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INNSE: ArbeiterInnen der Provinz Mailand "Wir bitten um Eure Hilfe "

Wir sind die ArbeiterInnen der INNSE und leisten seit über einem Jahr Widerstand gegen die Schliessung unserer Fabrik. Rund um die Uhr, auch samstags und sonntags, halten wir das Werk besetzt. Wir sind entlassen worden, aber wir haben nicht aufgegeben. Solange der Betrieb und die ArbeiterInnen da sind, gibt es eine Möglichkeit, um die Arbeit wieder aufzunehmen. Alle sagen, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Lauter schöne Worte über eine aktive Arbeitspolitik, nun sollen sie ihr Können unter Beweis stellen.

Wir haben als Arbeiterinnen und Arbeiter der INNSE mit unserer Hände Arbeit vorgemacht, dass der Betrieb funktionierte und funktioniert, indem wir selbst die Produktion verwaltet haben, gegen den Willen des Besitzers, die Geschäftstätigkeit einzustellen. Wir haben das Werk von Juni bis September des vergangenen Jahres in Selbstverwaltung weitergeführt, bis wir auf Befehl des Richters die Fabrik verlassen mussten. Seit jenem Tag haben wir uns im Pförtnerhaus niedergelassen und sind nicht von dort gewichen. Verschiedene Käufer haben sich vorgenommen, die Fabrik zu erwerben. Der alte Besitzer jedoch hatte andere Interessen: Zusammen mit dem Grundstücksbesitzer wollte er das Werk räumen und alle Maschinen verkaufen.

Ein ganzes Jahr lang hat er immer wieder versucht, den Maschinenpark zu demontieren und liess sich dabei von den Ordnungskräften beschützen. Das ging soweit, dass die Arbeiter, die sich entgegenstellten, geschlagen und niedergeknüppelt wurden, so geschehen am 10. Februar 2009. Ein Tag, den wir nie vergessen werden. Seit jenem Tag haben alle begriffen, dass es sich die staatlichen Institutionen nicht leisten können, wegen einem solchen Schrotthändler das Gesicht zu verlieren, und sie haben ihm geraten, sich zurückzuhalten. Das hat jedoch nichts genützt, er hat damit begonnen, vier Maschinen zu verkaufen, und hat den neuen Besitzer in Begleitung des Gerichtsvollziehers geschickt, um mit der Demontage der Maschinen zu beginnen. Selbstverständlich haben wir sie zurückgewiesen. Selbstverständlich hat er sich auch über jene lustig gemacht, die auf verschiedenen Ebenen der staatlichen Institutionen nach einer Lösung suchen, damit bei INNSE die Produktion wieder aufgenommen werden kann. Selbstverständlich ist die Verfügung zur Demontage auf dem Tisch des Präfekten und des Polizeipräsidiums gelandet, an denen es nun liegt, darüber zu entscheiden, wann und wie diese mit Gewalt durchgesetzt werde.

In dieser Situation, Arbeiterinnen und Arbeiter der Provinz Mailand, bitten wir um Eure direkte Hilfe: Unsere einzige Kraft liegt in der Anzahl. Wir sind entschlossen zu verhindern, dass der Maschinenpark angetastet wird, solange die Tür für eine Wiederaufnahme der Produktion offen steht. Aber allein können wir das nicht schaffen. Hunderte von ArbeiterInnen, die beim nächsten Überraschungsangriff vor den Werkstoren stehen, werden alle davon überzeugen, dass es besser ist, von einer solchen Kraftprobe Abstand zu nehmen.

Arbeiterinnen und Arbeiter der Fabriken in der Provinz Mailand, wir bitten um Eure direkte Unterstützung, weil wir überzeugt sind, dass der Kampf bei INNSE nicht nur unser Kampf ist, sondern der Kampf aller ArbeiterInnen, die auf die Strasse gestellt worden sind, all jener ArbeiterInnen, die erpresst wurden und die Schliessung ihrer Fabrik erdulden mussten, die sich jedoch nicht damit abgefunden haben.

Wenn die INNSE stand hält, können auch alle andern Widerstand leisten, und die INNSE kann nur mit Eurer Unterstützung standhalten.

Bekräftigt eure Solidarität! Beteiligt euch an der Besetzung der INNSE!

Telefoniert an die Nummer (+39) 349 520 5238!

Der Betriebsrat der INNSE Milano Lambrate, 22. Juni 2009

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