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faudiaa

by Rudolf Mühland last modified 2007-06-29 19:11

Willkommen auf der Homepage der Freien ArbeiterInnen Union Düsseldorf.
In Düsseldorf gibt es bißher zwei Syndikate: das Bildungssyndikat und das Allgemeine Syndikat

EINGANG



Italien: eine Koalition aus Basisgewerkschaften (USI-IAA, COBAS, SLAICOBAS, CUB, UNICOBAS, ...) hat gestern (20.03.2003) den Streik gegen den Krieg ausgerufen hat. Vorherigen Meldungen war zu entnehmen, das gestern die Arbeit für acht Stunden niedergelegt werden sollte - es aber noch einen weiteren Termin (26.03.) geben soll, an dem die arbeit für 24 Std. niedergelegt werden soll! Aus Spanien gibt es einen Aufruf der CNT zum Generalstreik gegen den Krieg und das IAA-Sekretariat ruft zu IAA weiten Aktionen in den Tagen, die direkt
auf den Angriff folgen auf!


EINGANG
zur FAU-D/IAA
Sto zeli FAU?

(FAU je njemacka kratica za Slobodni radnicki savez)

The Free Workers' Union
(Freie ArbeiterInnen- Union, FAU)
Kion volas FAU?
serbokroatisch englisch esperanto
FAU Ortsgruppe; Postfach 102404; 40015 Düsseldorf, 
Öffentliches Treffen: Jeden 1. Donnerstag im Monat 19:30,
im SOLARIS 53, Kopernikusstr. 53; 40225 Düsseldorf - Bilk
E-Mail: faud(a)fau.org
SmS/Tel: 0179 - 325 86 48
FAX: 01212-5-110-29-174
Du willst auf dem laufenden gehalten werden? Dann aboniere einfach unseren Newsletter

 Was will die ?
Sto zeli FAU? What the FAU wants Kion volas FAU?
FAU Ortsgruppe; Postfach 102404; 40015 Düsseldorf, 
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im SOLARIS 53, Kopernikusstr. 53; 40225 Düsseldorf - Bilk
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Arbeitskämpfe der FAU

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Arbeitsrecht

Direkte Aktion -  Zeitung
der FAU/IAA

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anarcho-
syndikalistischer Medienvetrieb

FAU-Düsseldorf
Postfach 10 24 04
40015 Düsseldorf
Mail: faud@fau.org
FAX: 01212 - 5 - 110 - 29 - 174
Fon/SmS: 0179 32 586 48
Wir Anarcho-SyndikalistInnen haben die herrschaftsfreie, auf Selbstverwaltung begründete Gesellschaft als Ziel. Deshalb richtet
sich unser Widerstand gegen die verschiedenen, ineinander verflochtenen Herrschaftsformen.
     
Die Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen ist die grundlegende Idee des Anarcho-Syndikalismus.

Daher lehnen wir die Organisierung unserer Interessen in zentralistisch aufgebauten Organisationen ab, da diese stets Machtkonzentration und Hierarchie bedeuten. Weder soll, noch kann mensch mit StelvertreterInnenpolitik, wie sie zum Beispiel von reformistischen Gewerkschaften, Parteien und Kirchen betrieben wird, unsere Interessen durchsetzen.

Dagegen sind wir direkt und indirekt lohnabhängigen Menschen für die
Selbstorganisation in unabhängigen Gruppen. Diese sind bundesweit
in derFAUund transnational in der IAA(Internationale ArbeiterInnen Assoziation) zusammengecshlossen.

Zur Durchsetzung unserer Ziele und Forderungen dienen uns sämtliche Mittel der direkten Aktion, wie zum Beispiel: Besetzungen, Boykotts, Streiks,
etc. Im Gegensatz dazu lehenen wir indirekte Mittel wie die parlamentarische Tätigkeit in jeglicher Form ab. Mit dieser Art von Organisation verbinden wir die Möglichkeit, Vereinzelung und Perspektivlosigkeit aufzuheben und so für eine revolutionäre Veränderung auf freiheitlicher Grundlage zu kämpfen.

Da die Macht und Stärke des kaoitalistischen Systems in der privaten, bzw.
staatlichen Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel und in der tagtäglichen Ausbeutung der Arbeitenden begründet sind, ist der ökonomische Bereich der Hauptansatz für den antikapitalistischen Kampf.

Revolutionäre Arbeit in den Betrieben trifft den Kapitalismus nicht nur in seinen Erscheinungsformen, sondern an seiner Wurzel. Diese Arbeit kann nur
erfolgreich sein, wenn in allen gesellschaftlichen Bereichen gleichzeitig revolutionäre Arbeit geleistet wird, da alle Kämpfe in einer Wechselbeziehung zueinander stehen.

Wir sind keine GegnerInnen von Reformen, aber wir lehnen den Reformismus als Strategie ab.

Alle Menschen, die in diesem Sinne mit uns zusammenarbeiten wollen, sind uns willkommen.
Kontakt:
SmS/Tel:
0179 - 325 86 48
Soli-CD Projekt
der FAUD

Verfassungsschutz-
berichte

11.September 2001


Arbeitskämpfe (nicht nur) der FAU




Arbeitskampf der FAU-Bremen gegen die Lebenshilfe

Schluss mit dem Meckern - jetzt wird gefordert!


Am 5.7.01 fand in den Räumen der Angestelltenkammer Bremen die Vollversammlung der MitarbeiterInnen der Lebenshilfe gGmbH statt mit Beteiligung des Syndikats der Lohnabhängigen und Erwerbslosen der FAU Bremen. 
Die unabhängige Vorbereitungsgruppe und das SLE-FAU hatten auf der Betriebsversammlung im DGB-Haus am 28.3.01 von den Anmwesenden das Mandat erhalten, einen Forderungs- und Aktionskatalog zu erarbeiten.Darauf basierend beschlossen die KollegInnen folgende Forderungen an die Geschäftsführung der Lebenshilfe:

- VERGÜTUNG IN ANLEHNUNG AN DEN BAT, AUCH IN DER VERHINDERUNGSPFLEGE
-  WOCHEND- FEIERTAGS- UND NACHTZUSCHLÄGE
-  MEHR URLAUBSTAGE GEMÄSS BAT
- WEIHNACHTSGELD
- UNBEFRISTETE ANGESTELLTENVERTRÄGE
- KLARE PAUSENREGELUNG
- REGELMÄSSIGE INFORMATIONEN ÜBER DIE BETRIEBSSTRUKTUR UND UMSÄTZE
- VERBESSERUNG DES INFORMATIONSFLUSSES
- BEZAHLTE, BETRIEBSINTERNE FORT- UND WEITERBILDUNGEN
- FAHRTKOSTENERSTATTUNG
- REGELMÄSSIGE BETRIEBSVERSAMMLUNGEM, UM SICH AUSZUTAUSCHEN UND DIE 
VEREINZELUNG DER KOLLEGiNNEN AUFZUBRECHEN

Der Geschäftsleitung wurde ein Ultimatum gestellt, bis zum 23.07.01 dazu Stellung zu nehmen. 
Desweiteren wurden Aktionen geplant, über die aber erst im richtigen Moment  berichtet wird - der Geschäftsführer ANDREAS HOOPS ist auch begeisteter Leser von www.fau.org und darf sich zwar darüber ärgern, das er durch den kakao gezogen wird, aber nichts von unseren Überraschungen für ihn erfahren!

Der Forderungskatalog wurde per Einschreiben an die Geschäftsführung geschickt sowie von einer Delegation von  MitarbeiterInnen der Lebenshilfe und KollegInnen des SLE-FAU am 09.07.01 der stellvertretenden Geschäftsführerin EICKERMANN übergeben. Ihre Beschwerde über  die Kontaktadresse (FAU BREMEN)  und die Aufforderung, diese zu ändern, da sie an die FAU nichts schicken wolle, liessen die KollegInnen abblitzen: die Zeiten, als wir uns noch ihren Forderungen gebeugt haben, sind vorbei! Jetzt sind wir es, die die Forderungen stellen! 
Unterstützt eure KollegInnen in Bremen! Fordert ein bereits gelayoutetes Flugblatt beim SLE-FAU Bremen an und macht Aktionen bei euch vor Ort vor der Lebenshilfe! Sendet Solidaritätsfaxe und -mails an die Lebenshilfe! (siehe www.fau.org)
Wir informieren euch regelmässig auf dieser Seite und in der Direkten Aktion.
Nähere Informationen gibt es auch unter sle-hb@fau.org .
Ältere Nachrichten und Hintergründe gibt's hier.....
Weiter geht’s und selbstorganisiert

Arbeitskampf der FAU-Düsseldorf gegen das TIGGES (Lohnerhöhung von 12.- auf 15.-) Diese Geschichte ist kurz und schnell erzählt.
Die Genossin der FAUD, welche noch immer im TIGGES arbeitet, traf sich mit den KolegInnen des TIGGES, um mit ihnen gemeinsam über die Möglichkeiten einer Lohnerhöhung zu diskutieren. Seit ca: 8 Jahren zahlt der Chef den KellnerInnen (abends) 12.-/pro Stunde. Die Versammlung beschloß auf der nächsten "offiziellen" Betriebsversammlung (TIGGES-Sitzung) die Vorderung nach 15.-/pro Stunde zu stellen.
Der Chef reagierte mit einem Schulterzucken und der Mitteilung das er das selbst auch schon vorhatte und das es o.k. sei !!!
Doch schon am nächsten Tag sprach er alle ArbeiterInnen einzeln an und teilte ihnen mit das er sich das mit den 15.- noc überlegen müssse. Überhaupt - es wäre nie die Rede davon gewesen das "ab sofort" mehr gezahlt würde. Es käme darauf an wie der Sommer läuft, dann gäbe es im Sommer mehr (im Winter dan wieder 12.-).
Fakt ist: Niemand bekam auch nur eine Mark mehr. In persönlichen Gesprächen wurde klar das zwar einerseits die Lohnerhöung gewollt ist, das aber (um des lieben Friedens willen) keine Bereitschaft zum Arbeitskampf da ist.
Wenn sich daran etwas ändern sollte, dann könnt ihr das demnächst hier lesen....
Arbeitskampf der FAU-Düsseldorf gegn das TIGGES (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall & bezahlter Urlaub) Vorgeschichte:

Zwei Mitglieder der FAUD arbeiten im "TIGGES", einer "Linken" Szenekneipe in Düsseldorf. J.C. Schmidt, ein Genosse der FAUD ,einer der beiden Personen die im  "TIGGES" arbeiten, hat die JobberInnenbroschüre "Dein Recht als JobberIn" geschrieben.

Im April diesen Jahres (2000) hatten wir eine "kleine" Betriebsversammlung, d.h. wir haben die KolegInnen des "TIGGES" ein paar Tage vor der offiziellen Betriebsversammlung zu einem Treffen eingeladen und sie über Ihre grundlegenden Rechte (z.B. Lohnfohrtzahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub und Kündigungsfristen) aufgeklärt.
Gemeinsam wurde beschlossen, auf der offiziellen Bertiebsversammlung die Lohnfohrtzahlung im Krankheitsfall einzufordern. Der Grund dafür lag in der Tatsache, daß der Chef auf Antrag bei der Krankenkasse bis zu 80% der gezahlten Löhne "zurück" bekommen kann. Offensichtlich wollte die Belegschaft keinen konfrontativen Kurs fahren.

Die Reaktion des Chefs war damals ein leichtes Schulterzucken und die Bemerkung "das haben wir früher nie gemacht", "das können wir machen" und "ich frage mal meinen Steuerberater". In den sieben Monaten danach waren zwar einige Leute krank, eine Kollegin war sogar im Krankenhaus (wo sie der Chef auch einmal kurz besuchte), aber eine Lohnfohrtzahlung
erhielt niemand. Das lag aber noch nicht einmal am Chef selbst, sondern an den KollegInnen, die sich partout nicht dazu durchringen konnten, einen "Gelben" einzureichen.

7 Monate später (Samstag den, 18.11.2000):

Dieses Mal organisierten wir vorher kein Treffen. Stattdessen wurde diesmal von J.C. Schmidt ein Info-Blatt vorbereitet, das in Kürze JobberInnenrechte wie Mutterschutz, Lohnfohrtzahllung im Krankheitsfall, Kündigungsfristen, Urlaubsansprüche, Aushilfarbeitsverhältnisse etc.
(Was ist Anarchosyndikalismus) beschrieb.
Die Betriebsversammlug fing erwartungsgemäß mit der Erstellung einer Tagesordnung an. J.C. Schmidt stellte Lohnfortzahlung und bezahlten Urlaub zur Disskussion. Dieser TOP wurde auch ohne weiteres aufgenommen, ebenso wie die "sehr interessanten" TOP's wie zum Beispiel "die
Gestaltung des Tigges-Tellers" (ein Gericht, welches wir seit einigen Jahren auf der Karte haben).

In medias res:

Als die Sitzung dann endlich "richtig anfing", ging es auch gleich um die zwei von J.C. eingebrachten Punkte. Zur Einleitung wurde das mitgebrachte Info-Blatt verteilt. J.C. erläuterte dann auch noch einmal den Tagesordnungspunkt. Kaum daß er mit seinen Ausführungen am Ende war, begann auch schon eine heftige Diskussion.
Noch bevor der Chef auch nur ein Wort sagen konnte, war klar, daß ein Teil der Belegschaft eine gewisse Antihaltung gegenüber den genannten Forderungen hatte. Den Rücken mental gestärkt, entfachte der Chef eine nicht nur persönlich beleidigende, sondern auch eine im höchsten Maß unsachliche "Unterhaltung" mit J.C.
Neben Sätzen wie "ich habe mich schon immer für ArbeiterInnenrechte eingesetzt und werde das auch immer tun", "das haben wir bisher nie gemacht, nicht um Leute zu benachteiligen, sondern weil das nie jemand wollte" kamen auch Sätze wie, "Wenn du mit Arbeitnehmerrechten kommst, dann komme ich mit Arbeitgeber- rechten", "Wenn Du hier eine Gewerkschaft gründen willst, dann brauchst Du morgen nicht zur Arbeit zu erscheinen", "Wenn Du auf dein Recht [auf bezahlten Urlaub; die Schreibenden] bestehst, dann bist Du fristlos entlassen."
Alles in allem wurde sehr schnell von ihm mit Entlassung ("fristloser Kündigung", wie er es nannte) gedroht. Immer wieder kam auch der Hinweis, daß er da erst seinen Steuerberater fragen müsste. Als er gefragt wurde, wann er sich beim Steuerberater erkundigen wolle und wann er dann schliesslich uns informieren wolle, sagte er nur "Ich werde dir keinen Termin sagen. Ich möchte mich da nicht festlegen!"

Soweit so gut. Dies und die üblichen Beleidigungen ("du scheinst kleine Gehirnzellen zu haben") hatte ich schon für mich eingeplant. Schlußendlich brachte J.C. ihn soweit (und das hat nicht lange gedauert), seine wahre Haltung preiszugeben. Die läßt sich auf folgende Punkte reduzieren:

1: alles bleibt vorerst wie es ist
2: in Zukunft wird sich daran auch nichts ändern
3: wenn Du auf deine Rechte bestehen möchtest, dann bist du fristlos entlassen
4: wenn du hier eine Gewerkschaft gründen willst, dann bist du fristlos entlassen

Nächster Akt:

Am Montag, den 27.11.2000 ging J.C. sowohl mit der Forderung nach bezahlten Urlaub (ab den 01.12.2000) und einem FAU-Gewerkschafts-"Brett" ins "TIGGES". Begleitet von ein paar GenossInnen und FreundInnen stellte er den Chef zur Rede. Genauergesagt, er versuchte es, denn der Chef ignorierte ihn konsequent. Daraufhin befestige J.C. das "Brett" und hing auch gleich ein paar Gewerkschaftsinfo's daran auf (eine kurze Rechtsbelehrung zu den im Info-Blatt oben genannten Themen). Auf Nachfrage sagte der Chef, daß er "jetzt keine Zeit" hätte und daß wir das "später" besprechen würden. Natürlich hat J.C. weiter nachgehagt und schließlich einen Termin (Donnerstag, den 30.11.2000) mit ihm ausgemacht, um die Frage mit dem bezahlten Urlaub für J.C. zu klären. Heute, Dienstag den 28.11.2000 mußte J.C., wie jeden Dienstag arbeiten. Die Gelegenheit hat er dann auch genutzt, um den anwesenden Chef noch einmal den Donnerstagstermin bestätigen zu lassen. Morgen, Mittwoch den 29.11.2000, hat J.C. einen Termin bei seinem Anwalt. Dort wird er alles Nötige besprechen (jedenfalls was die
arbeitsrechtlichen Schritte im juristischen Sinn angeht).

mit "lieber Teer - en" Grüßen J.C.Schmidt

Salud !

Hier nun das Gedächtnisprotokoll von Heute, Donnerstag , den 30.11.2000.

Ich bin heute gegen 15.oo im "TIGGES" gewesen um mit dem "Chef" über meinen bezahlten Urlaub und über die Gewerkschaftliche Tätigkeit in seinem Bertrieb zu reden. Eigentlich war ich davon ausgegangen das er mich fristlos entlassen würde. Am Tag vorher, Mittwoch, den 29.11.2000, hatte ich schon mit meinem Anwalt gesprochen und die nächsten Schritte nach einer solchen Kündigung erwogen. Bei meinem Besuch im "TIGGES" waren noch zwei weitere Genossen der FAUD und ein Genosse aus der A.St.I. anwesend. Wider meiner Erwartung entlies er mich jedoch nicht, sondern "überraschte" mich mit einer Hinhaltetaktik. Hatte er noch auf der Betriebsversammlung gesagt er wolle seinen Steuerberater fragen (ohne sich auf einen Termin festzulegen!), machte er mir nun weiß er müsse erst mit seinem Anwalt (!), seinem Steuerberater (!) und dem Gaststättenverband (!) zu dem Rhema befragen. Besonders "lustig" war in diesem Zusammenhang, das er angeblich in der nächsten Woche einen Termin bei seinem Anwalt hat. Die Aussagen seines Anwaltes will er aber nicht alleine vertrauen und bestand darauf auch die anderen beiden Institutionen zu befragen. Daraufhin empfahl ich ihm den Anwalt zu wechseln, da dieser sehr schlecht sein muß wenn er meint das dieser sich im Arbeitsrecht schlechter auskennt als zum Beispiel sein Steuerberater. Aber zurück zur Sache. Obwoh ich ihn mehrfach aufforderte mir einen Termin zu nennen an dem er mitteilt was er mit meinem Urlaub zu tun gedenkt, konnte ich ihn nicht zu einer Konkreten Aussage bewegen. Er wiederholte immer nur das er mir bescheid geben würde, sobald er mit allen drei Institutionen geredet, bzw. sich dort informiert hätte. Auf meinen Hinweis das ich meinen Urlaub noch in diesem Jahr nehmen müsste da er sonnst verfiele, sagte er mir das ich den auch noch in 2001 nehmen könnte (eine Tatsache die ich wußte, die er mir aber selber vor Zeugen sagen sollte). Leider haben genau diesen Satz mindestens zwei der drei Zeugen nicht gehört. Vom dritten fehlt bißher jedes Gedächtnisprotokoll. Zur Gewerkschaftsarbeit sagte er diesmal, das ich diese ruhig in seinem
Betrieb machen könne, damit hätte er nichts zu schaffen. Wenn die Gewerkschaftsarbeit jedoch Geschäftsschädigend sei, dann "könne" es sein das er mich fristlos entlässt. Im laufe der Diskussion wieß er auch auf die "Betriebsinternen Absprachen" hin. Demnach wir nicht nur unseren Lohn bekommen (welche Großzügikeit!), sondern auch noch Trinkgeld (Wow -
wer hätte das gedacht!) und Speiß und Trank (DANKE !). Dem Tonfall nach war die Drohung unmißverständlich - wer seine Rechte haben will muß auf Speiß und Trank verzichten!

Zu guter letzt noch ein kleines Bonbon:

Am Montag, den 04.12.2000, wird er alle Tagesschichten selber machen (täglich von 11-18.oo Uhr). er schob hier natürlich ökonomische Gründe vor. Anzumerken ist das er am 18.11.2000 (Betriebsversammlung!) sagte das die Tagesschichten bleiben. Außerdem ist für den 17.12.2000 ein "Weihnachtsessen" geplant und ein Betriebsausflug ist auch in Planung. Armes "TIGGES". Der Clou ist jedoch das er nach Beendigung unseres Gespräches sich noch mit einem Genossen
der FAUD unterhalten hat und ihm im laufe des Geprächs fragte ob dieser nicht Leute kenne die ggf. im "TIGGES" arbeiten wollen !!!

Das ENDE

Nach rücksprache mit einem Anwalt wurde stellten wir dem Chef doch noch ein Ultimatum (02.01.01). Am 31.12.00 bat mich der Chef zu einem gespräch unter vier Augen (auf das ich nur deshalb einging weil ich a: vorhatte zum 31. Januar zu Kündigen weil ich b: ein tolles Jobangebot in einer linken Buchhandlung in Düsseldorf hatte). Nach einer ganze Weile kam er zum Punkt und bat mir 400.- an (was 230.- weniger sind als mir zustand). Ich überlegte kurz und willigte ein.

Bewertung:

Obwohl die Auseinandersetzunge das Ergebnis einer langen Entwicklung war kam es zu keiner solidarischen Aktion der ArbeiterInnen im TIGGES. Dies mag ggf. daran liegen das fast alle ArbeiterInnen StudentInnen sind und auf 630.- Basis arbeiten. Es mag auch daran liegen das sie "von Hause aus" keinerlei gewerkschaftliche Bindung oder Tradition haben.
Ein sicherer Grund läßt sich mit einem amerikanischen Begriff beschreiben: "corporate identity"
Der Identifikationsgrad der Belegschaft mit "IHREM-LADEN" ist sehr groß. Ein weitere Grund mag darin liegen das sie Angst um all ihre "Privilegien" hatten. Ganz oft wurde diese Angst geäußert. Leider ließ sie sich durch Information alleine nicht nehmen.


Betrieb und Gesellschaft

"Sag Du zum Chef" Bericht aus der FAZ über eine Veranstaltung der FAU-Berlin

Was geht ab im Kleinbetrieb

"Sag  Du zum Chef" Bericht der FAU-Berlin über das erste Treffen

Sofortige Einstellung des Verfahrens gegen Domink Sawick

Andere Meinung - Job futsch
 

Berichte aus der anarchosyndikalistischen Bewegung


Seit rund einem Jahr existiert nun die anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsinitiative FAUCH in der Schweiz, Zeit auf die letzte Monate zurückzublicken und eine Perspektive für die kommenden zu formulieren.
Nur Gott allein kennt den Weg?

Seit rund einem Jahr existiert nun die anarcho-syndikalistische
Gewerkschaftsinitiative FAUCH in der Schweiz, Zeit auf die letzte Monate
zurückzublicken und eine Perspektive für die kommenden zu formulieren.

Von Andreas Kan
An der Grossdemonstration vom 25. September 1999 in Bern, mit der Forderung nach 200 Fr. mehr Lohn, beteiligte sich erstmals die FAUCH. Das Tempo blieb rasant, für manche zu schnell, die inhaltliche Diskussionen bemängelten. Für andere, von der Ungeduld geplagt, konnte es nicht schnell genug vorwärts gehen. Die vier Ortsgruppen waren so unterschiedlich in ihrer Ausrichtung, wie die Mitglieder untereinander: Die eine OG mehr populistisch und auf Aktionen konzentriert, die andere setzte auf inhaltliche Diskussionen usf. An den Regionaltreffen immer ein Austausch der verschiedenen Interessen, nie gehässig und so bleibt es auch hoffentlich. Die Erfolge und Erlebnisse mit der FAUCH schufen für mich ein Klima der Freundschaft unter den GenossInnen und Freude am Engagement. Viele sagten, es sei nicht der richtige Zeitpunkt eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft aufzubauen. Doch die Mobilisierungen und Aktionen in den letzten Monaten geben uns recht. Wo waren wir nicht überall mit unseren rot-schwarzen Fahnen präsent. Mag dieser Enthusiasmus auch nur von kurzer Dauer sein, was ich nicht hoffe, schuf er uns doch eine gut organisierte Basis für die Zukunft. Natürlich sind wir weit entfernt von einer Mitgliedschaft von einigen hundert oder sogar tausend. Doch der Fortschritt für die libertäre Bewegung in der Deutschschweiz ist unverkennbar. Und dies gab uns Zuspruch auf nationaler und internationaler Ebene. Wo liegen die Chancen einer revolutionären Gewerkschaft? Unser primäres Ziel muss es sein, Menschen zu organisieren, die zur Erkenntnis gekommen sind, dass in diesem System weder soziale Gerechtigkeit noch ein menschenwürdiges Leben für alle möglich ist. Diese Feststellung zum Anlass nehmen, sich organisieren und sich dadurch aktiv an den sozialen
Kämpfen beteiligen. Oder noch besser, sich in den Kämpfen selber organisieren. Unsere Chance liegt darin, dass wir Wege aufzeigen, Widerstand zu leisten, und konkret etwas an den Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern können und dazu eine Perspektive einer anderen Zukunft vermitteln. Unsere Chance liegt auch darin, dass wir offen sind, basisdemokratisch und unprofessionell.  Letzteres mag verwundern. Wir sind keine Funktionäre, die wenigsten kennen sich mit Arbeitsrecht aus, was mensch auch bemängeln kann. Doch jede und jeden packt die Wut, wenn irgendwo von Entlassungen oder Lohnkürzungen die Rede ist. Und da sind wir auch bereit, am Morgen um sechs Uhr vor dem Betrieb zu stehen und Dampf zu machen. Auch wenn ich eigentlich bis acht im Bett bleiben könnte und dann erst arbeiten müsste. Dem sagen wir dann Solidarität. Wir haben es nicht
nötig für jedes gewonnene Mitglied ein Sackmesser oder 50 Fr. als Geschenk zu geben, dass können die anderen Gewerkschaften. Wir wollen Mitglieder, die hinter dem stehen, was wir propagieren und tun. Ich sage explizit nicht verstecken, denn jedes Mitglied vertritt schlussendlich sich selbst. Was für
die FAUCH bedeutet: Autonomie der Gewerkschaft gegenüber Parteien wie anderen Gewerkschaften, Beteiligung aller Mitglieder an der Gewerkschaft, Selbstverwaltung der Kämpfe duch die ArbeiterInnen selbst, direkte Aktion der ArbeiterInnen anstelle der Delegation an Funktionäre. Sind wir ArbeiterInnen? Viele stossen sich am Namen FAU (Freie ArbeiterInnen Union). Denn was mach ich, wenn ich Schülerln, Studentln, arbeitslos oder sonst was bin. Und wenn ich Arbeiterln bin, bin ich noch lange keine freie ArbeiterIn. Oder was passiert, wenn ich gar nicht arbeiten will. Was wohl für die meisten von uns zutrifft. Die MitbegründerInnen der FAU haben diesen Namen anfänglich gewählt, weil wir uns der deutschen FAU anschliessen wollten. Was wir dann unterliessen, weil das international, das heisst in der IAA (Internationale ArbeiterInnen Assoziation), Probleme gegeben hätte. Das heisst nicht, dass die IAA nun keine Probleme mehr hätte, weil wir uns den Deutschen nicht angeschlossen haben, aber dazu ein andermal. Naja, und seither segeln wir unter diesem Namen. Mit ihm verbindet uns die Geschichte des Anarchosyndikalismus und der ArbeiterInnenbewegung, mit den Kämpfen um die
Befreiung der Arbeiter-a Innen oder der Menschheit an sich Bildlich gesprochen spielen die Unterdrückten gegen die Unterdrücker von links nach rechts, es steht 1:20, Zeit ihnen ordentlich ins Schienbein zu treten oder in den Arsch und dazu brauchen wir alle Schüler- und StudentInnen,
ArbeiteInnen usw., nur keine SchiedsrichterInnen. Und noch was: Fairplay is Scheisse - das überlassen wir den SozialdemokratInnen. Schliesslich können wir nur gewinnen und organisiert sind wir allemal stärker, ob Arbeiterln oder Schülerln. Wo stehen wir? Nun gut, wir haben uns 12 Monate ins Zeug gelegt, wobei da noch einiges drinliegt, haben uns an den Kämpfen beteiligt (ZeBa, Aare AG, Adtranz, Lenglet, Davos ... ), einige tausend Flugblätter und Zeitungen verteilt und nun? Wir haben erst einen Drohbrief erhalten und der beschränkt sich gerade
mal auf eine Zeile: "Hurendreckärsche verrecket!!!!!" Das sind die negativen Reaktionen. Das Positive, und jetzt möchte ich eigentlich Bezug nehmen zum Titel, wir stehen nicht mehr am Anfang. Wunderbar, wo stehen wir dann? Zwei Schritte weiter. Das heisst wir sind einigermassen bekannt und wir sind im Gespräch, wir haben eine Infrastruktur, zwar noch nicht überall eigenständig, aber das kommt, eine Zeitung und eine aktionsfähige Organisation. Wir wissen, wo wir stehen und was wir entwickeln müssen, nämlich Fuss fassen in den Betrieben und eigenständige Interventionen
organisieren, sowie inhaltliche, Diskussionen weiterführen. Orientieren wir uns an den gewerkschaftlichen Kämpfen? Es macht den Anschein, als beschränkten wir uns wirklich nur darauf, syndikalistisch zu arbeiten, doch jetzt kommen wir zum anarchstischen, oder zur politischen Arbeit die wir machen. Wir können und wollen uns nicht nur auf die ökonomische Sphäre beschränken. Beides vermischt sich auch
teilweise. Die politischen Kämpfe an denen wir uns inhaltlich wie aktiv beteiligen, sind: Antifaschismus, Antimilitarismus, Kampf für die Rechte der Frauen, ImmigrantInnen und sozial Ausgegrenzte. Es ist selbstverständlich, dass jede Ortsgruppe und Einzelmitglied seine/ihre eigenen Schwerpunkte setzt. Von Andreas Kan




Dein Recht als JobberIn !

J. C. Schmidt „Dein Recht als JobberIn“

Verlegt von: FAU-MAT, Bismarckstr. 41 a, 47443 Moers, 1999
Druck: Syndikat A
Auflage: 1.000 St.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Aushilfsarbeitsverhältnis
2. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
3. ...und an Feiertagen
4. Urlaub
5. Kündigungsfristen
6. Das Arbeitskampfrecht
7. Wann ist ein Streik rechtmäßig ?
8. Exkurs I: Was ist eine Gewerkschaft ?
9. Exkurs II: Wie gründe ich eine Koalition / Gewerkschaft ?
10. Frauenarbeitsrecht
11. Mutterschutz
12. Exkurs III: Was ist eigentlich Anarcho-Syndikalismus ?
13. Epilog
14. Literaturverzeichnis
15. Anmerkungen
16. Kontaktadressen

Vorwort

In den letzten Jahren hat sich, weltweit deutlich spürbar, die Situation der auf Lohnarbeit Angewiesenen stetig verschlechtert.
Gleichzeitig herrschen Hoffnungslosigkeit ("es lässt sich ja doch nichts ändern") und Aberglaube ("so schlimm wird es schon nicht" - "mich wird es schon nicht treffen"). Dabei sind immer mehr Menschen auf einen oder mehrere 630 DM Job’s angewiesen (Studierende, Alleinerziehende) oder werden in diese abgedrängt (Frauen, MigrantInnen). Das sozialstaatliche Model eines
‚entschärften' Kapitalismus steht seit dem Zusammenbruch des staatsmonopolistischen Kapitalismus des sogenannten Ostblocks
in Frage und wird auch schon sichtbar zurückgedrängt. Um so wichtiger ist es, die (noch) vorhandenen universellen Rechte und
Möglichkeiten zu kennen. WelcheR JobberIn weiß schon, dass er/sie Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder, im
Falle einer Kündigung, auf eine Abfindung haben kann? Diese Broschüre will einen einführenden Einblick in eben diese (und ein
paar andere) Rechte geben. Weiterführend sollen ein paar Hinweise auf die Möglichkeiten selbstorganisierter (und revolutionärer)
Gewerkschaftsarbeit eure Phantasie anregen, mit welchen Mitteln und Methoden ihr Euer juristisches Recht auch tatsächlich durchsetzen und so zu Eurem Recht machen könnt !!  Zu diesem Zweck habe ich das Kapitel über den anarchistischen
Syndikalismus den folgenden Ausführungen bei gestellt und den Exkurs über die Gründung von eigenen Gewerkschaften
eingefügt.

Wenn ihr Fragen, Anregungen, Ergänzungen und/oder Kritik habt und uns Eure Erfahrungen mitteilen wollt, dann schreibt an:

 J. C. Schmidt „Dein Recht als JobberIn“

1. Aushilfsarbeitsverhältnis

Die meisten JobberInnen stehen als sogenannte Aushilfen auf 630 DM-Basis in einem Aushilfsarbeitsverhältnis. Das Aushilfsarbeitsverhältnis kann befristet oder unbefristet sein. Es muss ein sachlicher Grund für ein nur befristetes Arbeitsverhältnis vorliegen und Art und Dauer müssen sich klar ergeben; im Zweifel ist ein unbefristeter Vertrag abgeschlossen. Während ein befristetes Arbeitsverhältnis auf jeden Fall mit Ablauf der Frist oder der Erfüllung des Auftrages endet, gelten bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis entweder die vorher eindeutig (!) geregelten oder die gesetzlichen Kündigungsfristen (siehe auch Kapitel 5.). Dein Vertrag kann schriftlich oder mündlich abgeschlossen worden sein. Das tut erst einmal nichts zur Sache. Allerdings ist dein(e) ArbeitgeberIn verpflichtet Dir, bis spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses eine schriftliche, vom Arbeitgeber unterschriebene Niederschrift über die wesentlichen Vertragsbedingungen (wie zum Beispiel den
Arbeitsplatz, die Arbeitszeit und die Höhe des Arbeitsentgeltes) auszuhändigen.

2. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Grundsätzlich haben alle (!) einen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit, und zwar für einen Zeitraum von sechs Wochen. Anders lautende Vereinbarungen ob mündlich oder schriftlich sind ungültig.2 (Du musst die durch eine Krankheit verursachte Arbeitsunfähigkeit unverzüglich (das heisst innerhalb von drei Tagen) deinem Arbeitgeber, bzw. deiner Arbeitgeberin mitteilen. Besser ist es, wenn Du schon am ersten Tag ein ärztliches Attest vorlegst. Bei Arbeitsausfall durch Krankheit greift das Lohnausfallprinzip, das heißt, es ist dir der Betrag zu zahlen, den du ohne die Erkrankung verdient hättest.3

 3.  ...und an Feiertagen

Für Arbeitszeit (inklusive Überstunden, wenn diese regelmäßig geleistet werden), die aufgrund gesetzlicher Feiertage ausfällt, muss der Arbeitgeber trotzdem zahlen.4 Feiertagsarbeit ist grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen von diesem
Verbot. Hat dein Chef oder Deine Chefin eine Ausnahmegenehmigung, dann kann Feiertagsarbeit vertraglich vereinbart werden. Anspruch auf Feiertagszuschläge gibt es dann nur, wenn ein bestehender Tarifvertrag entsprechende Regelungen enthält oder wenn Du entsprechendes im Einzelvertrag vereinbart hast.

4. Urlaub

Anspruch auf Urlaub, das heißt Freistellung des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin von der Arbeit für eine bestimmte Zeit zum Zwecke der Erholung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts, haben grundsätzlich alle (!). Wenn Du den Job anfängst, hast Du nicht sofort Anspruch auf Urlaub, sondern erst nach einer Frist von sechs Monaten. Die Urlaubsdauer (pro Kalenderjahr) berechnet sich laut Bundesarbeitsgericht wie folgt: Die Anzahl der Werktage, die ein Monat im Durchschnitt hat, wird durch sechs geteilt und mit der Anzahl der Arbeitstage, die Du innerhalb der Woche erbringst, multipliziert (24 : 6 = 4 x X = Urlaubstage)

Beispiel:
Du Arbeitest Mittwochs und Samstags, also zwei Tage in der Woche. Das ergibt folgende Rechnung: 24 : 6 = 4x2 = 8 Urlaubstage!

Nimmst Du nun von Montag bis Montag Urlaub, so brauchst Du dafür zwei Urlaubstage! Von den errechneten Arbeitstagen werden also nur die Arbeitstage, an denen Du Urlaub genommen hast, abgezogen. Du musst deinen Urlaub innerhalb des laufenden
Kalenderjahres nehmen. Eine Übertragung des Anspruches auf das nächste Jahr ist grundsätzlich nicht möglich (es bestehen ein
paar Ausnahmen, aber es ist in jedem Falle besser den Urlaub im laufenden Kalenderjahr einzufordern). Wenn Du erstmal einen Anspruch auf Urlaub hast, dann hast Du im Falle einer fristlosen Kündigung einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung (=Bargeld)

5. Kündigungsfristen

Dauert dein Job nur bis zu maximal drei Monaten, dann können die gesetzlichen Mindestkündigungsfristen unterschritten werden.
Dauert dein Job länger als drei Monate, gelten die gesetzlichenKündigungsfristen, es sei denn, es ist etwas anderes vereinbart worden. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.5 Schwangere Frauen und stillende Mütter können bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung nicht gekündigt werden.5

6. Das Arbeitskampfrecht

Mit dem Arbeitskampfrecht verlassen wir nun die Ebene des isolierten Einzelrechts ('Individualrecht') und begeben uns auf die Ebene des kollektiven Rechts. Das Streikrecht wird uns in der Verfassung der BRD in Art.9 Abs.3 GG garantiert
(Koalitionsrecht). Früher waren in der BRD nur Streiks erlaubt, welche die Arbeitsbedingungen und /oder das Entgelt verbessern sollten. Am 13.03.1998 hat das Arbeitsgericht Gelsenkirchen juristisch bestätigt, dass sozialpolitische Streiks zulässig sind.6
Um Streiken oder gar nur mit dem Chef verhandeln zu können braucht es gar keine Gewerkschaft. Eine ad hoc Koalition reicht dazu schon völlig aus. An einem Streik können sich die Mitglieder der aufrufenden Gewerkschaft, der ad hoc Koalition,  aber auch sogenannte Unorganisierte  und Mitglieder anderer Gewerkschaften im bestreikten Betrieb beteiligen. ArbeitgeberInnen können mit Aussperrungen reagieren, das ist ihr offizielles Kampfmittel. Grundsätzlich verboten sind jedoch selektive Aussperrungen von
Gewerkschaftsmitgliedern.

7. Wann ist ein Streik rechtmäßig ?

Um rechtmäßig zu sein muss der Streik nach dem Willen des Bundesarbeitsgerichts folgende Bedingungen erfüllen:
· Es darf nur um Dinge gehen, die sich tarifvertraglich regeln lassen.
· Die Friedenspflicht (Tarifvertragsgesetz) darf nicht gebrochen werden.
· Nur Gewerkschaften dürfen streiken.
· Der politische Streik ist nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes verboten (es gibt allerdings kein Gesetz, das den politischen Streik verbieten würde !!)
· Zum Mittel des Streiks darf erst gegriffen werden, wenn alle anderen Mittel zu einer Einigung zu kommen versagt haben.
· Das Gemeinwohl darf durch einen Streik nicht offensichtlich verletzt werden.
· Der Streik darf kein Ziel verfolgen, das auch auf dem Rechtsweg zu erreichen wäre.
· Solidaritätsstreiks sind nicht zulässig

Lasst Euch aber nicht von der Fülle der Gebote, Regeln und Vorgaben verunsichern. Das Bundesarbeitsgericht mag ja eine Autorität auf seinem Gebiet sein, es hat aber nicht immer recht ! (Siehe Kapitel 6) Die Kritik an der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts füllt ganze Bibliotheken. Ich möchte hier nur zwei Argumente exemplarisch erwähnen:
So hat zum Beispiel das Bundesverfassungsgericht in Bezug auf das Koalitionsrecht einen Rückschritt hinter das in der Weimarer Republik Erreichte ausdrücklich ausgeschlossen.7 In Weimar waren aber auch Streiks erlaubt die nicht von einer Gewerkschaft
getragen wurden! Die Streikgarantie der europäischen Sozialcharta erlaubt, dem Sachverständigenausschuß des Europarates nach, auch Solidaritätsstreiks und die nicht von den Gewerkschaften getragene Arbeitsniederlegung !
Ansonsten gilt der Grundsatz, dass die "herrschende Meinung", die bei Beschlüssen der Arbeitsgerichte durchaus ihre Berücksichtigung findet, geändert werden kann !

 8. Exkurs I: Was ist eine Gewerkschaft ?

Jede überbetriebliche Organisation, die sich zum Zweck der Wahrnehmung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zusammengeschlossen hat, ist eine Gewerkschaft. Nach dem Vereinsrecht ist eine Gewerkschaft ein "Nicht rechtsfähiger Verein".
Alles andere ist eine "Koalition". Das Bundesarbeitsgericht hat im Laufe der Zeit in seiner Rechtsprechung einige Kriterien festgelegt, die über das oben gesagte hinaus erfüllt sein sollen, damit wir von einer Koalition / Gewerkschaft reden können. Im folgenden schildere ich die "wichtigsten" Kriterien in Kurzform : · Zweck einer Gewerkschaft muss die Wahrung und Förderung der Arbeits-und Wirtschaftsbedingungen sein.
· Gewerkschaften müssen überbetrieblich organisiert sein.
· Gewerkschaften sollen das geltende Tarifrecht anerkennen.
· Gewerkschaften sollen auf Dauer angelegt sein
· Gewerkschaften müssen auf die ArbeitgeberInnen Druck ausüben können.

Auch hier gilt: Lasst Euch nicht von den Vorgaben des Bundesarbeitsgerichtes all zu stark beeindrucken. Bisher sind diese Punkte der reinen Willkür der JuristInnen des Bundesarbeitsgerichtes entsprungen, und noch gibt es kein Gesetzt welches die Erfüllung all dieser Punkte von uns verlangt !

9. Exkurs II: Wie gründe ich eine Koalition / Gewerkschaft ?

Eine Koalition besteht aus mindestens drei Personen. Für eine Gewerkschaft müsst Ihr schon überbetrieblich organisiert sein,
das heisst Gruppen (mindestens á drei Personen) in mindestens zwei Betrieben haben.

10. Frauenarbeitsrecht

Nach dem Grundgesetz8,
der Europäischen Sozialcharta9,
des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte10,
dem EG-Vertrag11
und dem Völkerrecht12 besteht kein Zweifel:
Frauen haben das gleiche Recht wie Männer auf freie Wahl von Beruf und Arbeitsplatz, Lohngleichheit und Aufstiegschancen.
Darüber hinaus verpflichtet das Betriebsverfassungsgesetz13 ArbeitgeberInnen und Betriebsrat "jede unterschiedliche Behandlung" zu unterbinden bzw. zu verhindern. Das Bürgerliche Gesetzbuch14 verbietet ebenfalls eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Die Realität sieht leider oft noch anders aus, aber Ihr habt mit den oben Genannten eine ganz gute
(juristische) Basis für eure Auseinandersetzungen mit Euren ArbeitgeberInnen.

11. Mutterschutz

Das Mutterschutzgesetz enthält einige Regelungen welche die werdende und die stillende Mutter unter besonderen Schutz stellen soll. Einige Tätigkeiten, wie zum Beispiel Akkordarbeit und andere Arbeiten mit vorgeschriebenem Tempo sind ebenso verboten wie "schwere körperliche" Arbeiten und der Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen. Kann Dich deinE ArbeitgeberIn nicht oder nicht mit einer gleichwertigen Arbeit während der Schwangerschaft beschäftigen, dann muss sie/er Dir Dein Arbeitsentgeld trotzdem weiter bezahlen (Durchschnitt der letzten drei Monate). Des Weiteren bist du sechs Wochen vor der Geburt und für acht Wochen nach der Geburt von der Arbeit freizustellen. Während dieser Zeit (Schutzfristen) bekommst Du ein Mutterschaftsgeld in Höhe von 25.- pro Tag von der gesetzlichen Krankenversicherung. Joberinnen (die bis zu maximal 19 Wochenstunden arbeiten) steht unter
bestimmten Bedingungen Erziehungsgeld zu. Dieses beträgt 600.- pro Monat und wird von der Geburt des Kindes an, bis zu
24 Monate gezahlt.

12. Exkurs III: Was ist eigentlich Anarcho-Syndikalismus ?

Syndikat kommt aus dem Französischen und bedeutet erst einmal nichts anderes als Gewerkschaft. Entstanden ist der Syndikalismus schon Ende des letzten Jahrhunderts als Reaktion auf den zunehmenden Reformismus der sogenannten sozialistischen Parteien und Gewerkschaften in Frankreich. Bald darauf gründeten sich in der ganzen Welt anarchistische
Gewerkschaften. So wurden, um nur ein paar Beispiele zu nennen
1905 die Industrial Workers of the World (IWW-U.S.A.),
1910 die Sveriges Arbetares Centralorganisation (SAC-Schweden),
1911 die Confederación Nacional de Trabajo (CNT-Spanien),
1912 die Unione Sindicale Italiana (USI-Italien) und
1919 die Freie Arbeiter Union Deutschlands/Anarchosyndikalisten (FAUD/AS) ins Leben gerufen.
Was unterscheidet denn nun aber den Syndikalismus von den "normalen" Gewerkschaften? Sicherlich zum einen der revolutionäre Anspruch an sich selbst, das heisst dass die AnarchosyndikalistInnen das Ziel, den freiheitlichen Sozialismus, nicht aufgegeben haben. Freiheitlicher Sozialismus meint eine klassenlose, herrschaftsfreie, auf Selbstorganisation aufgebaute und auf Selbstverwaltung gegründete Gesellschaft, in der Freiheit, Gerechtigkeit und soziale Gleichheit existieren. Dabei ist der Anarchosyndikalismus jedoch niemals Selbstzweck, sondern er stellt die Brücke dar, die es ermöglicht schon hier und jetzt
zum Aufbau einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft beizutragen. Der Anarchosyndikalismus hat immer den
Bürokratismus, die zunehmende Zentralisation und die Kaste der (bezahlten) FunktionärInnen der Zentralgewerkschaften kritisiert. Daraus ergaben sich basisdemokratische und dezentrale Organisationsformen für die anarchistischen Syndikate. So wird gewährleistet, dass bei Entscheidungen nicht über die Köpfe der organisierten ArbeiterInnen hinweg entschieden wird. Bezahlte FunktionärInnen gibt es in aller Regel auch nicht. So hatte die Spanische CNT bei Ausbruch der Revolution im Jahr 1936 bei ca. 1,5 Millionen Mitgliedern genau einen (!) bezahlten Funktionär. Zu guter Letzt unterscheidet sich der Anarchosyndikalismus noch durch die Methoden die er anwendet. Sie werden direkte Aktionen genannt. AnarchosyndikalistInnen nehmen ihre Sache selbst
in die Hand. Mal bleibt es bei einem Besuch der Belegschaft beim Chef, mal muss auch mehr getan werden,  als nur nett mit dem Boss zu plaudern. Dann werden andere direkte Aktionen, wie zum Beispiel Streiks, Boykotte, Besetzungen, Sabotage, Enteignungen, usw. angewendet. Natürlich hängt es immer ganz von der Situation und von den konkret Betroffenen ab, zu welchem Mittel gegriffen wird.

13. Epilog

Utopien sind heute nicht mehr sehr gefragt.
Der Anarchosyndikalismus war jedoch schon immer mehr als nur der schöne Traum einer anderen Realität. Er verband von Anfang an den tagespolitischen Kampf um mehr Lohn und weniger Arbeit mit dem revolutionären Ziel einer herrschaftsfreien, basisdemokratischen und föderalen Gesellschaft, in der alle Menschen ihren Platz finden sollten. Die Grundideen, Basisdemokratie statt StellvertreterInnendemokratie, dezentrale statt zentralistische Organisation und Autonomie der Orts-/ Betriebs-/ Branchengruppen, bieten ein Höchstmaß an Raum für Eigeninitiative und selbstbestimmtes Handeln. Natürlich können viele JoberInnen relativ problemlos den Job wechseln, wenn er ihnen nicht passt. Das ändert aber nichts an der prekären Abhängigkeitssituation in der sich viele JoberInnen befinden. Wir sollten wieder anfangen, konkret, praktisch und solidarisch etwas
für die Verbesserung unserer Lebenssituation zu tun. Mit den hier geschilderten Mitteln und Methoden können wir dies. Es liegt jetzt nur noch an uns. Wir können unsere Zukunft selbst gestalten!

14. Literaturverzeichnis

1. Wolfgang Däubler, Arbeitsrecht - Ratgeber für Beruf, Praxis und Studium, Bund Verlag Frankfurt a.M., Erstauflage 1998
2. Rainer Fuchs, Arbeitsrecht für jeden, Bund Verlag Köln, zweite Auflage 1996
3. Thersites, Einführung in das Arbeitsrecht, Syndikat A,  Moers 1998
4. AStA Uni Köln, Das Sozialinfo, Druckhaus Moradi Köln, 1998
5. Thersites, Revolutionäre Gewerkschaftsarbeit, Syndikat A, Moers 1997
6. M. v.d. Linden / W. Thorpe, Aufstieg und Niedergang des revolutionären Syndikalismus, Reprint 1992
7. Direkte Aktion  JG 23 Nr.131 Januar/Februar 1999

15. Anmerkungen

1 siehe § 3 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes
2 Entgeltfortzahlungsgesetz § 3 Abs. 1
3 § 2 Abs.1 Entgeltfortzahlungsgesetz & Bundesarbeitsgericht vom 5. Juli 1979
4 Solltest Du deinen Job schon mindestens 5 Jahre haben, dann beträgt deine gesetzliche Kündigungsfrist zwei Monate.
5 § 9 Abs. 1 Mutter-Schutz-Gesetz
6 in seinem Urteil -3 Ca 3173/97
7 Bundesverfassungsgericht 4, 96ff
8 Artikel 12 Grundgesetz
9 Artikel 4 Abs.1 Nr. 3 Europäische Sozialcharta
10 siehe Art. 3
11 Artikel 119 Abs.1 & Artikel 235
12 ILO-Übereinkommen Nr. 100
13 Betriebsverfassungsgesetz § 75 Abs. 1
14 Bürgerliches Gesetzbuch § 611a

16. Kontaktadressen

Geschäftskommission:
· Freie ArbeiterInnen Union, Münster

Regionalkoordinationen
· Regionalkoordination Nord, FAU-IAA Ortsgruppe Hamburg, Thaddenstr. 118 (Kellereingang vorn) 22767 Hamburg
· Regionalkoordination West, FAU-Büro, Wolfstr 10 (Hinterhaus) 53111 Bonn
· Regionalkoordination Ost, FAU-IAA, c/o Freie Vereinigung, Schli-mannstr.22, 10437 Berlin
· Regionalkoordination Süd, FAU-IAA, c/o Bücherwurm, Gartenstr. 39, 73037 Göppingen

Bundesweite Branchen Koordinationen:
· Bildungssyndikat, c/o Infoladen Bankrott, Dahlweg 64, 48153 Münster
· Freie Vereinigung Pflege, Tel.: 02056 - 56567
· GNLL/FAU Landwirtschaft, c/o T. Beckmann, Dorfstr. 13, 16775 Wolfsruh
· GNLL/FAU Naturkostindustrie, Thaddenstr. 118, 22767 Hamburg
· GNLL/FAU Naturkosthandel, Schreinerstr. 47, 10247 Berlin - Treffen: Jeden 2. Dienstag im Monat, ab 20.oo Uhr in der Rigaer Str. 83, 10247 Berlin

Österreich
· FAU/IAA, c/o Infoladen 10, Pf. 173, A-1100 Wien, Österreich

Adressen im Internet:
· Freie Arbeiterinnen Union:
· Bildungssyndikat:
· GNLL/FAU:

Zeitung der FAU-IAA
· Direkte Aktion - anarchosyndikalistische Zeitung der Freien Arbeiterinnen Union (FAU/IAA), Redaktionen:
· Antifa: FAU Münster, c/o Bankrott, Dahlweg, 48153 Münster
· Betrieb & Gesellschaft: FAU/IAA, Wolfstr. 10, 53111 Bonn
· Internationales: FAU/IAA, Bismarckstr. 41a, 47443 Moers, Fax.: 02841-537316
· Hintergrund: c/o A-Laden, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin
· Kultur: FAU/IAA, c/o FAUST, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover

Für Kritik und Anregungen jeder Art bin ich immer gerne zu haben !!



Der Solisampler für die Bremer FAU ist fertig !

The  solidaritysampler for the FAU in Bemen is now availabel !


  • Zero-Tolerance 
    -for all the governments-records
    c/o A.Jour
    Brunnenstr.5
    40223 Düsseldorf
    mail to: Zero-Tolerance

    A.St.I.-Startseite FAUD-Seite Bildungssyndikat Düsseldorf
    Hallo zusammen,

    hier werden wir Euch nach und nach Auszüge es den Berichten des Verfassungsschutzes von Bund und Ländern zur Verfügung stellen.
    Ihr habt hier die Gelegenheit "uns" aus der Perspektive des Staates und seiner Schergen kennen zu lernen. Viel >Spaß< bei der Lektüre wünscht euch die FAUD :
     

    VS-Bericht 1999 von Niedersachsen
    Quelle: www.niedersachsen.de/MI1.htm
    -------------------------------------------------------------
    Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU)

    Sitz
    Bund:          Berlin (Geschäftskommission)
    Niedersachsen: Göttingen und Hannover
    Mitglieder           1998          1999
    Bund                  100           150
    Niedersachsen          10            10

    Publikation: direkte aktion (zweimonatlich)

    Der Anarchismus, neben dem Marxismus die zweite ideengeschichtlich im 19. 
    jahrhundert verwurzelte Hauptströmung linkstheoretischen Denkens, hat in 
    Deutschland im Gegensatz zu Frankreich, Italien und Spanien niemals eine 
    herausragende Rolle gespielt.
    Auch in der Nachkriegszeit richteten sich die linksextremistischen 
    Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland ideologisch primär an der 
    marxistischen bzw. marxistisch-leninistischen Lehre aus. Im Verlaufe der 
    Studentenrevolte setzte erstmals seit dem Ende der Weimarer Republik eine 
    umfangreiche Rezeption der Klassiker des Anarchismus ein, die nicht 
    verstellt war durch die marxistische Kritik am Anarchismus. In diese Zeit 
    fällt auch die Wiederbelebung des anarcho-syndikalistischen Gedankens, auf 
    dem die Gründung der FAU, der deutschen Sektion der Internationalen 
    Arbeiter Assoziation (IAA), im Januar 1977 basiert. Die FAU knüpft an die 
    Freie Arbeiterunion Deutschlands (FAUD) der Weimarer Republik an, die 1919 
    aus einem Zusammenschluß autonomer Gewerkschaften mit der anarcho- 
    syndikalistischen Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVdG) 
    hervorging. Ihren Höchststand erreichte die FAU(D), die zu keinem 
    Zeitpunkt einen nennenswerten Einfluss auf die Gewerkschaftsbewegung 
    ausübte, Mitte der zwanziger Jahre mit 200.000 Mitgliedern.
    Wie aus einer Selbstdarstellung hervorgeht, die in jeder Ausgabe des in 
    Hannover verlegten Organs der FAU direkte aktion abgedruckt wird, strebt 
    die Organisation als Ziel"die herrschaftsfreie, auf Selbstverwaltung 
    begründete Gesellschaft" an. Zur Voraussetzung hat dies die Zerschlagung 
    des Staates und damit auch die Verweigerung einer Mitarbeit im 
    parlamentarischen System. Die Durchsetzung der Zielsetzung soll über 
    "Sämtliche Mittel der direkten Aktion, wie z.B. Besetzungen, 
    Boykotts,Streiks, etc." erfolgen. Hinzuzufügen ist, dass die bereits in 
    der Vergangenheit von den südwesteuropäischen anarchosyndikalistischen 
    Bewegungen propagierte "Direkte Aktion" auch das Mittel der Sabotage 
    umfasst.
    Im Mittelpunkt der Aktivitäten der FAU, die klassische Gewerkschaftsarbeit, wie Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen, als zu kurz gegriffen betrachtet, steht der ökonomische  Bereich. Revolutionäre Arbeit in den Betrieben soll der Macht des kapitalistischen Systems entgegenwirken mit dem Ziel der Befreiung der Menschen von den Zwängen der Hierarchie. In einem Kommentar des Organs direkte aktion zum EU-Gipfel wird die Vision einer künftigen Gesellschaft entworfen:"Schönes Leben - das bedeutet für uns, frei, gleich und solidarisch in gerecht organisierten Gemeinschaften zu leben, mit vollkommener individueller Freiheit. Das geht nur ohne Chefs, ohne Hierarchien und ohne Konkurrenzkampf...Wir wollen ohne Bosse, Regierungen, Behörden und Grenzen leben!" (direkte aktion, Mai/Juni)
    Mit konkreten Aktionen trat die FAU insbesondere im Rahmen einer Kampagne gegen ein niedersächsisches Naturkostunternehmen in Erscheinung, das Tee, 
    Kaffee, pflanzliche Heilprodukte, Kräuter-und Gewürzprodukte aus 
    ökologischem Vertragsanbau herstellt und vertreibt. Die FAU warf dem Unternehmen vor, seine mexikanischen Kaffeeproduzenten arbeiteten mit rechten Paramilitärs zusammen und die Plantagenarbeiter würden unter unsozialen Lebens-und Arbeitsbedingungen existieren. Im Zusammenhang mit der FAU-Boykottkampagne gegen dieses Unternehmen wurde ein Boykott-Aktivist mit rechtskräftigem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 30.5.1997 verurteilt, weitere rechtswidrige Boykottaktivitäten zu unterlassen.
    Die radikale FAU-Kampagne gegen den ökologischen Produkthandel erinnert an 
    die Militanz der Veganer gegenüber Fleischereien, die nach ökologischen 
    Prinzipien arbeiten.
    ----------------------------------

    zurück
    A.St.I.-Startseite FAUD Bildungssyndikat

    VS-Bericht 1998
    der Stadt Hamburg
    Anarchisten:
    Anläßlich verschiedener Aktionen gab es auch in Hamburg ein Zusammenwirken autonomer und anarchistischer Gruppen. Anarchisten sind überzeugt, daß sich der Mensch in einer staatenlosen und herrschaftsfreien Gesellschaft besser entfalten und damit freier leben kann. Daraus resultiert eine totale Ablehnung jeglicher staatlicher Ordnung - gleich welcher Ausrichtung. Diese Variante des Linksextremismus geht fest davon aus, daß das menschliche Miteinander sich z. B. durch kollektive Verbände von Berufstätigen ohne staatliche Rahmenbedingungen selbst regulieren, problemlos entwickeln und organisieren kann.
    Anarchist / Symbolfigur:
    Die ohnehin zahlenmäßig schwache anarchistische Szene ist wegen unterschiedlicher ideologischer Akzente zersplittert. Die Richtungsvielfalt reicht von jeglicher Verneinung eines ordnenden Systemsbis hin zur Theorie einer "revolutionären Diktatur des Proletariats", wie ihn die "Freie Arbeiter-Union/Anarchistische Partei" (FAU/AP) vertritt. Anarchisten fühlen sich insbesondere dann zum Handeln berufen, wenn sich günstige Situationen für sogenannte "direkte Aktionen" bieten, worunter sie z. B. Sabotage, Boykotts oder Massenstreiks verstehen. Da jedoch die Arbeiter in den Betrieben mit ihnen meist nichts zu tun haben wollen und Anarchisten die "proletarischen Massen" nicht ernsthaft beeinflussen können, können sie allein aus sich heraus in der Praxis auch keine Massenaktionen bewirken. In Hamburg existieren u. a. folgende anarchistischen Gruppierungen und Zentren:
    "Libertäres Zentrum" (LIZ): Das "LIZ" ist ein 1986 von der Hamburger Ortsgruppe der "Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union" (FAU) eingerichtetes Kommunikations- zentrum, das anarchistischen und libertären Gruppierungen als Kontakt- und Anlaufstelle dienen sollte mit dem Ziel, "auch in Hamburg verstärkt der gesellschaftlichen wie auch der libertär/anarchistischen Vereinzelung, Zersplitterung und Entpolitisierung entgegenzuwirken". Vor gut zwei Jahren hat sich die FAU aus dem "LIZ" zurückgezogen und an anderer Stelle angesiedelt. Danach ist das "LIZ" auch weiterhin ein selbstverwaltetes Kommunikationszentrum geblieben - wie zuvor bis 1995 schon unter seiner alten Adresse -, in dem "jede/r die Möglichkeit hat, aktiv zu werden, in einer nicht-hierarchischen Atmosphäre mitzubestimmen". Das Zentrum ist nach wie vor ein zentraler Bezugspunkt der militant-aktionistischen Szene aus dem Schanzenviertel. Feste Einrichtungen im "LIZ" sind u.a. ein monatliches Plenum, regelmäßig stattfindende "Volxküchen" sowie der "LIZ"-interne "Pestclub", der sich als "Kultur"-Gruppe versteht. Der "Pestclub" beschäftigte sich in Flugblättern u. a. mit der "Hetze und Vertreibungspolitik von Bullen, Senat, Medien und 'wohlanständigen Bürgern' gegenüber sogenannten Randgruppen und dem Drogenproblem (bzw. der Roten Flora)".


    "Libertäres Zentrum" (LIZ), Karolinenstraße

    Die Räumlichkeiten des "LIZ" werden auch von diversen anderen Gruppen und Personen genutzt. So ist das "LIZ" Kontaktadresse eines "Solidaritätskomitees Italien". Dieses übersetzt und verbreitet Texte zu einem in Italien laufenden Prozeß gegen eine große Anzahl von Anarchisten, denen neben der Bildung bzw. Unterstützung einer terroristischen Vereinigung schwerste terroristische Straftaten zur Last gelegt werden.

    Die anarcho-syndikalistische "Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union" (FAU, Symbol: Schwarze Katze, bundesweit etwa 120 Anhänger, Hamburg etwa 10) gibt sich als umstürzlerische Klassenkampforganisation aus. Ihr Ziel ist eine staats- und klassenlose Ordnung, die sie auf dem Wege revolutionärer Gewerkschafts- und Betriebsarbeit und "direkter Aktionen" (z.B.
    Besetzungen, Boykotts, Streiks und Sabotage)
    anstrebt. Sie ist weit davon entfernt, auch nur
    ansatzweise im Sinne anarcho-syndikalistischer
    Theorie praktische Bedeutung zu erlangen. Anspruch
    und Realität der FAU klaffen schon vor dem
    Hintergrund zahlenmäßiger Begrenztheit und
    Bedeutungslosigkeit weit auseinander. Daher erscheint es besonders grotesk, daß die FAU auch weiterhin immer wieder neue Teilorganisationen ins Leben ruft, die jede für sich selbst wiederum zur Bedeutungslosigkeit verurteilt sind. Nach der im Februar 1997 in Hamburg ins Leben gerufenen "Gewerkschaft Naturkost- Landwirtschaft- Lebensmittelindustrie - GNNL" wurde Ende 1997 in Dortmund die "Freie Vereinigung Pflege" (als Kontaktadresse wurde eine "Libertäre Gruppe" im "Libertären Zentrum" Hamburg genannt) und im November 1998 in Berlin die "Freie Bildungsgewerkschaft in der FAU/IAA" gegründet. Eine von sieben Kontaktadressen des Bildungssyndikats ist das "Bildungssyndikat Hamburg, c/o FAU-IAA, Anarchistisches Zentrum, Thadenstr.".  In dem "Anarchistischen Zentrum", in der Thadenstraße - in einem Flugblatt vom Dezember neuerdings auch "Libertäres Kultur- und Aktionszentrum" genannt - ist seit Herbst 1996 neben der FAU auch die "Anarchistische Gruppe" beheimatet (frühere Bezeichnung: "Libertäre Jugend"; während des Hamburger "anarchistischen Sommercamps" 1995 ins Leben gerufen). Zu den festen Einrichtungen der "Anarchistischen Gruppe" gehört u.a. neben einer libertären Bibliothek und "offenen Abenden" nun auch seit Anfang des Jahres eine Gruppe "Radio Libertär", die über einen alternativen Hamburger Radiosender ein anarchistisches Magazin mit Beiträgen (u. a. einen "Klassenhaß-Block") aus der internationalen anarchistischen Bewegung über soziale Kämpfe und Projekte sendet. Zur Werbung neuer Mitglieder werden im Zentrum regelmäßige Sonntagstreffen durchgeführt. Auch in diesem Jahr versuchte die "Anarchistische Gruppe" ohne Erfolg, sich in aktuelle politische Themen und Anlässe einzumischen: So prangerte sie zur 1. Mai- Demonstration des DGB in Hamburg aus ihrer Sicht soziale Mißstände an und wandte sich anläßlich der Hamburger SchülerInnen-Demonstration am 28. Mai gegen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich. Während verschiedener Wahlkampfveranstaltungen zur Bundestagswahl propagierte die "Anarchistische Gruppe" einen Wahlboykott. Als Schweine maskierte Personen verteilten Flugblätter mit dem Slogan "Wahl '98 - Neue Schweine an die Futtertröge der Macht". Zu den Masken wurden rosa Sweat-Shirts mit den aufgedruckten Namen der zur Bundestagswahl kandidierenden Parteien getragen.

    "Föderation gewaltfreier Aktionsgruppen" (FÖGA): Der FÖGA gehören bundesweit mehrere hundert Personen an. Sie versteht sich als Klammer der anarchistischen, basisdemokratischen "Graswurzel- bewegung". Das diffus wirkende Geflecht dieser Klientel betreibt den Verlag "Graswurzelrevolution e. V.", bei dem die Zeitung "Graswurzelrevolution" erscheint. Diese Publikation veröffentlicht regelmäßig eine Liste sog. "Graswurzel- kontakte", so in der Ausgabe Nr. 233 (Nov. 1998) u. a. den "Club Libertär, Aktions- und Kulturzentrum, Thadenstraße 118". Im dortigen Zentrum haben die anarcho- syndikalistische FAU und die "Anarchistische Gruppe" (beide s.o.) ihren Sitz. Ein weiterer Hamburger "Graswurzelkontakt" nennt sich "Gewaltfreies Aktions- bündnis". Die Graswurzel- bewegung" strebt eine "tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung ...(an), in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft" werden sollen. Immer wieder betonen "Graswurzler", ihr nur selektives Verständnis von "Gewaltfreiheit". Nach ihrer Logik ist Gewalt gegen "Sachen" zulässig, da diese keine Gewalt empfinden könnten. Gewaltfreiheit beziehe sich auf menschen- verletzende - laut "Graswurzelkalender" 1998 "lebens- schädigende" - Gewalt. Man schließe die "bewußte Mißachtung staatlicher Gesetze" ein und thematisiere die "herrschende menschenfeindliche Ordnung". Zu den wichtigsten Aktionsfeldern der "Graswurzel- bewegung" gehören die Antikernkraftbewegung (4.3.4) und die Kampagne gegen Gentechnik. 1998 haben gewalttätige Aktionen gegen die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen auf Bundesebene zugenommen. In Hamburg fehlen entsprechende Zielobjekte.


     
     
     
     
     


     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     


     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     


    VS-Bericht 2001
    der Stadt
    Bremen
    Hallo zusammen,
    der Bremer Innensentor Kuno Böse und seine FreundInnen vom  Verfassungsschutz haben keine Mühen gescheut hinter die Fassade der FAU  Bremen zu blicken. Leider hinken sie gnadenlos ihrer Zeit hinterher und  wollen nicht über das berichten was wir sind und machen.
    Nunja, hier also das veröffentlichte Wissen aus der Bremer Innenbehörde:
    ----------------------
    5. Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union
    Mitglieder: Bundesrepublik: nicht bundesweit organisiert Bremen: ca. 15
    Publikationen: "Direkte Aktion" (Bund), zweimonatlich "Bremer Aktion"  bislang einmal erschienen
    Organisation/Struktur: Ortsgruppe Bremen (seit 1998) gleichzeitig Sitz der "Regionalkoordination Nord"  und des "Internationalen Sekretariats." Angliederung an die "Internationale Arbeiter- Association (IAA)"
    Politische Ziele/
    Agitationsschwerpunkte:
    Arbeitern, Erwerbslosen und Schülern sollen Hilfen bei der "Durchsetzung ihrer Interessen" angeboten werden. Informationsstände und Agitation auf anarcho-syndikalistischer Basis, für eine "herrschaftslose, ausbeutungsfreie, auf Selbstverwaltung begründete Gesellschaft".
    Aktuelle Themen: Beteiligung an Aktionen gegen die Globalisierung
    Entwicklung und Tendenz: Die FAU betreibt ein Lokal am Schwarzen Meer. Dort vertreibt sie ihre Pamphlete. Veranstaltungen sind nicht bekannt geworden.Sie beteiligte sich an den Antiglobalisierungskampagnen und Protestveranstaltungen gegen den Krieg in Afghanistan.
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    soweit der Text. Wer sich den kompletten Bericht runterladen will, mussauf die Homepage der Innenbehörde. www.bremen.de/innensenator
    Dort gibts das.
    Viele Grüsse von der Weser
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    FAU/IAA im Web.
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