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Arbeiten für 0,00 € die Stunde plus Trinkgeld

Wer glaubt, mit Ein-Euro-Löhnen sei das Ende der Lohnspirale bereits erreicht, der täuscht. Denn: Es geht noch billiger. In einigen Supermärkten stehen inzwischen Einpackhilfen an den Kassen, die am besten sehr freundlich zu den Kunden sein sollten. Denn: Außer Trinkgeld gibt’s nichts. Die Netzzeitung berichtet - und bezieht sich in ihrem Bericht auf eine Meldung des Wirtschaftsmagazins Impulse - in ihrer heutigen Ausgabe von einer neuen Variante der Niedriglohnbeschäftigung, die aus den USA über den großen Teich geschwappt ist. In Supermärkten werden ArbeiterInnen, vornehmlich SchülerInnen und StudentInnen, unentgeltlich beschäftigt. Alles was sie erhalten ist eventuell ein Trinkgeld von der Kundschaft. Dieses kapitalistische System hat völlig abgewirtschaftet und zeigt immer deutlicher seinen asozialen Charakter.

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Vermittler der Einpackhilfen sei das Ingolstädter Unternehmen Friendly Service, das dafür pro Person und Stunde drei bis fünf Euro von Läden kassiere. Die Helfer sind laut «Impulse» selbstständig und haben einen Vertrag mit Firmenchef Martin Lettenmeier. Zu den Kunden von Lettenmeier zählten bislang 32 Läden der Edeka-Gruppe – vor allem in Bayern, zwei in Berlin und einer in Dresden. In Hamburg laufe gerade ein Test bei der Drogeriekette Budnikowsky.

„Innerhalb des gesetzlichen Rahmens ist das eine geniale Idee“, sagte er dem Magazin zufolge. Lettenmeier gesteht demnach aber auch ein, dass es sich dabei um «ein brutal kapitalistisches System» handelt. Von ihm erhalten die Einpackhilfen lediglich ein Regelhandbuch. Bei der Schichteneinteilung achte er zudem darauf, dass keine Sozialabgaben und Steuern für die Trinkgeld-Empfänger anfallen.

Nach eigenen Angaben von Friendly Service bietet das Unternehmen seit Ende April 2006 den Einpackservice an. Mitarbeiter sind vor allem Schüler und Studenten, die an den Kassen an ihren knallgelben T-Shirts zu erkennen sind. Auf der Firmen-Website erzählen einige Einpacker «ihre schönsten Erlebnisse» – etwa von Stammkunden, die auch mal Geld geben, wenn sie nur wenig eingekauft haben und keine Hilfe benötigen. Oder der Einpacker Ümit Celik, der von einem Kunden einen Euro bekam mit dem Satz «Aber nicht für Alkohol ausgeben!» (nz)

Die als Zitat gekennzeichnete Stelle wurden aus einem Artikel der Netzzeitung, 26.11.2009 übernommen.

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