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Dokumentation: Massive Vorwürfe gegen Polizeihundeschule

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen schwerer Vorwürfe gegen die Polizeihundeschule Herzogau in der Oberpfalz. Nach Zeitungsberichten sollen junge Beamte und Beamtinnen bei Abschlussfeiern erniedrigt und sexuell gedemütigt worden sein. Vor allem Frauen seien immer wieder Ziel von Übergriffen gewesen.

Polizeihund © dpa
So sollen junge Polizistinnen an Stachelhalsbändern auf allen Vieren durch die Kantine der Hundeschule geführt oder mit Elektrohalsbändern traktiert worden sein. Andere seien gezwungen worden, auf Knien Bier aus einer Schüssel zu trinken, die im Schoß eines Ausbilders stand. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Ruckdäschel gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte, ist die Grundlage der Vorwürfe ein achtseitiges Schreiben eines anonymen Autors. Der Brief ging am vergangenen Wochenende bei der Behörde ein. Nach umfangreicher Prüfung wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, da Anhaltspunkte für Straftaten wie Nötigung oder Beleidigung zu erkennen seien.
Fassungslosigkeit über Folter-Vorwürfe
Die anonymen Vorwürfe sind drastisch. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt. Die Anwohner sind fassungslos. Ein Bericht von Thomas Muggenthaler. (Bayernmagazin, Bayern 1, 30.10.2007, 2:36 min)

Anonymer Insider

Der anonyme Autor gibt als Grund für seine Anonymität an, ihm sei mit Repressalien gedroht worden, zum Teil seien sie bereits erfolgt. Er geht in dem Papier auch auf den schlechten Bauzustand der Hundeschule ein, die einst von der SS als Erholungs- und Fortbildungsstätte genutzt wurde. Vor diesem Hintergrund sollen Ausbildungsleiter neue Hundeführer schon mal damit begrüßt haben, dass schon "richtige Männer" in den Betten gelegen hätten. Zudem soll es zu Alkoholexzessen und Prügeleien gekommen sein. Angeblich sollen in der Polizeieinrichtung mit Wissen der Behördenleitung auch Prostituierte aus dem nahen Tschechien verkehren.

Weiterer Vorwurf: Tierquälerei mit Würgeschlingen

Auch die Tiere in der Hundeschule sollen mit geschliffenen Halsbändern oder Würgeschlingen drangsaliert, geschlagen und mit Wurfgeschossen gequält worden sein. Polizei und Innenministerium bestätigten ihrerseits interne Ermittlungen. Der Präsident der Bereitschaftspolizei sei beauftragt worden, die gravierenden Anschuldigungen intern zu überprüfen und aufzuklären, teilte Ministeriumssprecher Karl Michael Scheufele am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet, um die Vorwürfe möglichst schnell aufzuklären.

Renovierung 2009

Das Innenministerium kennt den schlechten Zustand der Schul-Gebäude in Herzogau - das Geld für die Sanierung sei bewilligt und die Renovierung werde 2009 starten.

Parlamentarisches Nachspiel

Die SPD will die anonymen Vorwürfe gegen Ausbilder der Hundeschule im Innenausschuss des Landtags thematisieren. Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Schuster wies darauf hin, dass das Schreiben wegen der geschilderten unglaublichen Vorfälle nicht ignoriert werden könne. Er fordert das Ministerium auf, die Hintergründe aufzuklären.

Quelle: BR

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