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Barcelona: (update) Solidaritätspostkarte für die ArbeiterInnen bei Frape-Behr

Zur Unterstützung von 295 ArbeiterInnen der Firma Frape-Behr, die in Barcelona von Rationalisierung und Entlassung bedroht sind, hat die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft «Freie ArbeiterInnen Union» (FAU-IAA) eine Solidaritätspostkarte herausgegeben. Adressat der Postkarte ist die Konzernleitung des Automobil-Zuliefermultis Behr mit Sitz in Stuttgart.

DER KONFLIKT


Seit Oktober 2007 wehren sich die rund 300 Beschäftigten von Frape-Behr
gegen die drohende Schließung des Werkes und die damit verbundene
Entlassung. In der Freihandelszone, der "Zona Franca" von Barcelona,
einem Cluster der europäischen Automobilindustrie, stellt Frape-Behr
Kühlanlagen für die spanische Automobilindustrie her. Lediglich etwas
mehr als 50 ArbeiterInnen hat die Firma einen miserablen "Sozialplan"
angeboten. Seit Monaten lehnen die ArbeiterInnen es ab, sich einfach
abservieren zu lassen. Sie diskutieren alle Maßnahmen auf
Vollversammlungen und haben in den letzten drei Monaten eine Vielzahl
von Aktionen am Werk, in der Stadt und am Sitz von anderen spanischen
Behr-Niederlassungen durchgeführt. Dabei werden sie von einem
Solidaritätskomitee aus der Stadt untertstützt. Das Management hat
darauf mit der Entlassung einer Reihe von Aktivisten reagiert.

DIE BESETZUNG


Am 21. Dezember hat die Belegschaft schließlich die Fabrik besetzt. Fünf
Tage lang haben ArbeiterInnen, Familien und viele andere im und vor dem
Werk ausgeharrt. Am 26. Dezember wurde die Besetzung vorläufig beendet,
nachdem man der Belegschaft zugesichert hatte, dass die katalanische
Regionalregierung, die über den von Behr eingereichten "Anpassungsplan"
(ERE) befinden muß, am 2. Januar zu Gesprächen einladen wird. Diese
Gespräche haben sich als weiteres politisches Manöver erwiesen, mit dem
die ArbeiterInnen eingelullt werden sollen. Als Reaktion haben die
ArbeiterInnen von Frape-Behr am Folgetag die Stadtautobahn von Barcelona
blockiert.

SOLIDARITÄT


Parallel dazu beschloß die spanische Gewerkschaft CNT, die mit einer
Betriebsgruppe bei Frape-Behr vertreten ist, im Konflikt um
internationale Unterstützung zu bitten. Der Multi Behr mit Hauptsitz in
Stuttgart ist weltweit u.a. an einer Vielzahl von Zentren der
Automobilproduktion aktiv. Zwischenzeitlich hat es in mehreren Ländern
Protestaktionen gegeben, täglich treffen in Barcelona
Solidaritätsbekundungen aus vielen Gegenden des Globus ein. Auch in
Deutschland wird es eine Reihe von Aktionen geben. Eine davon ist eine
Solidaritätspostkarte für die ArbeiterInnen, mit dem jede der
Konzernleitung ihren Unmut über die Werkschließung ausdrücken kann. Die
Postkarten gibt es Einheiten zu 20 Stück, um an die an FreundInnen und
Bekannte weiterzugeben bei fau-mat@gmx.de. Für die Karten und Versand
wird eine Solipauschale von EUR 5,- pro Einheit erhoben, die Überschüsse
gehen nach Barcelona.

MEHR INFORMATIONEN


Weiterführende und aktualisierte Informationen zum Konflikt bei
Frape-Behr finden sich u.a. auf folgenden Websites:

FAU-Düsseldorf
www.fau.org
barcelona.cnt.es (Spanisch)
cnt-frape.blogspot.com (Spanisch)
www.iwa-ait.org/solidarity.html (Englisch)

Die Postkarte:

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Proteste gehen weiter

Barcelona: ArbeiterInnen bei FRAPE-BEHR weiten Aktionen aus, während die internationale Unterstützung wächst

Am Morgen des 03. Januar 2008 haben die ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR
die Strasse Ronda Litoral in Barcelona blockiert, um neue
Protestaktionen zu beginnen. Gleichzeitig haben in über fünfzehn
Staaten Gewerkschaftsorganisationen eine internationale
Solidaitätskampagne unterstützt, die von der (anarchosyndikalistischen)
CNT-IAA zu Beginn der Fabrikbesetzung gestartet wurde. 
Die ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR hatten am 26. Dezember 2007 [nach fünf Tagen in der besetzten Fabrik] das Gelände wieder verlassen, nachdem Frau Mar Serna vom Arbeitsbeirat der Regierung von Montilla ein neues Verhandlungstreffen zwischen der Firma, der ArbeiterInnen und der Regionalregierung zugesagt hatte, wobei eine Einigung schon absehbar schien. Dieser Schritt schien eine Reaktion auf die fünf Tage Fabrikbesetzung zu sein, sowie auf die dutzenden Protestbriefe, welche Frau Mar Serna von gewerkschaftlichen und soziale Organisationen erhalten hatte. In diesen wurde die Regionalregierung aufgefordert, dem Schliessung- und Entlassungsplan (ERE) der in Stuttgart ansässigen Firma BEHR nicht zuzustimmen.
Trotzdem haben die ArbeiterInnen nun feststellen müssen, dass - nach Angaben
der Betriebsgruppe der CNT-IAA bei FRAPE-BEHR - "die Regionalregierung kein Interesse
an der Erhaltung der Arbeitsplätze in Barcelona hat". Nach drei Stunden der Verhandlung konnte die Firma nicht zu einem Abweichen von ihrer Position gebracht werden und Frau Mar Serna hat an dem Treffen überhaupt nicht teilgenommen. Die ArbeiterInnen haben nun für den 04. Januar 2008 eine Vollversammlung einberufen, auf der sie ihre weitere Strategie entwickeln müssen. [...]
Am Morgen des 03. Januar 2008 haben 180 ArbeiterInnen die Uferstrasse Ronda Litoral blockiert, die hoch in die Freihandelszone Zona Franca führt. Während dieser Aktion, die den Verkehr in doppeltem Sinne paralysiert hatte, war die Lage wegen der Anwesenheit der Anti-Aufstands-Einheiten von Mossos de Esquadra zeitweise angespannt. Die CNT-IAA bewertet die zweifelhafte Entwicklung, welche die Regionalregierung im Laufe dieses Konfliktes genommen hat, für sehr schlecht. Nach Angaben der Gewerkschaft gefährdet die Regierung von Montilla jene Firmen, die dort gewinnbringend produzieren, wenn diese in Länder verlegt werden, wo die gesellschaftlichen Bedingungen schlechter sind.
Daher hat die CNT-IAA einen internationalen Solidaritätsaufruf für die ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR gestartet, der bereits durch Aktionen vor deren Fabrikniederlassungen in Deutschland, Frankreich und Südafrika beantwortet wurde. Ausserdem gab es Proteste unter anderem in Österreich, Brasilien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kanada, Tschechien, Kroatien, USA, Slowakei, Slowenien, Italien, Norwegen, Britannien, Russland und Serbien.
Schliesslich hat die CNT-IAA angekündigt, dass sie diesen Kampfe weiterhin zusammen mit den ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR führen wird.

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