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Alternativen zum Kapitalismus: Zur Debatte der Selbstverwaltung

Aus Anlass des 100jährigen Geburtstages der CNT (1910-2010) wird im April in Barcelona eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Alternativen zum Kapitalismus: Zur Debatte der Selbstverwaltung” stattfinden. Die Vorträge wurden in drei Blöcken strukturiert: ein Theoretischer, ein Historischer und ein Allgemeiner, zur aktuellen Lage.

Für den theoretischen Block wurden Veranstaltungen vorbereitet, die die Funktion des kapitalistischen Systems beleuchten. Dabei wird ein Schwerpunkt auf ökonomische und soziale Krisen gesetzt. Behandelt werden außerdem Fragen zur Rolle des Syndikalismus im Kontext der aktuellen Krise. Diese theoretische Perspektive wird durch Vorträge ergänzt, die eine Perspektive auf ökonomische und soziale Literatur zum Thema eröffnet, welche Modelle des Sozialismus und des libertären Kommunismus behandelt.

Der historische Block beabsichtigt zwei historische Modelle als Beispiele für Alternativen zum Kapitalismus vorzustellen und zu diskutieren. Zunächst, die anarchistischen Kollektivierungen während des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939), wo die Funktionsweise der Kollektive in verschiedenen Regionen (Katalonien, Levante, Aragon, Kastilien und Andalusien) vorgestellt werden. Außerdem, wird das Modell der Mitbestimmung in Jugoslawien (1950-1990) beleuchtet. Anhand dieses Beispieles, soll eine Möglichkeit der Entwicklung eines verarmten Landes und die Grenzen dieses spezifischen sozialistischen Modells – welche durch den Plan, den Markt und die Einheitspartei bestimmt werden – über eine libertäre Perspektive aufgezeigt werden.

Der aktuelle Block soll verschiedenen Erfahrungen der Selbstverwaltung aufzeigen, die heute im Kampf gegen den Kapitalismus gemacht werden. In diesem Zusammenhang werden neben der CNT-AIT (sozio-ökonomische Aspekte) auch andere spezifische anarchistische Organisationen (sozio-politischer Aspekt), einige Modelle von Kooperativen, mit einer Perspektive der Transformation (Aspekt der Selbstverwaltung der eigenen Arbeit) und Ateneos und Studienzentren (kultureller Aspekt) vorgestellt.
Zum Schluss, sollen aus einem weiteren geografischen Blickwinkel, aktuelle Beispiele aus anderen Teilen der Erde, den sozialen Bewegungen in Latein Amerika, Chiapas, Brasilien (Landlosenbewegung/MST), Argentinien (selbsverwaltete Betriebe), Venezuela und Griechenland vorgestellt und diskutiert werden.

Veranstalter:
Comisión del CeNTenario (Barcelona)

Unterstützer:
Fundación Anselmo Lorenzo – FAL
Institut für Wirtschaftswissenschaften und Selbstverwaltung - ICEA
Stiftung für libertäre Studien und Syndikalismus – FELLA


Programm
Alle Veranstaltungen werden, so fern nicht anders angegeben, auf Spanisch gehalten. Die Veranstaltungsorte werden rechtzeitig auf der Homepage der Comisión del CeNTenario (Barcelona) bekannt gegeben.

Freitag, 9. April. Das kapitalistische System: Ausbeutung, Konflikt, Überwindung.

- 16:00. Präsentation der Veranstaltungsreihe. CNT Barcelona.

- 16:15. Wo sind wir in der Krise? Miren Etxezarreta. Ökonomin, seit 35 Jahren Professorin an der Universidad Autonoma de Barcelona (UAB) und Mitglied des Seminars der kritischen Ökonomie (TAIFA).

- 17:30. Der Kapitalismus heute: Krise oder Untergang? Einige Betrachtungen. Toni Castells. Ökonom.

- 18:45. Der Syndikalismus und die ökonomische Krise. Gaspar Fuster. Lehrer und Mitglied des ICEA.

Samstag, 10. April. Morgens. Studien zur Selbstverwaltung, Modelle des Sozialismus und des libertären Kommunismus (I).

- 10:00.Sozialismus und libertärer Kommunismus im ökonomischen Denken seit 1939. Lluis Rodriguez Algans. Ökonom und Mitglied des ICEA.

- 11:15. Selbstverwaltung, eine aktuelle Debatte: partizipatorische Planung oder Rekonzeptualisation des Marktes. Endika Alabort Amundarain. Professor der Ökonomie an der Universität des Baskenlandes und Mitglied des ICEA.

- 12:30. ICEA: Studium und technische Hilfe für die Selbstverwaltung. Mitglieder des ICEA.

- 13:45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Samstag 10.April. Nachmittag. Studien zur Selbstverwaltung, Modelle des Sozialismus und des libertären Kommunismus (II).

16:00 Ökonomie der Freiheit: Kreation eines lebenswerten Leben für alle. (Simultanübersetzung aus dem Englischen). Jon Bekken. Mitglied des Redaktionskollektiv der Anarchosyndicalist Review, ehemaliger Finanzsekretär der Industrial Workers of the World (IWW).

- 17:15.Inklusive Demokratie als politisches Projekt: Grundlagen und Vorschläge der sozialen Strukturierung und des Überganges (Simultanübersetzung aus dem Englischen). Takis Fotopoulos. Politischer Philosoph und Ökonom, Gründer der Bewegung für eine inklusive Demokratie.

- 18:30.Anarchistische Perspektiven für eine Ökonomie des 21. Jahrhundert: Ein Vorschlag (Simultansübersetzung aus dem Englischen). Robin Hahnel. Emeritierter Professor der American University, wo er 33 Jahre lang politische Ökonomie lehrte. Heute Gastprofessor an der Portland State University. Zusammen mit Michael Albert Entwickler eines ökonomischen Modells für partizipatorische Ökonomie namens PARECON.

- 19:45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Freitag, 16. April. Anarchistische Kollektivierungen während des spanischen Bürgerkrieges 1936-1939 (I).

- 16:00. Historische Vorläufer und soziale Aspekte des Bürgerkrieges. Paco Madrid. Historiker.

- 17:15. Bäuchlings gegen den Staat: Die Revolution von 1936 und die Agrarkollektivierungen in Katalonien. Marciano Cardaba. Historiker. Erforscher der sozialen, ökonomischen und politischen Faktoren der Agrarkollektivierungen in Katalonien (1936-1939).

- 18:30. Der Übergang zur kollektiven Industrie und Dienstleistung in Katalonien (1936-1939). Toni Castells. Historiker.

- 19:45. Diskussion und Schlussfolgerung.

Samstag 17. April. Morgens. Anarchistische Kollektivierungen während des spanischen Bürgerkrieges 1936-1939 (II).

- 10:00 Die Agrarkollektivierungen in Aragon (1936-1939) zwischen Revolution und Reaktion. Walther L. Bernecker. Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg.

- 11:15. Putsch, Bürgerkrieg und soziale Transformationen in Andalusien und Kastilien (1936-1939). Jose Luis Guttierrez Molina. Historiker. Erforscher der jüngeren Geschichte Spaniens, mit Schwerpunkt auf Andalusien.

12:30. Kollektivierungen in Levante. Das Ende der Stereotypen. Manuel Vicent. Historiker und Archivar.

- 13:45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Samstag 17. April. Nachmittag. Jugoslawien 1950-1990.

- 16:00. Die ungleiche Entwicklung als Grenze der Selbstverwaltung. Das Beispiel Jugoslawien. Ramon Franquesa. Professor für Weltökonomie an der Universidad de Barcelona (UB). Erforscht die Nutzung von erneuerbaren Ressourcen und Prozesse der nicht-kapitalistischen, ökonomischen Organisation.

- 17.15. Die Selbstverwaltung in Jugoslawien und ihre Grenzen: der Plan, der Markt und die Einheitspartei: Ist die Beseitigung der Institutionen die Lösung? (Simultanübersetzung aus dem Englischen). Catherine Samary. Professorin und Expertin der Entwicklungen in Jugoslawien und Osteuropa; Aktivistin in verschiedenen internationalistischen Netzwerken.

- 18:30. Die jugoslawische Selbstverwaltung. Eine anarchistische Perspektive.(Simultanübersetzung aus dem Englischen). Andrej Grubacic. Historiker und Soziologe. Erforscht Themen des Anarchismus und der Geschichte des Balkan. Mitglied der IWW.

- 19:45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Dienstag, 20. April. Alternative Modelle zum Kapitalismus: Anarchismus und Syndikalismus.

- 16:00. CNT: Gewerkschaft für die soziale Transformation. Genis Ferrero. Mitglied der CNT Barcelona.

- 17:15. Libertäre Organisationen: Iberische Anarchistische Föderation (FAI), Iberische Föderation der Anarchistischen Jugend (FIJA), Föderation der Libertären Studierenden (FEL).

- 18:45. Anarchistische Föderation Uruguay (FAU). Spezifischer Anarchismus und Direkte Aktion: für die Rekonstruktion der Macht der Bevölkerung. Mario Remedios. Internationaler Sekretär der FAU. Aktivist im Ateneo Germinal im Barrio Villa Colón von Montevideo.

- 20:00. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Mittwoch, 21.April. Alternative Modelle zum Kapitalismus: Kollektivismus und lokale Selbstverwaltung.

- 16:00. Die solidarische Ökonomie, Embryo einer neuen Ökonomie? Jordi Garcia Jane. Aktivist in Kollektiven, Dozent und Autor über Themen der solidarischen Ökonomie und der sozialen Alternativen im Allgemeinen.

- 17:15. Kollektive: Produktion, Finanzen und Konsum. Mol-Matric, Coop57 und Germinal.

- 18:45. Lokale Selbstverwaltung. Mano Aisa. Historiker, Mitglied der Versammlung des Barrio Sants in Barcelona.Mireia Rosselo. Mitglied der Versammlung des Barrio Sants in Barcelona.

- 20:00. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Donnerstag, 22. April. Alternative Modelle zum Kapitalismus: Anarchismus, Kultur und soziale Bewegungen.

- 16:00. Besetzte Häuser und soziale Zentren. Jesus Rodriguez. Aktivst der Hausbesetzerbewegung.

- 17:15. Libertäre Ateneos: Ateneu Enciclopedic Popular und Ateneu Llibertari de Sants. Xavier Oller. Historiker.

- 18:45. Zentren für libertäre Studien: Stiftung für libertäre Studien und Syndikalismus (Barcelona), Zentrum für libertäre Studien Federica Montseny (Badalona), Zentrum für libertäre Studien Francesc Sabat (Terrassa), Stiftung Anselmo Lorenzo der CNT (Madrid), Mitglieder referieren.

- 20:00. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Samstag, 24. April.Morgens. Aktuelle Erfahrungen (I): Soziale Bewegungen in Latein Amerika, Chiapas und Brasilien.

- 10:00 Soziale Bewegungen in Latein Amerika: “Mit den progressiven Regierungen haben wir gebrochen.” Raul Zibechi. Theoretiker, Dozent und Erforscher der sozialen Bewegungen, Journalist und internationaler Analyst für La Jornada (Mexiko) und Brecha (Uruguay).

- 11:15. Die indigene Rebellion in Chiapas. Komitee für Solidarität mit der zapatistischen Rebellion.

- 12:30. Bewegung der Landlosen in Brasilien: Der Kampf um das Land, die Agrarreform und ein gerechtere Gesellschaft. Maria Carballo. Anthropologe und Mitglied des Unterstützungskommite der Landlosen in Barcelona seit 1996.

- 13.45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

Samstag 24. April. Nachmittag. Aktuelle Erfahrungen (II): Argentinien, Venezuela und Griechenland.

- 16:00. Aus der Krise in die Selbstverwaltung: Ursprünge und Perspektiven der Übernahme von Betrieben in Argentinien. Luis Buendia. Ökonom und Forscher an der Universidad Complutense de Madrid (UCM), Mitglied des ICEA.

- 17:15. Imperialismus, soziale Reform und die Macht der Basis in Venezuela. Luis Baños. Libertärer Aktivist in der Bildungsarbeit, beteiligt an Organisationsprozessen, im Zusammenhang mit ländlichen und urbanen Konflikten. Historiker und Mitglied des ICEA.

- 18:30. Dem sozialen Antagonismus und der antiautoritären Bewegung in Griechenland auf der Spur. Anarchistische GenossInnen aus Griechenland.

- 19:45. Diskussion und Schlussfolgerungen.

- 20:15. Schlussworte zur Veranstaltungsreihe. CNT Barcelona.

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