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Dokumentation: Streik bei Wohlthatscher Buchhandlung

Die Beschäftigten der Wohlthatschen Buchhandlungen in Berlin/Brandenburg kämpfen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und lassen sich auch von direkten Repressionen der Geschäftsleitung nicht einschüchtern.
Dokumentation: Streik bei Wohlthatscher Buchhandlung

what time is it? it's time to strike (back)

Die Beschäftigten der Wohlthatschen Buchhandlungen in Berlin/Brandenburg kämpfen für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und lassen sich auch von direkten Repressionen der Geschäftsleitung nicht einschüchtern.
David gegen Goliath.
Seit nunmehr über zwei Monaten befinden sich die Beschäftigten der Wohlthatschen Buchhandlungen in Berlin und Brandenburg im Streik. Sie weigern sich das neue Geschäftsmodell des Unternehmens mitzutragen. Seit November 2009 erhielt ein Viertel aller Mitarbeiter eine Kündigung. Die verbliebenen Mitarbeiter sollen die Arbeit der anderen übernehmen. Konkret heißt das von früh bis spät und häufig allein in einer der Filialen zu stehen. In kurzen Pausen oder bei Toilettengängen sollen laut Geschäftsleitung der Wohlthatschen Buchhandlung vertrauenswürdige Kunden die Kasse und Bücher beaufsichtigen. Für Fehlbeträge haften die Mitarbeiter.

Um die unhaltbaren Arbeitsbedingungen wenigstens ein wenig zu verbessern, fordern die Beschäftigten einen Mantel- und Entgelttarifvertrag. Der Arbeitgeber verzögert die Verhandlungen und hält die Mitarbeiter hin. Um ihren Forderungen nach menschenwürdiger Arbeit Nachdruck zu verleihen, wurden im Dezember immer wieder Filialen der Wohlthatschen Buchhandlung bestreikt. Die Beschäftigten gleichzeitig mit "arbeitsrechtlichen Konsequenzen" bei nicht beim Arbeitgeber persönlich angemeldeter Streikteilnahme unter Druck gesetzt. Erst ein Richterspruch konnte die Geschäftsleitung von der Illegalität ihres Tuns überzeugen. Die Geschäftsleitung ist nun stets persönlich vor Ort. Es wird fotografiert und abgefilmt, Namen werden notiert, Hausverbote ausgesprochen. Mit scharfer Zunge und direktem körperlichem Einsatz geht der Geschäftsführer gegen seine eigenen Mitarbeiter vor.

Die Beschäftigten wehren sich dagegen, dass auf ihrem Rücken und denen der Kunden noch mehr Umsatz für das Unternehmen erwirtschaftet werden soll. Sie fordern FAIRE ARBEIT und FAIREN LOHN.
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