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Das Prekärtariat

Zwei Artikel aus der TERZ zum Thema. In dem einen geht es recht ausfürlich um die prekäre Situation in der Weiterbildung. Der zweite liefert einen kleinen Einblick in andere Branchen.

Prekäre Weiterbildung

Prekäre Beschäftigung in der Weiterbildung oder was euren VolkshochschullehrerInnen zum Leben übrig bleibt.

Was ist eigentlich Weiterbildung, oder konkreter, was ist hier damit gemeint? Bei Weiterbildung geht es hier um das weite, wenn nicht gar riesige Feld jeglicher institutionalisierter Bildung, also Kurse, die man aus persönlichem, politischem oder arbeitsrelevantem Interesse besucht. Informelle Weiterbildung, also alles, was man sich selbst beibringt durch Lesen, Leben, Zuhören usw. steht auf einem anderen Blatt.

Denn in der hier gemeinten Form von Weiterbildung arbeiten Menschen und werden dafür bezahlt - und darum geht es. Nur ein paar Beispiele, wo man WeiterbildnerInnen antreffen kann: DozentInnen an der VHS, Lehrbeauftragte an der Uni, DozentInnen an Sprach-, Wirtschafts- oder sonstigen Schulen, DozentInnen in Integrationskursen, DozentInnen in Firmenkursen und -trainings, MitarbeiterInnen von Museen und Gedenkstätten ... In Düsseldorf sind große Arbeitgeber z.B. die VHS Düsseldorf, die Heinrich-Heine-Uni, die Fachhochschule, die ASG, die AWO ... Weiterhin gibt es unzählige kleine private Schulen, besonders für Sprachen, guckt euch z.B. mal in Bahnhofsnähe aufmerksam um ... Denkt außerdem auch an die durch die ARGE vermittelten Maßnahmen wie Integrationskurse, Kurse zu Bewerbungstraining u.v.m.

Honorarkräfte

So divers das Feld der Beschäftigung und Aufgaben auch ist, die allermeisten eint eine Tatsache: Sie sind Honorarkräfte, auch genannt Freiberufler oder Selbstständige. Prinzipiell ist an der Arbeit als Honorarkraft nichts auszusetzen, außer es geht zu Lasten der so Beschäftigten - und genau das ist es, was schon lange und verstärkt passiert. Viele Volkshochschulen und privaten Bildungseinrichtungen kündigen immer mehr Angestellten und stellen sie anschließend mit Honorarverträgen wieder ein - natürlich nicht zu denselben Bedingungen. So wie freiberufliche Arbeitsverhältnisse mehrheitlich gestaltet sind, nutzen sie nur dem Auftraggeber. Ein solches Arbeitsverhältnis bedeutet nämlich geringe oder keine Kündigungsfrist (bei einer Schule, an der ich arbeite, beträgt die Frist einen Tag), absolut keine Auftragssicherheit (kommt ein Kurs nicht zustande, hat man eben keinen für den entsprechenden Zeitraum), was unweigerlich zu einer absoluten Planungsunsicherheit führt. Denn ob ein Kurs (eine Maßnahme etc.) zustande kommt, entscheidet sich meist erst am Tag des Kursbeginns oder gar erst in der ersten oder zweiten Kurswoche, und dann ist es den WeiterbildnerInnen natürlich nicht mehr möglich, sich etwas anderes für sofort zu suchen. Und sucht man sich dann für die Zukunft etwas anderes (sprich: zusätzliches), steht man wieder für den ersten Auftraggeber nicht zur Verfügung. Dies ist einer der Gründe für die weit verbreitete Mehrfachbeschäftigung - man sucht sich mehrere Auftraggeber, um sicher zu gehen, irgendetwas zu haben, möchte dann aber oft aus Angst, den Job auf Dauer wieder zu verlieren, keinem absagen - dies führt schnell zu einer Arbeitswoche von 30 Unterrichtsstunden. Zum Vergleich und zur realistischen Einschätzung: Eine volle LehrerInnenstelle an einer "normalen" Schule liegt bei 26 bis 28 Unterrichtsstunden, was einer vollen Stelle in anderen Berufen entspricht.

Ein Rechenexempel

Hier nun ein konkretes Beispiel zur finanziellen Situation einer "Honorardozentin":
An zwei der Einrichtungen (VHS Düsseldorf, private Sprachenschule), an denen ich arbeite, erhalte ich 19 € brutto pro Unterrichtsstunde (= 45 min). Der Beitrag zur Krankenversicherung liegt bei 14,3 %, zur Pflegeversicherung bei 2,2 %, zur Rentenversicherung bei 19,9 %, insgesamt also 36,4 %. Einen Arbeitgeberanteil gibt es nicht, so dass allein durch Abzug der Beiträge für diese drei Versicherungen nur noch 13,93 € erhalten bleiben. Hiervon müssen gezahlt werden:

  • Steuern
  • Büro- und Unterrichtsmaterial, Fachliteratur
  • Büroausstattung (Rechner, Internet, Telefon, Rechnerzubehör wie Druckerpatronen)
  • Fahrtkosten und Fahrzeug
  • gewerkschaftliche o. ä. Beiträge und/oder weitergehende Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Krankentagegeld...)
  • Rücklagen
  • Miete, Strom, Gas

Im Jahr 2008 blieben mir so bei Vollbeschäftigung 841 € pro Monat übrig - und damals habe ich noch nicht mal Rentenversicherung gezahlt ... Das tue ich jetzt und bin bei meiner Meldung mit über 8000 € Schulden dort eingestiegen. Hierbei muss ich anmerken, dass 19 € noch gut sind im Vergleich zu den 12 €, die viele KollegInnen in insbesondere Integrationskursen verdienen.

Vollzeit-Prekariat

Es ist weiterhin Fakt, dass eine hauptberuflich tätige Honorarkraft die Woche voll hat: Ich selbst habe im letzten Semester 29 Stunden unterrichtet. Bei 29 Unterrichtsstunden jedoch, mit teilweise schwierigsten Arbeitsbedingungen und vielen und teils langen Wegen (bei mir z.B. Arbeit an vier verschiedenen Standorten, wobei der Kopierer der VHS an einem fünften, nämlich im WBZ steht, ich dort aber nicht unterrichte), dabei noch zusätzlicher und gleichzeitiger Suche nach neuen Kursen und Auftraggebern, bleibt nicht viel Zeit für was auch immer übrig. Das Aufsichnehmen eines solchen Arbeitspensums grenzt außerdem an Selbstausbeutung (vgl. Dobischat S.12)

Vor- und Nachbereitungszeiten, die über 15 Minuten (im Normalfall wird pro Stunde bezahlt, die sich dann aus 45 Min. Unterricht und 15 Min. Vorbereitungszeit zusammensetzt) hinausgehen, werden nicht vergütet, außerdem auch kein Unterrichtsausfall, keine teils langen Anfahrtszeiten, keine Team-Besprechungen und -Konferenzen, keine Beratungszeit. Es gibt keine Unterstützung zu Fort- und Weiterbildung, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Es besteht die Pflicht, sich in der Deutschen Rentenversicherung zu versichern - ohne Alternative. Es gibt weder eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall noch bezahlten Urlaub. Und dabei kann ich mir nicht einmal aussuchen, ob ich Urlaub machen möchte: In den Semester- und Schulferien gibt es meist einfach keine Kurse und KANN ich einfach kein Geld verdienen.

Es bewegt sich etwas

Darum gibt es in den letzten Jahren teils zaghafte, teils immer stärker werdende Bewegungen in den Gewerkschaften, aber auch außerhalb dieser. An immer mehr Orten raffen sich Betroffene auf und schließen sich zu Netzwerken zusammen, versuchen, auf ihre Situation aufmerksam zu machen, schreiben Briefe an Gewerkschaften und PolitikerInnen, stellen Forderungen auf und schreiben Resolutionen. Diese Versuche sind besonders zu würdigen, da aufgrund der prekären Lage, in der sich die meisten befinden, selten Kraft und Zeit für Arbeitskampf übrig bleibt. Außerdem besteht bei sehr vielen die Angst, sobald sie etwas gegen oder auch nur über ihren Träger oder die Einrichtung, bei der sie arbeiten, kundtun, könnten sie ihren Job verlieren. Bisher haben alle diese Bestrebungen nur wenig Erfolg nach außen gezeitigt, es ist jedoch ein stärkeres Selbstbewusstsein und Selbstverständnis, also eine Stärkung nach innen, zu spüren, was als Basis für die weitere Arbeit durchaus wichtig ist. Die Gewerkschaften hatten es zwar geschafft, einen Mindestlohn für die Weiterbildungsbranche durchzusetzen, der ist aber erst kürzlich wieder gekippt worden. Zudem galt er nur für die Festangestellten, in diesem Bereich eine Minderheit.

Art und Radikalität der Forderungen gehen auch stark auseinander: Es gibt Forderungen nach mehr Mitteln für die Weiterbildung (die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangt, 1 % des Landesbildungshaushalts für Weiterbildung zu verwenden, was den Betrag verdoppeln würde), wobei auch klargestellt wird, dass Geld allein nicht alles ist und nicht das einzige sein darf, worauf sich die Politik konzentrieren muss. Mehr finanzielle Mittel schaffen erst einmal nur die nötigen Spielräume für einen weiteren Erhalt und Aufbau des Bereiches. Neben der Finanzierung muss auch die öffentliche Wertschätzung des Berufes der WeiterbildnerInnen und der von ihnen geleisteten Arbeit stehen. Weiterbildung muss ein wichtiges Thema im gesellschaftlichen Diskurs und Finanzierung sowie Organisation derselben müssen staatlich/öffentlich bleiben, will man - wie propagiert und gewünscht- tatsächlich alle Menschen erreichen und allen Menschen Weiterbildungsangebote jeglicher Art zugänglich machen. Weiterhin will man mehr tarifliche Beschäftigung und einen Tarifvertrag/Branchentarifvertrag. Andere fordern zumindest Zeitarbeitsverträge pro Kurs/Maßnahme, was wenigstens für die Dauer dieser Tätigkeit soziale Absicherung bedeuten würde. Wieder andere fordern Festanstellungen. Auch wird nach einem Mindesthonorar verlangt, am besten in Kombination mit einem Beschäftigungsverhältnis nach dem "Berliner Modell", bei dem ein Fonds eingeführt wird, der z.B. den Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungen hauptberuflicher Honorarkräfte trägt.

Prekäre Integration

Die Heuchelei seitens der Politik zeigt sich insbesondere in den Integrationskursen. Diese als Einrichtung an sich schon zu kritisierende Maßnahme wird verordnet vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), und zwar den meisten MitbürgerInnen, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Was gut klingt ("die Menschen dürfen umsonst Deutsch lernen") hat so einige Pferdefüße. Einer ist, dass das BAMF nicht der direkte Arbeitgeber ist, was fast unweigerlich zur Festanstellung der in Integrationskursen Tätigen führen müsste, da diese meist nur diesen einen Auftraggeber haben und auch meist lange Zeit für ihn tätig sind. Nein, das BAMF schreibt natürlich die Kurse aus und vergibt sie an alle möglichen privaten und kommunalen Arbeitgeber, die dann die Lehrenden häufig zu Dumpinghonoraren beschäftigen. Die Lage der betroffenen Lehrkräfte, insbesondere in Integrationskursen, ist also aus den genannten und noch weiteren Gründen äußerst prekär und die Qualität der Kurse leidet unter der schlechten Bezahlung und der geringen Wertschätzung der Unterrichtenden (Dobischat 2009, S. 18).

Aber was für Leute sind das, die sich so für dumm verkaufen lassen? Es sind Leute, die denken, dass die Arbeit, die sie leisten, sehr sinnvoll ist, die ihre Arbeit extrem gern tun und nichts anderes für ihr täglich Brot tun möchten. Es sind zum allergrößten Teil ausgebildete AkademikerInnen mit Erstem oder Zweitem Staatsexamen, Magister/Diplom in Erwachsenenbildung, Deutsch als Fremd- und/oder Zweitsprache oder aus anderen Fächern (Ingenieure, Politik, Geschichte...) mit diversen Zusatzausbildungen/-qualifikationen und häufig guten Fremdsprachenkenntnissen. Besonders für die Arbeit in Integrationskursen oder anderen staatlich verordneten Maßnahmen ist zudem ein gewisses Maß an sozialpädagogischen und psychologischen Fähigkeiten nicht nur von Nutzen, sondern wird auch oft in Stellenausschreibungen gefordert.

In der Weiterbildung tätig zu sein ist eine Entscheidung aus freiem Willen. Es ist eine berechtigte Entscheidung, es wird ein wichtiger Beruf ausgeübt. Es muss Menschen geben, die in diesem Bereich arbeiten und auch gern arbeiten. Es muss den in diesem Bereich Tätigen freigestellt sein, ob sie freiberuflich oder fest angestellt sein möchten. In keinem Fall jedoch darf die Arbeit in der Weiterbildung zu Prekarisierung und Altersarmut führen.

ALEXANDRA VON HUMBOLDT

Literatur:
Dobischat, Rolf; Fischell, Marcel; Rosendahl, Anna (2009), Beschäftigung in der Weiterbildung. Prekäre Beschäftigung als Ergebnis einer Polarisierung in der Weiterbildungsbranche?, Gutachten im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung.

Prekär, prekär

Die zunehmende prekäre Beschäftigung in der Weiterbildung war in der Juni-TERZ Thema. Auch in anderen Bereichen schreitet die Prekarisierung voran.

Beispiel Pflege. Zwar konnte ein gesetzlicher Mindestlohn erstritten werden, der zum 1. August in Kraft tritt, der ist jedoch minimal (7,50 Euro Ost; 8,50 Euro West), und wird zudem für viele nicht gelten. Private Unternehmen oder "Vermittlungsagenturen" unterlaufen den Tarif, indem sie Pflege als "Haushaltshilfe" deklarieren oder "Betreuungskräfte" anbieten. Viele kommen aus Osteuropa, verfügen über Erfahrungen und Abschlüsse in der Krankenpflege, welche hier jedoch nicht anerkannt sind. Aber nicht nur in der privaten Pflege, auch auf den Pflegestationen findet ein Umbau hin zu prekärer Beschäftigung statt. Gegen den Widerstand der Beschäftigten war in den vergangenen Jahren Personal abgebaut und Arbeitszeiten verlängert worden. Dies führte dazu, dass Personalräte von KollegInnen oft unter Druck gesetzt wurden, der Einrichtung von 1-Euro-Jobs zuzustimmen, weil "die Arbeit sonst gar nicht mehr zu schaffen" sei. "Der Ruf nach 1-Euro-JobberInnen anstatt des Kampfes für mehr Personal ist nichts anderes als der Ruf nach Sklaven" - mit diesem Appell wendeten sich Erwerbslose am 1. Mai 2007 und 2008 an die Beschäftigten.

Vielerorts hat sich eine zynische Haltung entwickelt. Wo knapp kalkuliert wird, heißt es oft: Warum sollen wir teures Fachpersonal einstellen, nehmen wir doch lieber einen Langzeitarbeitslosen. Der kommt uns billiger.

"Kenntnisvermittlung" statt Ausbildung

Auch die ARGE Düsseldorf hat den Einsatz von Langzeitarbeitslosen als "BetreuungsassistentInnen" erprobt. Die sollen "zusätzliche Betreuung und Aktivierung von pflegebedürftigen Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen" gewährleisten. Während Hilfspflegekräfte immerhin eine einjährige Ausbildung erhalten, so ist für "Betreuungsassisten" lediglich eine siebenwöchige "Kenntnisvermittlung" vorgesehen.

Im Vorfeld hatten Ärzte kritisiert, eine "Kenntnisvermittlung" reiche keineswegs aus. Demenzkranke bräuchten unbedingt Pflege und Betreuung durch Fachpersonal. Von 2007 bis 2008 wurden 504 "BetreuungsassistentInnen" in 44 Einrichtungen eingesetzt. Jeder 5. durchlief vorab zudem eine zweiwöchige "Eignungsfeststellung". In dem Bericht, der am 16. Juni im städtischen Ausschuss für Gesundheit und Soziales präsentiert wurde, wird der Schluss gezogen: "Aus Sicht befragter Bewohnerinnen und Bewohner, aus Sicht der Angehörigen und gesetzlichen Betreuer und auch der Leitungen und Pflegedienstleitungen von Einrichtungen, macht sich der Einsatz der Betreuungsassistentinnen und -assistenten überaus positiv bemerkbar, da sie Betreuungsaufgaben abdecken, die von den Beschäftigten in Pflege und Betreuung i.d.R. nicht abgedeckt werden können."

Dies positive Fazit ist nicht verwunderlich. Der Einsatz von Pflegeassistenten auf chronisch unterbesetzten Stationen ist natürlich besser als nichts. Doch wenn im "Normalbetrieb" viele Betreuungsausfgaben nicht abgedeckt werden können, wie es im Fazit heißt, dann ist ganz offensichtlich der Personalschlüssel in den Einrichtungen zu niedrig.

"Freiwillig" Bücher vorlesen?

Hannelore Krafts Vorschlag, Erwerbslose "freiwillig" Straße fegen oder Demenzkranken Bücher vorlesen zu lassen, war nichts Neues. Originell war allerdings, dass sie diese Hilfstätigkeiten als Wohltat für Erwerbslose, als "den Menschen die Würde zurückgeben", verkaufte. Erwerbsloseninitiativen fordern seit Jahren eine verstärkte Förderung staatlich anerkannter Qualifizierung und Ausbildung sowie eine Bezahlung nach Tarif. Aber gerade der Etat hierfür soll im geplanten Sparpaket drastisch beschnitten werden. Der von Kraft angekündigte Stellenabbau im Öffentlichen Dienst macht den für NRW angekündigten "Politikwechsel" zur reinen Rhetorik.

War die Einführung von 1-Euro-Jobs auf "freiwilliger" Basis ein Experimentierfeld, um zu testen, wo "Arbeitsgelegenheiten" in Hilfsjobs auf Dauer umgewandelt werden können? Diese These wurde zumindest auf der Dortmunder Tagung "Der workfare state - Hausarbeit im Öffentlichen Raum" bereits 2007 vertreten worden. Der provokative Titel war gewollt. Denn bei der "Umsetzung der Dienstverpflichtung in den 1-Euro-Jobs" gäbe es, so die Initiatoren der Tagung deutliche Parallelen "zu der gesellschaftlichen Konstruktion der Hausfrau":

  • Das Hauptaufgabenfeld ist Reproduktionsarbeit in der Pflege und Betreuung von Menschen wie Kindererziehung und Altenpflege, sind Reparaturen und der Unterhalt öffentlicher bzw. öffentlich rechtlicher Einrichtungen und Anlagen, sind hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie kochen, aufräumen und putzen;
  • die Dienstverpflichteten erhalten Unterhalt und Mehraufwandsentschädigung statt Lohn und Gehalt;
  • sie werden für die Tätigkeiten, die sie ausüben nicht ausgebildet, sondern nach Bedarf im Alltagsvollzug angelernt.

Dass ver.di NRW den Mönchengladbacher Skandal der AWO, die 1-Euro-JobberInnen als Betreuungskräfte an Privathaushalte regelrecht "vermietet" hatte, als Anlass nahm, um das generelle Prinzip "billig, billig", das vielerorts auch von Wohlfahrtsverbänden betrieben wird, ist ein positives Zeichen.

THOMAS

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