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anarhos d-town

by Rudolf Mühland last modified 2006-11-15 12:29


 anarhos
 

[english]

"Man erwidert uns, wenn wir von der Abschaffung des Staates und all seiner Organe sprechen, dass wir eine Welt erträumen, mit besseren Menschen als wir es sind. Nein und tausend Mal nein! Alles was wir verlangen ist, dass man sie nicht durch derartige Institutionen zu schlechteren Menschen macht als sie es sind."
Kropotkin


Glaubst du den Parteien, wenn sie von sozialer Gerechtigkeit reden? Tagtäglich sehen wir Menschen, die in Mülleimern nach Pfandflaschen suchen müssen. Wusstest du, dass dies z.B.in Köln unter Strafe verboten ist? Gerade die Menschen, denen es am dreckigsten geht, werden kriminalisiert. Ihre Armut wird nicht verhindert. Im Gegenteil, sie wird dadurch zementiert.
Großverdiener dagegen profitieren zusätzlich zu ihrem hohen Gehalt an allen Ecken und Enden. Sie kennen die Schlupflöcher des Rechtssystems, können sich die besten Anwälte leisten, und so ihre Interessen durchsetzen. (Ist das Gerechtigkeit...?)
Glaubst du, dass Eintausend Arbeiter die gleichen Mitbestimmungsrechte haben, wie der Vorstand von Siemens? Die politischen Entscheidungen werden ungleich mehr von den wirtschaftlichen Interessen der Konzerne bestimmt, als von den Menschen, welche die Folgen (er)tragen müssen. (Willst du nicht selbst über dein Leben bestimmen...?)

Wie sieht es in deinem Leben aus? Bestimmst du deinen Tageslauf? Denk noch einmal darüber nach: Bestimmst DU über dein Leben wirklich selber? Fühlst du dich frei?
Woran denkst du, wenn du mal deinen Gedanken freien Lauf lassen kannst? Kannst du nach zehn Stunden Arbeit überhaupt noch an irgendwas denken? Wäre es nicht schön, nicht mehr mit Existenz- und Zukunftsängsten konfrontiert zu sein?
Die entscheidende Frage ist: Willst du dagegen ankämpfen?

Wir, Menschen die genauso in diesem System leben wie du, haben vor wenigen Wochen eine libertäre Gruppe in Düsseldorf gegründet, deren Sinn und Zweck es sein soll, Anarchie als Alternative zu den herrschenden Verhältnissen zu diskutieren, und nach Möglichkeit auch aktiv zu leben. Wir möchten in unserer Gruppe keine Dominanzstrukturen und kein Mackertum haben, sondern auch in der Diskussionskultur Gleichwertigkeit und gegenseitigen Respekt leben. Wir planen Aktionen, und wollen auch die theoretischen Grundlagen des Anarchismus gemeinsam lesen und diskutieren. Du musst nicht Kropotkin, Berkman und Bakunin gelesen haben, um bei uns mitzumachen! Grundlagen wollen wir gemeinsam erarbeiten.

Was wir wollen?

Wir haben die Schnauze voll von Unterdrückung und Ausbeutung jeglicher Art. Wir sind gegen eine Einteilung der Welt in erste (erstklassige) und dritte (drittklassige) Welt. Schluss mit kolonialistischer Weltanschauung, konstruierten Rassen- Klassen- und Geschlechterunterschieden. Wir wollen ein Selbstbestimmtes Leben, nicht die verfälschte Freiheit, die man uns vorgaukelt. Bekommst du keine Gänsehaut, wenn du an Hartz IV, Studiengebühren und 1-Euro-Jobs denkst, um nur einige aktuelle Thematiken zu nennen? Und wenn du denkst, es betrifft nicht dich, dann betrifft es deine NachbarInnen,deine Freunde, deine Verwandten, die gesamte Gesellschaft, in der du lebst. Würdest du nicht lieber in einer Welt leben, in der die Menschen sich nicht mit Hass, Neid Misstrauen und Angst begegnen? Diese durch Konkurrenzdenken und Leistungsdruck erzeugten Gefühle sollen nicht mehr unser ganzes Leben bestimmen.

Was uns wichtig ist?
Wir sind für die höchstmögliche Autonomie der Menschen, für die Abschaffung von Macht und Herrschaft, für Entmilitarisierung und gegen Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt.
Wir glauben nicht, dass die Menschen schlecht und kriminell sind, sondern von den Lebensumständen geprägt und in die Kriminalität getrieben werden. Wenn Kriminalität und Gewalt ein gesellschaftliches Phänomen sind, müssen wir die Gesellschaft ändern und alles abschaffen, was Unterdrückung und Ausbeutung erst möglich macht.
Wir glauben, dass ein selbstbestimmtes, freies, solidarisches miteinander leben in der Anarchie möglich ist. Anarchie bedeutet nicht Chaos, Gesetzlosigkeit und Willkür, sondern Verantwortung und Solidarität in allen Lebensbereichen.

mit hand und gr.