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Hungerstreik auf Gewerkschaftsdach: Von der eigenen Gewerkschaft verraten und betrogen!

Am 15. Mai 2008 um 13:30 Uhr beschließt Gordon NcNeill das Dach des “Transport House” zu besteigen und einen Hunger- und Durst-Streik zu beginnen. Es ist das Dach der Hauptzentrale seiner Gewerkschaft »Transport and General Workers Union« (T&G) in der High Street in Belfast/Nordirland. Dass er sich ausgerechnet das Dach seiner Gewerkschaft ausgesucht hat, das wiederum hat seinen Grund. Er, Vertrauensmann und Ex-Flughafenarbeiter, fühlt sich von der Gewerkschaft T&G und der Dachgewerkschaft UNITE verraten und betrogen und sieht nun, mit Schulden beladen, krank und seiner Familie in Armut keinen anderen Weg mehr.

Hungerstreik auf GewerkschaftsdachWas ist geschehen?

6 Jahre zuvor wurde er zusammen mit 21 anderen Mitgliedern seiner Gewerkschaft von seinem Arbeitgeber, der Flughafensicherheitsfirma ICTS am Belfaster Flughafen, entlassen, weil sie 50 Pence mehr Stundenlohn wollten und gestreikt hatten. Und obwohl es ein offizieller Streik war, wurden die Entlassungen durchgezogen. Möglich war dies, weil offizielle Gewerkschaftsvertreter den Kündigungen zustimmten und mit der Betriebsleitung kollaborierten.
Es begann ein Prozeßmarathon, ein Kampf um Gerechtigkeit und zwar gegen den Arbeitgeber und gegen die eigene Gewerkschaft. Im September letzten Jahres konnte dann endlich ein Sieg errungen werden. Ein Belfaster Arbeitsgericht entschied, dass die Entlassungen unrechtmäßig seien und verurteilte den Arbeitgeber, die ICTS, zur Zahlung von über 200.000 Pfund. Viel Geld, das aber auch dringend gebraucht wird, um die Gerichtskosten und die Verteidiger zu bezahlen. Natürlich hat der Arbeitgeber gegen diese Entscheidung sofort Einspruch eingelegt und so floß bisher nicht ein Pence an die Kollegen. Und so sitzen sie nun auf einem Schuldenberg von über 200.000 Pfund, die Gesundheit hin, die Wohnungen und Häuser kurz vor der Zwangsräumung und hochverschuldet. Die Anwälte arbeiten auch nicht mehr weiter, und wenn kein Geld fließt, dann sieht es ohne juristische Vertretung im Berufungsverfahren sehr übel aus. Und was ist mit der Gewerkschaft, wird der geneigte Leser nun fragen? Nun, genau da liegt die Schweinerei. Diese lässt die Kollegen komplett im Stich. Die eigene Gewerkschaft, deren Offizielle den Kündigungen damals zugestimmt haben, weigert sich Prozeßkostenübernahme, auch in Nordirland übrigens ein wesentlicher Grundpfeiler gewerkschaftlicher Solidarität, zu gewähren. Offen werden die Kollegen angelogen. Seit Monaten sollen Zahlungen erfolgen, verspricht Tony Woodley, Generalsekretär von UNITE, nur passiert ist bisher nichts. Passiert ist allerdings, dass nach 5 Tagen Hunger- und Durst-Streik der Kollege Gordon NcNeill völlig entkräftigt und der Bewußlosigkeit nahe, von Hungerstreik auf Gewerkschaftsdach: Von der eigenen Gewerkschaft verraten und betrogen!Feuerwehrleuten vom Dach geholt wurde. Er liegt nun im Krankenhaus. Seinen Platz hat jetzt der Kollege Chris Bowyer, ebenfalls Vertrauensmann, übernommen, er hungert seit Montag. Sollte es ihm in Kürze ähnlich schlecht ergehen, wird wohl Madan Gupta, ebenfalls Vertrauensmann und von ICTS gekündigt, seinen Kampf auf dem Dach der eigenen Gewerkschaftszentrale beginnen müssen. Fakt ist auch: Die Kollegen brauchen dringend Solidarität. Weitere Informationen finden sich unter

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