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Dokumentation: Babylo(h)n - Tarifvertrag in Frage gestellt

Pressemitteilung des Betriebsrat des Babylon Mitte Nur Tage nach der Verkündung des Verdi-Dumping-Tarifs fürs Babylon durch die Geschäftsführung muss der Vertrag schon wieder in Frage gestellt werden: Bei der Informationsveranstaltung der FAU Berlin am Freitag Abend zum Verbot sich weiterhin als Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu bezeichnen, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Matthias Schulz von den neuesten Entwicklungen im Babylon, dessen Geschäftsführer Tobias Hackel und Timothy Grossman das Verbot angestrengt hatten: Das Berliner Arbeitsgericht hat am 17.12.2009 entsprechend der Klage des Babylon Betriebsrats festgestellt, dass die Betreiber des Kinos Babylon Mitte, die Neue Babylon GmbH und die K&K GmbH, ein und derselbe Betrieb sind. In der Vergangenheit wurde der Eindruck erweckt, K&K sei für den lukrativen Getränkeverkauf und das einträgliche Catering-Geschäft im Babylon sowie die gewinnträchtigen Freiluftkinos Schloss Charlottenburg und Weissensee verantwortlich, während die Neue Babylon GmbH sich bemühe mit dem Betrieb des hochsubventionierten Kinos Babylon Mitte über die Runden zu kommen. Beide Gesellschaften werden von Grossman und Hackel geführt.
Gute Nachrichten also für die bisherigen Angestellten der K&K, die nun auch vom Betriebsrat des Babylon vertreten werden und dazu in den Genuss des leider viel zu niedrig ausgefallenen Verdi-Haustarifvertrag kommen.

Vorausgesetzt allerdings, der Vertrag behält seine Gültigkeit, falls sich Verdi-Verhandlungsführer Andreas Köhn allzu leichtfertig hat täuschen lassen was Struktur und finanzielle Verhältnisse des Babylon angeht. Im Vordergrund des Verdi-Abschlusses lag offenbar eher das beiderseitige Interesse von Geschäftsführung und Verdi die FAU Berlin auszustechen, denn die Vertretung der Interessen der Beschäftigten.

Nun stellt sich die Frage, ob der Berliner Senat sich die Geschäftspraktiken der Babylon-Betreiber weiter gefallen lassen kann. Sollte der Senats-Zuschuss von 350.000 Euro (davon 30.000 Euro explizit für die neuen tariflichen Mehrausgaben) gekürzt werden, verliert der Tarifvertrag seine Gültigkeit.

Aber auch wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen könnten aufs Babylon zukommen: Noch am Mittwoch hatte Geschäftsführer Timothy Grossmann auf der Betriebsversammlung berichtet, die Gründung der Neue Babylon GmbH sei zwingend nötig gewesen, um die Vergabekriterien für Förderung und Babylon zu erfüllen. K&K hätte das Kino nicht betreiben dürfen. Sollte der Betrieb des Babylon durch die jetzt erst festgestellte gemeinsame Gesellschaft nicht den Vergabekriterien entsprechen, steht für Hackel und Grossman deutlich mehr auf dem Spiel als die doppelten Einkünfte für jeweils zwei Geschäftsführerposten.

Der Betriebsrat des Babylon hat angekündigt, auch weiterhin die Ausgliederung von ArbeitnehmerInnenn und die Untergrabung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats zu verhindern.

Betriebsrat Babylon Mitte

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