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Frankreich: Der Kampf geht weiter! Globale Solidarität erbeten.

Während am Dienstag in Frankreich mehre Dutzend – nicht gemütliche Kundgebungen – sondern harte Blockade- und sonstige Absperrungsaktionen stattfanden (1), bereitet man sich auf die morgige Großdemonstration vor. Die Coordination Nationale Etudiante hat zu dieser Demonstration aufgerufen, und hat in ihrem Aufruf unter anderem darauf verwiesen, daß das durchschnittliche Berufseintrittsalter der Jugendlichen in Frankreich – was eine regelmäßige Arbeit betrifft - nunmehr bei 27 Jahren liegt. Um die notwendigen Beitragsjahre zusammenzubringen, „müßten wir also bis 67 Jahre arbeiten“. Und: „Jetzt wo die Jugendarbeitslosigkeit mehr als 20% beträgt, werden zusätzlich noch eine Million Arbeitsplätze blockiert.“ Einer „solidarische Pension“ für alle mit 60 Jahren wird gefordert. An dem Beispiel sieht man, angesichts der bereits über Jahrzehnte dauernden brutalen Prekarisierung in Frankreich, die Forderungen der Jugendlichen, der Arbeitslosen, Lohnabhängigen und Pensionisten konvergieren müssen. Von isolierten, standespolitisch beschränkten Forderungen nach „freier Bildung“ ist da nichts zu vernehmen.

Die (französische) CNT macht darauf aufmerksam, daß der MEDEF (der Unternehmerverband) mitgeteilt habe, der durch den Streik verursachte Verdienstentgang für die Unternehmen würde sich auf täglich 100 – 200 Millionen Euro belaufen. „Man trifft sie endlich dort, wo es ihnen weht tut, bei der Geldbörse nämlich“ bemerkt die CNT dazu (3) „Jetzt wo von den Lohnabhängigen der gesamtwirtschaftliche Prozeß gelähmt wird, beginnen sie Angst zu haben um ihre Finanzen.“
Die CNT ruft daher zu einer Verstärkung und Ausweitung der Kämpfe und Blockadeaktionen auf. „Das Kräftemessen zwischen den beiden Klassen zeigt sich jetzt voll. Wir müssen jetzt alle gewerkschaftlichen Kampfmittel einsetzen. … Der Sieg ist in Reichweite … ein Sieg der Unterdrückten über die Besitzenden, der Auswirkungen haben wird. Ein Sieg, der andere Siege nach sich ziehen wird. Wir können nicht mehr zurück. Seit Jahren haben wir nicht mehr ein solches Kräfteverhäöltnis zu unseren Gunsten gehabt, es wäre verantwortunglos, wenn die Bewegung jetzt den Rückwärtsgang einschalten würde.“
Heute wurde berichtet, daß einen jener Plapper-Talkshows in einer Sendung von France Inter, die fatal an das Fun-Fernsehen von Berlusconi erinnern, von DemonstrantInnen gestürmt und unterbochen wurde. Die Aktion kann man sich anhören (4). Etwa 50 Leute waren an der Aktion beteiligt. Es gelang ihnen, minutenlang einen Text mit politischen Analysen und Forderungen vorzulesen, dann wurde ihnen aber das Mikrofon abgedreht, und es ertönte eine süßliche Musik.
Zahlreiche ungewöhnliche Aktionen begleiten die Blockaden, so wurde eine private Versicherungsagentur besetzt, die vom älteren Bruder des Präsidenten geleitet wird. Die Aktion, an der hundert Leute teilnahmen, war von der CNT und der Gruppe Solidaires (deren wichtigster Bestandteil die z. T. trotzkistisch inspirierte Gewerkschaft SUD ist) durchgeführt.


(1) Un mardi parsemé de dizaines d’actions !
mardi 26 octobre 2010 (17h32)
 http://www.bellaciao.org/fr/spip.php?article109293
(2)  http://www.carte.cgt.fr/
(3) CNT communique
mercredi 27 octobre 2010 (18h26)
 http://www.bellaciao.org/fr/spip.php?article109415

(4) (audio) France Inter brièvement interrompue par des manifestants
mercredi 27 octobre 2010 (11h55)
 http://www.bellaciao.org/fr/spip.php?article109380

(5) Occupation de la boite d’assurance Malakoff Mederic
mercredi 27 octobre 2010 (14h52)
 http://www.bellaciao.org/fr/spip.php?article109399


Zwei Aufrufe zur Solidarität mit den Streikenden in Frankreich

Geschrieben von entdinglichung am 25. Oktober 2010

Quellen der nachfolgend dokumentierten Aufrufe Grève générale (in weiteren Sprachen bei Bataille Socialiste) und LabourNet … weitere Updates zur derzeitigen Bewegung in Frankreich hier, hier, hier, hier, hier und hier

Werktätige der Welt unterstützt den Streik der Arbeiter in Frankreich

Seit 6 Wochen agieren die französischen Arbeiter gegen die so genannte Renten’reform’. Bis zu 3,5 Millionen Menschen demonstrieren auf den Strassen; tausende von Unternehmen und Arbeitsplätzen werden bestreikt; täglich werden Strassen in allen wirtschaftlich wichtigen Zentren blockiert. Sehr imponierend ist der Streik in den Ölraffinerien, der eine Benzinkrise hervorrufen soll und von den französischen Arbeitern unterstützt wird.

In Frankreich zu streiken bedeutet, seinen Lohn zu verlieren, da hier weder Solidaritätskassen noch ein von den Gewerkschaften bezahlter Lohnausgleich zur Tradition gehören. Das ist einer der springenden Punkte beim Streik, denn zahlreiche Arbeitnehmer überlassen es deshalb denen anderer Sektoren, an ihrer Stelle zu streiken. Doch jetzt haben Gewerkschaften und Gruppen der Arbeiterbewegung begonnen, zu einem Solidaritätsfonds aufzurufen, damit der Streik Wochen und, wenn nötig, Monate dauern kann.

Sarkozys Regierung will eine Blockade der Benzinversorgung und eine totale Lahmlegung der Wirtschaft verhindern. Dazu benutzt er alle Mittel, darunter auch den Import von Treibstoff. Die belgische Gewerkschaft CGSP hat schon erklärt, dass sie zum Streik aufrufen wird, um jeden Versuch, Benzinexporte aus Belgien oder auf der Durchfahrt durch Belgien zu stoppen, um die französischen Arbeiter im Kampf gegen Sarkozys Regierung zu unterstützen.

In Brasilien und England haben Arbeiter aus Solidarität mit den französischen Arbeitern Demos vor den französischen Botschaften organisiert, Organisationen haben ihre Solidarität schriftlich zum Ausdruck gebracht. Es ist wichtig, eine internationale Solidarität zu organisieren, da unsere Klasse überall dieselben Kämpfe führt.

Deshalb rufen wir weltweit die Organisationen der Arbeiterbewegung auf,

  • ihre Solidarität mit der Streikbewegung in Frankreich zum Ausdruck zu bringen
  • Demos vor den Botschaften, Konsulaten und französischen Unternehmen zu organisieren
  • zum Streik aufzurufen gegen jeden Versuch, Öl nach Frankreich auszuführen und die Ausfuhr zu blockieren
  • die streikenden Arbeiter in den wirtschaftlich strategisch wichtigsten Sektoren (z.B. Ölraffinerien) finanziell zu unterstützen

Arbeiterkommunistische Initiative (Initiative Communiste-ouvrière) – www.communisme-ouvrier.info
E-mail : contact@communisme-ouvrier.info – (00 33) 6 17 56 01 74
Workers Party in America – www.workers-party.com
Red Star Society of the United States – www.redstarsociety.com

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Rentenreform in Frankreich: Aufruf zur materiellen Solidarität mit den Streikenden

Dieser Aufruf wurde auf der Seite www.mediapart.fr veröffentlicht.
Übersetzung durch Daniel Bonnard.

Der soziale Protest gegen die Rentenreform weitet sich aus. Trotz ihrem Massencharakter und der Aktionseinheit werden die Demonstrationen allein die Herrschenden nicht zur Rücknahme ihres Gesetzespakets zwingen. Deswegen suchen Streikende und Bürger_innen nach alternativen Aktionsmitteln, um sich Gehör zu verschaffen. Auch wenn die Nationalversammlung und der Senat diese Reform beschließen, ändert sich nichts daran. Denn wenn die Abgeordneten diese ungerechte und unrechtmäßige Reform gegen den Bevölkerungswillen verabschieden, missachten sie Grundprinzipien der Demokratie.

Jeden Tag wird die Zahl der Lohnabhängigen und Bürger_innen in vielen großen, mittleren und kleinen Städten Frankreichs größer, die sich zum Widerstand gegen die Regierungspolitik entscheiden: Lehrer_innen, Schüler_innen, Studierende, Lkw-Fahrer_innen sowie Beschäftigte der SNCF, der Flughäfen, der Raffinerien und Häfen. Es wird möglich, das Wirtschaftssystem des gesamten Landes lahm zu legen.

Hier spielt Geld eine strategische Rolle. Es ist notwendig, den Streikenden zu helfen, damit sie durchhalten können, um diese ungerechte und niederträchtige Reform zu bekämpfen. Wer nicht streiken kann, hat die Möglichkeit, durch finanzielle Unterstutzung Solidarität zu zeigen, selbst mit bescheidenen Beiträgen. Bereits gibt es zahlreiche Initiativen dieser Art, sie sollen aber weiter ausgeweitet werden.

Wir rufen alle dazu auf, die in der Streikbewegung involvierten Gewerkschaften mit Spenden zu unterstützen.

Die Seite Solidaires pour une grève efficace (Solidarisch für einen wirksamen Streik) ( http://bizimugi.eu/grevesolidaire ) verzeichnet schon manche ähnliche Initiativen. Es besteht die Möglichkeit, neue Initiativen zu melden. Wir rufen zudem die Bürger_innen, die diese Reform ablehnen, dazu auf, sich mit den Gewerkschaften ihrer Region in Verbindung zu setzen.

Folgende Gewerkschaften rufen bereits zur Solidarität auf: la Fédération Nationale des Industries Chimiques (FNIC-CGT, case 429, 263 rue de Paris, 93514-Montreuil), SUD-Chimie (6 rue Louis Blanc, 76000-Rouen), les syndicats de Total (Coordination CGT Total, Christine Kipfer, A0102, 24 cours Michelet, La Défense 10, 92069 Paris La Défense Cedex), (SUD-Rail (17 bd de la Libération, 93200-Saint-Denis), la CGT-Cheminots (263 rue de Paris, 93514-Montreuil), la CFDT Route (FGTE-CFDT-UFR, 47-49 avenue Simon Bolivar, 75019-Paris)

Gemeinsam haben wir die Macht, die Arroganz und die Menschenverachtung der Regierung scheitern zu lassen.

21 Oktober 2010. Unterzeichnet durch Aktivist_innen von Gewerkschaften, Vereinen und linken politischen Organisationen, u.a.: Clémentine AUTAIN (FASE), Jean-Jacques BOISLAROUSSIE (Alternatifs), Benoît BORRITS (Alternatifs), Pierre CONCIALDI (ATTAC), Marie COSNAY, Thomas COUTROT (ATTAC), Leïla CHAIBI (l’Appel et la Pioche), Michel HUSSON (ATTAC), Jean-Vincent JEHANNO (Conseiller Régional Rhône-Alpes PG), Adrien KEMPF (« Grève solidaire »), Christine KIPFER (Coordination CGT Total), Frédéric LORDON (ATTAC), Abdel MABROUKI (Stop Précarité), Xavier MARCHAND (FASE), André MARTIN (co-animateur du site http://www.retraites-enjeux-debats.org/ ), Evelyne PERRIN (AC !, FASE)…


mehr Infos:

Die Häfen

Fotos Le Havre 17.10.2010 :

http://engreve.wordpress.com/2010/10/17/35-000-manifestant-e-s-au-havre-on-n%E2%80%99est-pas-fatigues-on-continue/

http://engreve.wordpress.com/2010/10/19/affrontements-au-havre/

http://www.havredegreve.org

http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/le-port-de-commerce-de-toulon-bloque-par-des-manifestants/

Weiterhin im Streik alle Raffinerien (entgegen den Beteurerungen Sarkos und der Medien),

http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/les-raffineries-ne-redemarreront-pas/

Viele Schulen (Blockade mit Bahnarbeitern http://engreve.wordpress.com/2010/10/23/romilly-sur-seine-lyceens-et-cheminots-toujours-mobilises/)

Unis

http://engreve.wordpress.com/category/luttes-greves-et-mobilisations/par-secteurs-dactivite/lyceens-et-etudiants/,

http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/la-fac-bloquee-jusqu%E2%80%99a-jeudi/

http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/nouveau-blocage-a-la-fac-de-caen-les-cours-suspendus/

Chemiebetriebe (Generalstreiktag 19.10: http://engreve.wordpress.com/2010/10/24/carte-de-france-des-greves-dans-la-chimie/#comment-266),

Bahn (z. B. Paris-Gare de l’Est Streik seit 12.10.; öff. Verkehrsmittel, (z. B. gestern morgen Lille TGV und Busse http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/lille-lun-des-trois-depots-de-bus-de-transpole-a-ete-bloque-ce-matin-a-sequedin/; SchülerInnen blockieren Bahnhof Brest http://brest.letelegramme.com/local/finistere-nord/brest/ville/brest-29-les-manifestants-levent-le-blocage-de-la-gare-diapo-21-10-2010-1090482.php)

Paris U-Bahn heute morgen http://www.hns-info.net/spip.php?article26490

Feuerwehr

http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/les-pompiers-de-seine-maritime-en-greve/

Müllabfuhr und Müllverbrennung (Paris, Marseille, Belfort, St. Brieuc … ) http://engreve.wordpress.com/2010/10/24/retraites-le-plus-grand-centre-de-traitement-des-dechets-deurope-a-larret/

http://engreve.wordpress.com/2010/10/22/greve-des-eboueurs-a-saint-brieuc/

Stomversorgung (vorgestern Stromabschaltung Tourcoing, Nord-Pas de Calais http://engreve.wordpress.com/2010/10/25/tourcoing-mouvement-social-rues-plongees-dans-le-noir-ce-soir/) sind bestreikt oder werden blockiert.

Mehrere AKWs ( http://engreve.wordpress.com/2010/10/18/la-centrale-nucleaire-de-flamanville-vote-la-greve/),

UMP-Büros werden gestürmt, eingemauert oder mit Müll (Müllstreik !) blockiert (UMP Besançon : http://cgtaddsea.wordpress.com/2010/10/23/deux-permanences-de-lump-murees-dont-celle-de-longuet/, http://engreve.wordpress.com/2010/10/26/des-ordures-deposees-devant-le-siege-du-medef-a-marseille)

Wilde Zug- und Autobahn-Blockaden

Blockade Grenze nach Belgien 27.10. : http://engreve.wordpress.com/2010/10/27/blocage-des-camions-a-la-frontiere-les-syndicats-sambriens-restent-mobilises/

Blockaden von Industriezonen,

Blockade Boulogne 23.9.: http://oclibertaire.free.fr/spip.php?article824

Konsumtempeln,

Virgin Megastore Rennes 29.9. http://nantes.indymedia.org/article/21735

Shopping Center Rennes 2.10. und 12.10.

http://nantes.indymedia.org/article/21746%22

http://nantes.indymedia.org/article/21841

Autobahn-Mautstellen werden besetzt und die Autobahn zeitweise kostenlos ( http://cgtaddsea.wordpress.com/2010/10/23/montbeliard-operation-gratuite-au-peage-de-saint-maurice),

Fahren im Schneckentempo

Autobahnen, Brücken, Strassen werden blockiert durch (operation escargot) http://nantes.indymedia.org/article/21760

Generalstreik

Der volle Generalstreik ist jedoch begrenzt auf die Aktionstage, die nächsten sind morgen Do, 28.10. (Karte http://www.carte.cgt.fr/) und am 4. November.

Weitere Infos :

http://engreve.wordpress.com

http://www.hns-info.net

http://www.7septembre2010.fr

http://juralibertaire.over-blog.com

http://grenoble.indymedia.org

http://toulouse.indymedia.org

http://paris.indymedia.org

http://nantes.indymedia.org

http://www.havredegreve.org

Sehr schöne Fotos :

http://boston.com/bigpicture/2010/10/france_on_strike.html

Auch die ArbeiterInnen im Zoo wehren sich: http://engreve.wordpress.com/2010/10/25/actions-au-zoo-de-lille/

Film von Besetzungsaktion

GenossInnen der beiden Gewerkschaften CNT und Solidaires (links-pluralistische, klassenkämpferische Basisgewerkschaft) haben heute die Zentrale der von Präsident Sarkozys Bruder Guillaume verwalteten privaten Rentenversicherung „Malakoff Médéric“ besetzt, kurzer Bericht nebst Film hier: … http://juralibertaire.over-blog.com/article-la-cnt-squatte-chez-guillaume-sarkozy-59778731.html

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