Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Die Gottespest

Die Gottespest

Rechtzeitig zu Weihnachten gleich zwei Meldungen zum Thema GOTT. Die erste Betrifft (leider nur) die Evengelische Kirche: Seit 1990 über 4 Millionen Austritte Die zweite Betrifft das DaDa-Web: Johann Most's "Die Gottespest" jetzt als Podcast zum Download bereit

EKD: Seit 1990 über 4 Millionen Austritte


Die Mitgliederzahl der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist von 29,7 Millionen im Jahr 1990 auf 25,4 Millionen im Jahr 2005 gesunken. Das ist ein Mitgliederschwund von 4,3 Millionen. (23.11.2007)



"Die Gottespest" von Johann Most


"Die Gottespest" von Johann Most. Gelesen von Wolfram Haack

Johann Most, der Autor der "Gottespest"
Johann Most, der Autor der "Gottespest"

Download MP3 | Hilfe | DadA-Podcast Startseite
Laufzeit: 40:01:00 min. • Größe 27.55 MB (also etwas Geduld beim Download!) • Sendung vom 18.12.2007 • DadA-Podcast, Nr. 1 • Produziert mit freundlicher Unterstützung von Radio Chiflado • © Copyright by DadAWeb.de und Wolfram Haack.

Johann Most (1846-1906) war ein Feuerkopf. In der deutschen Arbeiterbewegung der 1870er und 1880er Jahre gab es keinen Agitator, der ihm an Leidenschaft und Courage gleichgekommen wäre. Sein rastloses Leben begann mit einer bitteren Kindheit und endete in trüber Isolation.

Nach einer Buchbinderlehre und anschließenden Wanderjahren schloss sich Johann Most Ende der 1860er Jahre der sozialistischen Bewegung an. Anfang der 1870er Jahre war er Redakteur und Herausgeber sozialdemokratischer Zeitungen in Chemnitz, Mainz und Berlin. 1874 wurde er zum ersten Mal in den Reichstag gewählt. Zum behäbigen Funktionär war Johann Most jedoch nicht geschaffen. Seine politischen Ansichten und sein hitziges Temperament trugen ihm in seinem Leben immer wieder Verfolgungen ein. Die Immunität, die er als Abgeordneter genoss, half ihm da wenig. Auf eine Rede hin, die er zum Andenken an die Pariser Kommune hielt, wurde er 1874 wegen Majestätsbeleidigung und Gotteslästerung zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Atheismus machte Most zum Buhmann der Öffentlichkeit, besonders seitdem er, ganz im Gegensatz zur Parteilinie, den Massenaustritt aus den Landeskirchen propagiert hatte.

Titelillustration der Zeitschrift "Der Gegner" (1921)
Titelillustration der Zeitschrift "Der Gegner" (1921)
Als im Oktober 1878 in Deutschland das Sozialistengesetz erlassen wurde, wurde Most aus Berlin ausgewiesen. Er musste Deutschland verlassen und es folgte ein lebenslanges Exil. Erst emigrierte er nach Frankreich, dann nach England und schließlich in die USA. In allen seinen Exilländern eckte er mit seiner revolutionären Propaganda bei der Obrigkeit an und handelte sich immer wieder neue Haftstrafen ein. Most entwickelte sich in der Emigration zum militanten Anarchisten und wurde einer seiner prominentesten deutschen Repräsentanten.

Most blieb bis Ende seines Lebens ein radikaler Atheist und hat diverse antireligiösen Pamphlete geschrieben. Die berühmteste seiner Schriften ist die 1883 in New York erschienene "Gottespest", die seitdem in unzähligen Auflagen und Übersetzungen erschienen ist. In der "Gottestpest" setzt sich Most mit der Religion im allgemeinen auseinander. Und er macht dies in dem für ihn so typischen derben humorvollen Stil. Gelesen wird die "Gottestpest" von dem Schauspieler, Regisseur und Nachrichtensprecher Wolfram Haack.

Artikelaktionen

Navigation
Anmelden


Passwort vergessen?
« März 2017 »
März
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031