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Chile: Repression gegen Mapuche

Während ihren Dreharbeiten eines Dokfilms über die Mapuche, der vom Fondo Cultura y las Artes (Fondart) finanziert wurden, wurden gestern, am 8. Mai 2008, in der Provinz Araucania 6 Subjekte verhaftet alles ehemalige Militante der subversiven Gruppe Movimiento de lzquierda Revolucionaria (MIR).

Sie wurden wegen der Teilnahme an den gewalttätigen Raubüberfällen gegen das Instituto de Normalizacion Previsional (INP) von Machali und einer Filiale des BancoEstado von Loncoche gesucht. DIe sechs wurden in die Region von 0'Higgins zur Einvernahme durch den Oberstaatsanwalt von Rancagua,Servando Perez, gebracht. Es wurden auch die drei Personen verhaftet, die in ihrer Begleitung waren, es sind Individuen mit Verbindungen zur Mapucheorganisation CAM. Im Juni 2005 raubten die Verbrecher mit M-16 Gewehren die !NP von Machali aus und versuchten 100 Millionen Pesos fortzuschaffen. Da es ihnen nicht gelang gab es einen Schusswechsel, in dem zwei der Räuber,ein Wachmann und ein Parkplatzwächter getötet wurden. Der Raubüberfall auf den BancoEstado im Dezember2004, ebenfalls mit schweren Waffen ausgeführt, er gab der Bande 20 Millionen Pesos. Daran nahm Cristian San Martin teil, der ebenfalls mit dem MIR verbilitden war, und im Dezember 2005 aus dem Gefungnis von Temuco entwich, wo er in Vorbeugehaft sass.

Die Verhafteten sind: Sergio Reyes Matus, Elena Varela Lopez - Dokfilmemacherin und Bezügerin de Staatsgelder -, Jorge Pineda,  Leticia Cilrdenas, Kenny Scinchez und seine Freundin Flor Dominguez Rosas, in deren Wohnung in der Gemeinde Ercilla Waffen gefunden wurden (Pistolen). Frau Rosas ist Direktorin des Kulturdepartements der Gemeinde Ercilla und Mitglied des Consejo Regional de la Cultura. Neben dem kleinen Arsenal wurden Helme, Phantasiewaffen und Kleider beschlagnahmt, die den Kleidern der Carabineros ähnlich sind, die sie in den Durchsuchungen tragen, Teile, die im Dokfilm verwendet worden selen. Die dem CAM verbundenen Subjekte wurden als Jose Necul Curiqueo, Jose Quintrileo Contreras und der bolivianische Bürger Fredie Mark Hayes, der als Fotographiedirektor arbeitete, identifiziert. Die 6 Verhafteten werden des Raubüberfalles mit Mord, Raubüberfalles
mit Drohung und krimineller Vereinigung im Zusammenhang mit den Taten von Machali und Loncoche angeklagt. Die Mitglieder der Gruppe, die seit 5 Jahren aktiv sei, wurden in ihren Wohnungen in Gorbea, Ercilla,Licanray, Villarica und Temuco verhaftet. Verbindungen zu "Ramiro"Der Stawa Perez hat informiert, dass Ermittlungen über Verbindungen der Gefangenen mit dem MIR! und möglichen Kontakten im Ausland laufen. Er hat enthüllt, dass die Gruppe einen"Einfluss von Mauricio Hemandez Norambuena", alias "Comandante Ramiro" des Frente Manuel Rodriguez, einräumt, der heute in Brasilien wegen der Entführung des Werbefachmanns Washington Olivetto zu 30 Jahren verurteilt ist. Alles geht in die Richtung, dass "Teile des geraubten Geldes zu seiner Verteidigung diente". Auch San Martin sei an der Entführung Olivetto beteiligt gewesen. Die verhaftete Regisseurin hat 64 Millionen Pesos an Steuergeldem erhalten Der Dokfilm "Newen mapu ehe, die Kraft der Menschen der Erde" von Elena Varela Lopez behandelt das Thema des Mapuchekonfliktes in der Araucania. Für diese Produktion hat sie vom Fondo de Fomento Audiovisual des Consejo Nacional de la Culturay las Artes 52,9 Millionen Pesos erhalten. Der Film stellt Mapuche vor, die sich seit den '90iger Jahren Land wiederangeeignet haben und gegen die deswegen die Ley de Seguridad Interior del Estado angewendet wird. Ein junger anonymer Anfiihrer der CAM berichtet, der Dokfilm zeige wie die sich im Konflikt befindenden Gemeinschaften leben. Gemäss dem Regionalleiter des Consejo de la Cultura y las Artes, Rene Inostroza, "wird fiir alle Projekte der Lebenslauf der Leute angefordert, die um Gelder ersuchen. Unsere Funktion ist die Begleitung der Realisierung des Projektes." 2006 eFhielt dieselbe Regisseurin 11,2 Millionen Pesos vom Corfo zur Finanzierung des Projektes "Suefios deI comanrukte" über die jungen MiristInnen in der Guerillaschule von Neltume.

Fauchrundmail Anmerkungen zur MIR:


Die MIR war die einzige linke Organisation, die nach dem Putsch in Chile 1973 im größeren Maße Widerstand gegen die Militärs erhob,  Miguel Enríquez wurde am 5. Oktober 1974 in Santiago de Chile von Agenten der DINA erschossen. Danach leitete Pascal Allende die MIR. Doch durch die Festnahme und Ermordung der meisten Aktivisten wurde die MIR niemals eine Gefahr für das Regime, obwohl die bis in die 80er Jahre Anschläge verübte und Regierungsvertreter ermordete. In den 1980er Jahren zerfiel die MIR, welche nach eigenen Angaben während der Zeit der Militärdiktatur zwischen 1.500 und 2.000 Opfer zu beklagen hatte,unter dem Druck der Repression und der ideologischen Erneuerung der Partido Socialista in mehrere Fraktionen. Parallel entstanden andere linke Widerstandsgruppen, darunter die Frente Patriótico Manuel Rodríguez, die 1986 ein Attentat auf Pinochet verübte. Nach der Transition wurde die MIR wieder gegründet und ist heute Mitglied des Parteienbündnisses Juntos Podemos Más.

Offizielle Zeitschrift der MIR ist der El Rebelde, der MIR nahestehend ist die Jugendorganisation Juventud Rebelde Miguel Enríquez (JRME).


Landbesetzungen durch die MIR

Kurz nach der Wahl des sozialistischen Präsidenten Allende kam es
durch Mitglieder der MIR zu Landbesetzungen im Süden von Chile. Im
Vorgriff zur angekündigten Landreform der Sozialisten wollten die
Aktivisten der MIR selbst die Landverteilung an die arme
Landbevölkerung vorantreiben. Bei den gewaltsamen Besetzungen ("toma")
vertrieben Mitglieder der MIR, MCR sowie sozialistisch geprägte
Angehörige der Mapuche Großgrundbesitzer und Landeigentümer von ihren
Höfen. Aufsehen erregte der Fall des Landgutes Rucalán in der Provinz
Cautín nahe der Kleinstadt Carahue. Die am 20. Dezember 1970 zur
Nachtzeit vertriebene Familie des Grundbesitzers Landerretche kehrte
am 24. Dezember 1970 zurück, um sich ebenfalls mit Waffengewalt ihr
Eigentum wieder zurückzuerobern. Im Gegensatz zu den Aktivisten der
MIR wurden die Grundbesitzer nach der Rückeroberung ("retoma") jedoch
von der Polizei verhaftet. Der Fall sorgte landesweit für Unruhe, da
viele Großgrundbesitzer um ihr Eigentum fürchteten. Das Gut Rucalán
blieb bis zum Militärputsch von Augusto Pinochet im Besitz der
Mapuche-Gemeinschaft Nicolás Ailío. Die Landbesetzungen waren nie von
der chilenischen Verfassung gedeckt, wurden jedoch im Rahmen von
Enteignungsverfahren durch die sozialistische Regierung Allendes
nachträglich legalisiert.

Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR):

Die Frente Patriótico Manuel Rodríguez (FPMR) auch Frente Patriótico
ist eine linke chilenische Untergrundorganisation. Sie kämpfte während
der Diktatur Pinochets gegen das Militärregime.

Die Frente wurde im September 1980 vom im Moskauer Exil lebendem
Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Luis Corvalán gegründet.
Die erste Aktion war ein spektakuläres Attentat auf mehrere
Hochspannungsleitungen im Jahr 1983, bei dem ein großer Teil des
Landes vom Stromausfall betroffen war.

Am 7. September 1986 verübten 25 Mitglieder der Gruppe ein Attentat
auf den Pinochet, das dieser jedoch unverletzt überlebte.

Nachdem die Regierung Aylwin 1990 beschloss, keine Widerstandskämpfer
gegen die Diktatur freizulassen, die mit Gewaltverbrechen in
Verbindung gebracht wurden, entschied sich die FPMR wie andere
Gruppierungen, ihren Kampf fortzusetzen.

Am 1. April 1991 erschossen Mitglieder der FPMR den
rechtskonservativen Senator der Union Independiente Democratica (UDI)
Jaime Guzmán nach einer Vorlesung an der Pontificia Universidad
Católica de Chile. Fidel Castro unterstütze die Gruppe nach dem
Attentat öffentlich. Im August 2005 ließ die argentinische Justiz den
deshalb in Chile gesuchten Sergio Apablaza Guerra frei, weil Chile
keine Beweise für seine Schuld vorgelegt hätte. Guerra war 1987 bis
1990 Kommandant der FPMR.

Am 9. November 1991 entführte ein Kommando der Frente Patriótico
Cristián Edwards, den Sohn des Herausgebers der rechtskonservativen,
marktbeherrschenden Zeitung El Mercurio. Nach 145 Tagen wurde er gegen
eine Zahlung von einer Million US-Dollar Lösegeld freigelassen.

Am 30. Dezember gelang es Komplizen, vier unter der Diktatur
verurteilte Attentäter aus dem Gefängnis zu befreien. Mit einem
Helikopter wurden María Cristina San Juan, Pablo Muñoz Hoffman und
zwei weitere Gefangen aus dem Hochsicherheitsgefängnis befreit. Im
September 1998 entschied sich die Schweizer Regierung, die zwei
dorthin geflüchteten Befreiten nicht auszuliefern, weil Chile keine
ausreichenden Garantien für die beiden gäbe.
www.mauriciohernandeznorambuena.com

Hier noch die Knastadresse von
Mauricio Hernández Norambuena - 228.513
Penitenciaria Federal de Catanduvas.
Rodovia PR-471, kilómetro 15.
Zona Rural.
Catanduvas/PR. CEP 85.470-900
BRASIL

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