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23-tägige Besetzung eines Kraftwerkes in Griechenland aufgelöst

23 Tage lang sperrten Mitglieder der 'Gewerkschaft gegen Arbeitslosigkeit' die Eingangs- und Ausgangsfließbänder eines der größten Kraftwerke in Griechenland. Sie forderten:
  • die Wiedereinstellung aller entlassenen Arbeiter_innen

  • ausreichende Umweltschutzmassnahmen

  • dass alle Anklagen gegen die Arbeiter_innen und Einwohner_innen, die an früheren Aktionen teilnahmen, fallen gelassen werden

Am Montag, den 2. Juni, bereitete das Überfallkommando der Polizei der Besetzung des Agios Dimitris Kraftwerks ein gewaltsames Ende. Sechs Menschen wurden verhaftet. Am 10. Mai hatten viele Arbeiter_innen und Einwohner_innen aus der Kleinstadt Agios Dimitris das Nordtor des Kraftwerkes besetzt. Die Anlage gehört zum staatlichen Stromunternehmen DEH, das die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung in der Gegend beschäftigt. Die Arbeiter_innen hatten dort eine Gewerkschaft gegründet, um das Arbeitslosigkeitsproblem gemeinsam zu bekämpfen. Die Besetzer_innen blockierten die Fließbänder, die die Braunkohle in die Anlage bringen und Asche weg transportieren. Die Besetzung wurde von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, von denen viele an der Blockade teilnahmen. Die DEH klagte die Gewerkschaft an und behauptete, dass sie riesige Verluste aufgrund der Blockade erlitten hätte und erhob einen Anspruch auf 1 Millionen Euro pro Tag. Die DEH, die das Strommonopol innehat, inszenierten mittels einer großen Medienkampagne, dass die Besetzung die Stromversorgung des ganzen Landes bedroht hätte, und dass wegen der Aktion das Land in Gefahr gewesen sei. In Wirklichkeit wurde der Stromoutput während der Besetzung nur um 500 Megawatt reduziert. Die Besetzer_innen lehnten Verhandlungen mit der Kommunalbehörde ab, weil der Entwicklungsminister die Freischaltung der Fließbänder als Voraussetzung für Verhandlungen forderte. Nach der Räumung fand eine Demonstration durch die Stadt statt, wo es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant_innen und der Polizei kam, bei denen weitere drei Personen verhaftet und einer schwer verletzt wurde. Die Gewerkschaft droht der Polizei an, dass es einen Aufstand geben würde und dass sie das Kraftwerk in die Luft jagen würden, wenn nicht alle Verhafteten freigelassen werden. Die Verhafteten wurden tatsächlich freigelassen. Sie müssen aber im September vor Gericht erscheinen. Die Gewerkschaft und die Einwohner_innen von Agios Dimitris versprechen, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist!

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