Der Kapitalismus scheint am Ende. Was macht der DGB? Er redet darüber anstatt zu kämpfen
Seit längerem vergeht kein Tag ohne eine weitere (Schreckens-)Meldung zur aktuellen Krise des Kapitalismus. In der Autobranche ist bei allen großen Firmen Kurzarbeit angesagt, also Lohnkürzung. Leiharbeiter werden entlassen und der Druck auf jeden einzelnen „Normal-“Arbeitnehmer nimmt zu, auch das Mobbing unter den Beschäftigten. Aktionen gegen diese Entwicklung war vom DGB bisher nicht zu vermelden. Jetzt aber bewegt sich der DGB: Er will diskutieren.
Typisch für den DGB sind die Fragen, die beim Kongress beantwortet werden sollen. Da geht um „Mitbestimmung“ sowie einem starkem Staat, der den Kapitalismus zügeln soll und für alle hohe soziale Standards bietet. Und natürlich darf die Forderung nach einer gerechten „Einkommens- und Vermögensverteilung“ nicht fehlen. Ist ja nicht so, dass man dies bspw. durch Streiks erreichen könnte.
Im Moment macht der DGB seine Politik aber weiter wie bisher. DGB-Betriebsräte vereinbaren Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit und schließen Betriebsvereinbarungen ab (hat Lohnkürzung zur Folge), damit trotz der Krise alles so bleiben kann wie bisher ohne dabei durch die Krise mal was neues zu versuchen.