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FAU-Aachen: 80 BesucherInnen bei Stowasser-Veranstaltung im Welthaus

Etwa 80 TeilnehmerInnen fanden sich am frühen Freitagabend in der Aula des Welthauses ein, um dem Sachbuch- Bestlistenautor Horst Stowasser zum Thema "Was ist eigentlich Anarchie?" aus seinem Buch "Anarchie! Idee. Geschichte. Perspektiven." zu lauschen. Organisiert hatten die Veranstaltung die Aachener Gruppen / Organisationen: ak sub.version, Fachschaft Philosophie (7/1) der RWTH-Aachen, FAU-Aachen und das Autonome Zentrum Aachen.

Sonntag, 13. Januar 2008 img_4053.jpgAachen.
Vortrag 

Horst Stowasser, Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zum Thema Anarchismus, der sich für projektorientiertes Wirken einsetzt, referierte etwa 3 Stunden lang und sorgte mit den vorgetragenen Thesen und Anekdoten nicht nur in der sich anschließenden Diskussion für so manche Kontroverse unter den etwa 80 anwesenden BesucherInnen.

Idee

Inhaltlich ging es in erster Linie- wie der Titel der Veranstaltung bereits verrät- um die Ideen projektorientierter libertärer Gruppen. Auch wurden theoretische VordenkerInnen und einige Strömungen des Anarchismus angesprochen.

Im weiteren Verlauf des Abends wurde Kritik am Staat, der vorherrschenden Demokratie, dem Kommunismus und dem Patriarchat geübt. Wie in konstruktiv-anarchistischen Kreisen üblich, blieb die Kritik nicht im Raume stehen ohne Hinweise, Beispiele und Denkansätze zu präsentieren, wie eine andere Welt praktisch möglich wäre.

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  Geschichte

Erfahrungen aus 3 Jahren spanisch-libertärer Praxis (gemeint ist die Zeitspanne des Spanischen Bürgerkrieges von 1936 - 1939) wurden dem Publikum vom Referenten näher gebracht. Persönliche Gespräche mit Menschen, die diese Phase als ZeitzeugInnen erlebt haben

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"Ich erinnere mich gut an die Anarchisten! Das waren wilde Gestalten! Aber die Straßenbahn fuhr nie pünktlicher und zuverlässiger als zu dieser Zeit..."

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sowie ausführliche Recherche in Spanischen Archiven machten dies- nach Angaben von Horst Stowasser- möglich.

Im folgenden Werbeblock gab der Autor Beispiele aus seiner eigenen Praxis und Arbeit preis.

Projektanarchismus

Der von Horst Stowasser vertretene „Projektanarchismus“ schafft Arbeits- und Wohnmöglichkeiten in kollektiver Selbstverwaltung. In Stowassers Wohnort Neustadt gibt es derzeit etwa 7 hierarchiefreie Betriebe, die im „Werk Selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen“ (WESPE) zusammengeschloßen sind. „Es wird versucht, selbstverwaltete, dezentrale, ökologische und libertäre Strukturen aufzubauen und miteinander zu vernetzen, die wirtschaftlich, kulturell und politisch wirken“.

Perspektiven

Der eigentliche Hauptteil der Veranstaltung wurde mit dem Kapitel "Ist der Anarchismus noch zu retten?" aus seinem Buch abgeschlossen.

Diese rhetorische Frage vermochte KeineR an diesem Abend abschließend zu beantworten. Einige Projekte und Ideen, welche in der anschließenden Diskussion zum Vorschein kamen, scheinen sich aber- im Hinblick auf die Eingangs gestellte Frage- in die richtige Richtung zu entwickeln. Es ist an uns Allen, die wir möglicherweise am Scheideweg stehen, die richtige Abzweigung zu wählen.

Ausblick

In der Diskussion, die im Anschluss an den Vortrag stattgefunden hat, nutzten einige der anwesenden BesucherInnen die Gelegenheit, ihre eigenen Projekte vorzustellen. So Beispielsweise eine Person aus dem Kreis des Vereins "Wohnsinn e.V.":

Der Wohnsinn-Aachen e.V. will ein Wohnprojekt für ca. 40 MieterInnen mitten in der Aachener City realisieren. Hier soll Raum für generationsübergreifendes Zusammenleben, Selbstorganisation und Eigeninitiative entstehen.

Libertärer Stammtisch für Aachen?

Des weiteren wurde darüber nachgedacht, einen "Libertären Stammtisch" (unabhängig von Gruppen und Initiativen) ins Leben zu rufen. Dieser Stammtisch kann Ort zum Austausch und zur Entwicklung (neuer) libertärer Ideen sein.

Wer Interesse an einem solchen Stammtisch hat, kann unser Kontaktformular nutzen. Wir bieten an, einen ersten Termin- sofern diese Idee weiterhin Zuspruch findet- zu koordinieren. Im Rahmen der nächsten Veranstaltungen bleibt außerdem  Raum darüber im Austausch zu bleiben.

Wir hoffen auf viele spannende Ideen und Diskussionen, nicht nur im Rahmen der nachfolgenden Veranstaltungen. Diese erste Veranstaltungen hat jedenfalls vielen BesucherInnen Lust auf mehr gemacht.

 
Weitere Veranstaltungen in der Reihe "Anarchismus und Radikale Demokratie"

16.01.2008  Der Kulturwissenschaftler Rüdiger Haude stellt während seines Vortrags die herrschaftsfreie und radikal Demokratie auf den Schiffen der PiratInnen des 18. Jahrhunderts vor und lässt im Anschluss die Möglichkeit offen, über die vorgestellten Inhalte zu diskutieren.

Zur ausführlichen Beschreibung der Veranstaltung.


26.01.2008 Lou Marin, Mitherausgeber der Zeitung Graswurzelrevolution – für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft, referiert zum Thema: Gewaltfreier Anarchismus – Geschichte und Gegenwart weltweit.

Zur ausführlichen Beschreibung der Veranstaltung.


09.03.2007 Die Café Libertad Kooperative aus Hamburg organisiert den Import und den Vertrieb dieses zapatistischen Kaffees in Deutschland. Sie leistet damit eine praktische politische Solidaritätsarbeit mit dem Ziel, die indigenen Gemeinschaften in ihrem Kampf um Würde und Gerechtigkeit zu unterstützen. Gleichzeitig möchte sie durch ihre Arbeit den Aufbau einer ökonomischen Alternative stärken, die auf indigenen Erfahrungen, direkter Demokratie, Selbstbestimmung und -verwaltung beruht. Im Rahmen der Veranstaltung stellt die Kooperative sich und ihre Arbeit vor, geht auf die Weltmarktsituation für Kaffee und fairen Handel ein und berichtet über den Alltag in den Kaffee produzierenden autonomen Gemeinden.

Während der Veranstaltung ist der Kauf von Kaffee-Produkten möglich.

Zur ausführlichen Beschreibung der Veranstaltung. 


16.05.2008  Der Autor Gabriel Kuhn stellt sein neues Buch Neuer Anarchismus in den USA- Seattle und seine Folgen, welches im März 2008 im Unrastverlag erscheinen wird, vor und zur Diskussion.

Zur ausführlichen Beschreibung der Veranstaltung.

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