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Belarus: Repression gegen AnarchistInnen hält weiter an

Die Lage in Belarus ist weiterhin schlecht. Ich wurde für neun Tage inhaftiert, mein Computer, Handy und andere technische Dinge oder politische Sachen wurden beschlagnahmt und ich habe von der Polizei noch nichts zurückbekommen....

Heute mittag wurde bekannt, daß ein weiterer Aktivist festgenommen wurde: Ihar Truhanovich. Wie seine Eltern sagten, wurde Ihar zu einem "Gespräch" vorgeladen, kam aber nicht nach Hause zurück. In einem Telefonat mit Ihars Eltern bestätigte der diensthabende Bulle im provisorischen Untersuchungsgefängnis Akrescina-Straße, daß Ihar wirklich dort ist und bis 27. September in Haft bleiben wird; es geht um Paragraph 330 (Hooliganismus). Der Bulle weigerte sich jedoch, weitere Auskünfte zu geben.

Heute wurde auch das Schicksal von Mikalaj Dziadok etwas klarer, der während der ersten Welle am 3. September festgenommen worden war. Gestern, am 24. September, wurde er erneut für weitere 24 Stunden festgenommen - jetzt das siebte Mal in Folge, ohne Anklage. Mikalaj wurde in das Gefängnis Valadarskaha-Straße gebracht, seine Haft wurde nochmal um 10 Tage verlängert. Bei Ablauf dieser Zeit sollte er angeklagt oder freigelassen werden.

Makalaj wird des Hooliganismus verdächtigt (Art. 339 Abs 2) im Zusammenhang mit illegalen Aktionen gegen die gemeinsamen belarussisch-russischen Militärmanäver "Westen 2009" am 19. September 2009 in der Nähe des Hauptquartiers der belarussischen Streitkräfte; damals wurde eine Rauchbombe [vermutlich, d.Ü.] in den Hof geworfen.

Unseren Informationen zufolge wurden während der letzten zwei Wochen mehr als 30 Personen von der GUBAZ (Hauptabteilung für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität) des KGB im Zusammenhang mit diesem Fall zu Vernehmungen vorgeladen. Es wurde von ihnen verlangt auszusagen, daß die Aktion von Mikalaj Dziadok organisiert worden sei, der Leute zu dieser Aktion aufgerufen, Masken
an die TeilnehmerInnen verteilt habe und an der Spitze des Zuges gegangen sei. Auf einige Personen wurde moralischer Druck ausgeübt. Die GUBAZ-Agenten behaupteten gegenüber Vernommenen, wenn sie keine Beweise lieferten, würden sie als Komplizen angesehen und ihnen wurde mit sexueller Gewalt seitens anderer Strafgefangener gedroht. Außerdem sollten sie auf eine Reisesperrliste aufgenommen werden und es wurde auch damit gedroht, daß ihre Eltern Schwierigkeiten am Arbeitsplatz bekommen. In den letzten Tagen wurden Personen zur Vernehmung festgenommen, die die Gefangenen unterstützen - Aliaksandar Yarashevich, Alena Dubovik, Hanna Charnyshova.

Wir entnehmen dem, daß die Polizei keine Beweise für Mikalajs Schuld hat und sie durch welche Mittel auch immer zu beschaffen gedenkt.

Mikalajs Adresse für Soli-Schreiben ist Belarus, Minsk, Valadarskaha Str. 2, Mikalaj Dziadok.

Wir fordern, daß der Druck auf die sozialen AktivistInnen eingestellt wird und wir fordern die Freilassung von Mikalaj Dziadok, Aliaksandar Frantskievich und Ihar Truhanovich!


FreundInnen und Angehörige der Festgenommenen:
minsksolidarity[at]riseup.net
http://www.twitter.com/minsksolidarity
http://belarus.indymedia.org/blog/minsksolidarity

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