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Ausschluss von Rechtem im linken Netzwerk

Am 7. Januar wurde in Düsseldorf von unterschiedlichen Linken der bundesweite Verein "scharf-links" gegründet, der auch im Web zu finden ist "www.scharf-links.de" und eine Düsseldorfer Sektion hat. Mit H. Kroymann ist eine Funktionsträgerin der VVN aus Düsseldorf in der Bundeskoordination. Zu erheblichen Spannungen kam es in der Koordination, als bekannt wurde, dass ein Mitglied "Josef Gabriel Twickel, trotz verbaler Distanzierung vom Antisemitismus- Unterstützer der antisemitischen Medizinsekte ‚Germanische Neue Medizin' des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer" ist.

"Diese Gruppierung weist einen hohen Grad an Überschneidung mit rechtsextremen Ideologien auf und ist teilweise integriert in das Nazi-Spektrum. Sie arbeitet nachweislich an vielen Orten mit der NPD, dem "Ring Nationaler Frauen" und der "Gemeinschaft Deutscher Frauen" zusammen."... "2006 kandidierte er als "Reichpräsident" für eine so genannte "Kommissarische Reichsregierung"... "Derzeit läuft gegen Hamer ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Cottbus wegen Volksverhetzung. Die Gruppierung "Germanische Neue Medizin" wird in zahlreichen antifaschistischen und linken Stellungnahmen als ‚antisemitische Medizinsekte' eingeordnet."... "Twickel vertritt und wirbt nach wie vor für die angeblichen medizinischen ‚Erkenntnisse' der ‚Heilslehre' des ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer, z. B. dass es weder Viren noch metastasierende Tumore gibt, und dass sämtliche Erkrankungen durch Auflösung des biologischen Konfliktes, der ihnen jeweils zugrunde liegt, ohne schulmedizinische Behandlung heilbar sind." Twickel unterhält seit 2003 ununterbrochen einen "Stammtisch für "Germanische Neue Medizin" in Hagen und hat auch nicht vor, dieses Engagement zu beenden. Eigentlich sollte doch daraufhin in dem linken Netzwerk klar sein, dass Twickel ausgeschlossen wird. Es kam aber erst mal anders. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag auf Ausschluss von Twickel aus dem Verein ‚scharf-links'-Netzwerk gestellt. "In der fünfköpfigen Bundeskoordination des Vereins ‚scharf-links Netzwerk' gab es keine Mehrheit für eine gemeinsame Vorgehensweise. Wolfgang Gäding (ein weiteres Koordinationsmitglied) stellte sich massiv dagegen auf, Hannelore Kroymann, immerhin Mitglied und Funktionsträgerin der VVN-BdA in Düsseldorf, positionierte sich gar nicht. Nach Einreichung des Antrags wurde das Schiedsgericht des Vereins handlungsunfähig. Zwei Schiedsrichter traten zurück. Einer von ihnen schrieb in seiner Begründung u. a., es sei unerheblich, was Joga Twickel in seiner Freizeit mache, der andere schrieb u.a., für ihn sei ein Nazi nur derjenige, der sich selbst als solcher bezeichnet.

Im Verlauf der Debatte in der ‚scharf-links'-Newsgroup warf Wolfgang Gäding uns (Herbert Friedl und Edith Bartelmus-Scholich) "extremen Antifaschismus" vor und führte u. a. an, die "Germanische Neue Medizin" sei ja nicht verboten. G. T. Bauer nahm die wegen Volksverhetzung verurteilte Nazianwältin Sylvia Stolz in Schutz. Er bezeichnete sie als "arme verirrte Seele" und relativierte den Holocaust. Die als ‚extreme Antifaschisten' geschmähten, u. a. wir, bestehen darauf, dass sich die Mitgliedschaft, geschweige eine ‚Führungsfunktion' in einem ‚linken' Netzwerk und gleichzeitige Kontakte zu einer ‚Heilslehre', die untrennbar mit den antisemitischen und sozial-darwinistischen Ansichten Ryke Geerd Hamers verbunden ist, ausschließen. Dass diese antifaschistische Festlegung Bestandteil der Vereinssatzung ist, wird u. a. von Wolfgang Gäding ausgeblendet." Wolfgang Gäding wollte, laut Aussage von Edith Bartelmus-Scholich, die u. a. den Ausschluss der beiden beantragte, nicht einsehen, dass jemand nicht gleichzeitig Mitglied eines linken und eines rechten Netzwerkes sein kann. Dass es zur Zusammenarbeit mit diesen Leuten überhaupt kommen konnte, sieht sie in gewisser Weise als ein Erbe der WASG. In diese Partei strömten viele Menschen, die über Sozialabbau, Privatisierungen, Lohndumping und Entrechtung politisiert wurden, ohne zuvor in einem linken Umfeld sozialisiert worden zu sein. Dass es ausgerechnet bei der Abgrenzung zum rechtsextremen Spektrum schwierig wurde, hat sie selbst überrascht. Konsequent wurde dennoch der Ausschluss beantragt.

Die Zitate sind www.scharf-links.de unter "scharf-links Netzwerk" entnommen. Dort sind viele weitere Links zu den Vorwürfen zu finden.

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