Sie sind hier: Startseite / Nachrichten / Arbeiterin bei McDonalds in Japan starb an Überarbeitung

Arbeiterin bei McDonalds in Japan starb an Überarbeitung

Wie die Nachrichtenagentur AFP bereits am 28. Oktober meldete, ist eine McDonald's-Filialleiterin in Japan nach Behördenangaben an den Folgen von Überarbeitung gestorben. Die 41-Jährige starb infolge einer Gehirnblutung, nachdem sie zuvor ein halbes Jahr lang monatlich mehr als 80 Überstunden gemacht hatte, wie eine Arbeitsbehörde im Großraum Tokio am Mittwoch mitteilte. "Wir haben festgestellt, dass ihre Arbeit sie krankgemacht hat." Weil die Behörde den Fall aus dem Herbst 2007 jetzt als Tod durch Überarbeitung - im Japanischen Karoshi genannt - anerkannte, dürfen die Hinterbliebenen der Frau Rentenleistungen beziehen.

In Japan untersuchen die Behörden routinemäßig Todesfälle von Beschäftigten, wenn diese zuvor ein halbes Jahr lang monatlich mehr als 80 Überstunden abgeleistet haben oder mehr als 100 Überstunden im letzten Monat vor ihrem Tod. Jährlich erkennen die Behörden rund 150 Todesfälle von Arbeitnehmern in Japan als karoshi-bedingt an - meist ist ein Herzinfarkt die Todesursache.

McDonald's Japan wollte sich zu dem Fall der Filialleiterin nicht äußern. Ein Sprecher des US-Konzerns sagte, die Behörden hätten das Unternehmen noch nicht selbst von der Entscheidung unterrichtet. Bereits im vergangenen Jahr musste der Konzern in Japan einen beträchtlichen Imageverlust hinnehmen: Ein Mitarbeiter, der nach eigenen Angaben monatlich viele unbezahlte Überstunden ableistete, verklagte McDonald's erfolgreich auf die Zahlung von umgerechnet rund 47.000 Euro Schadenersatz.

Hintergrund: Statistik der lohnarbeitsbedingten (tödlichen) Unfälle

Weltweit kommen jedes Jahr über 2,2 Mio. ArbeiterInnen bei Arbeitsunfällen ums Leben oder sterben aufgrund von arbeitsbedingten Krankheiten.[1] Weitere 160 Mio. tragen jährlich Verstümmelungen, Verletzungen und Krankheiten davon, bei einem Gesamtaufkommen von 270 Mio. Arbeitsunfällen. Durchschnittlich stirbt somit alle 15 Sekunden ein/e ArbeiterIn. Mit 6.000 Toten täglich sterben mehr Menschen durch Arbeit als durch Kriege. In Deutschland sterben arbeitsbedingt durchschnittlich fast zehn Menschen und ca. 2.600 werden verletzt – täglich![2]

Siehe auch: Direkte Aktion: Alltag ist Krieg - Der Kampftag für sichere Arbeitsbedingungen bleibt in Deutschland unbeachtet – bisher.

http://rootless.org/botiboti/botiboti.gifhttp://federaciodechifonproletoj.files.wordpress.com/2008/08/cropped-abc_flag1.jpg

Anmerkungen:

[1] Ein Großteil (440.000) fällt giftigen Substanzen wie z.B. Asbest (100.000) zum Opfer.

[2] 2007 gab es 630 tödliche Arbeits- und 496 Wegeunfälle sowie 2.296 Tote in Folge von Berufskrankheiten. Zudem gab es knapp 960.000 nichttödliche Arbeitsunfälle. Dabei sind die Opfer psychologischer Belastungen durch Lohnarbeit, bis hin zu Selbstmord, noch nicht einberechnet (siehe DA Nr. 190).

http://rootless.org/botiboti/botibotiboti.JPG

Artikelaktionen

Navigation
Anmelden


Passwort vergessen?
« Oktober 2017 »
Oktober
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031