungsmöglichkeiten.

Am 21.08. findet die Beweisaufnahme vor dem Arbeitsgericht statt.
Weitere Informationen: labournet.del

Anmerkung

Wir verbreiten den Aufruf gerne weiter. Es ist gut und wichtig, dass die Kollegin in dieser Art Unterstützung erhält und es erinnert an die Methoden wie wir von der FAU oft zur Solidarität anwenden.

Ein Punkt in der ganzen Geschichte muß aber ausdrücklich als negativ bewertet werden, das ist die übliche Nichtunterstützung der Kollegin durch "ihre" Gewerkschaft ver.di.

Die gewerkschaftliche Macht wird (wie bei Werkstadt Frankfurt und hunderten anderer Fälle) nicht zum Schutz der Mitglieder eingesetzt. Die werden - wenn überhaupt - mit einer Rechtsschutzsekretärin versorgt und an die Arbeitsgerichte verwiesen.

Solche Gewerkschaften können wir uns ersparen.

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