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Widerstand und Exil deutscher Anarchisten und Anarchosyndikalisten (1933-1945)

Auszug aus: Rudolf Berner: Die Unsichtbare Front. Bericht über die illegale Arbeit in Deutschland (1937). (c) Libertad Verlag Potsdam 1997. Im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich für 32.- DM unter ISBN-Nr.: 3-922226-23-X. [Zurück zur Inhaltsübersicht des Buches]


I. Forschungsstand und Quellenlage

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Zweifellos wurde über kaum eine Epoche der deutschen Geschichte so viel gearbeitet und geschrieben wie über die des "Dritten Reiches". Der Stand der widerstandsgeschichtlichen Forschung ist bemerkenswert. Dennoch trifft man immer wieder auf "weiße Flecken", die auf eine Aussparung von Widerstandsaktivitäten aufmerksam machen. Dies trifft gewiß für die Gewerkschaften wie für andere Teile der vor und nach 1933 weitgehend in Gruppen und Kleinorganisationen segmentierten Arbeiterbewegung zu. Die Historiker haben weder ihre Quellenfindungsphantasie noch ihren methodischen Zugriff auf die Quellen auch nur annähernd ausgeschöpft. Der in den letzten Jahren neu erschlossene Reichtum weit offener Archive offeriert daher nicht nur einige - bisherige Forschungen in Frage stellende - Überraschungen, er wird sogar neuartige Interpretationsperspektiven öffnen und möglicherweise der Widerstandsforschung eine neue Schubkraft verleihen.

AnarchosyndikalistInnen auf dem Wolfschen Weingut in Naumburg an der Saale (ca. 1933/34). Rechts mit Hund: Ferdinand 'Nante' Götze (1907-1985), bis Ende 1934 erster Vorsitzender der illegalen FAUD-Geschäftskommission.

Der Widerstand der bis 1933 legal in der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) bzw. in der Föderation kommunistischer Anarchisten Deutschlands (FKAD) - seit 1931 unter Anarchistische Föderation (AF) firmierend - zusammengeschlossenen Anarchosyndikalisten und Anarchisten hat unter Historikern nur mühsam eine Stimme gefunden und ist weitgehend unerforscht. Zuweilen geriet die Darstellung des anarchosyndikalistischen Widerstandes zum Nebenprodukt der zahlreichen Arbeiten über widerständiges Verhalten in einzelnen Städten und Regionen, wurde dort bestenfalls en passant abgehandelt. Erst 1980 entstand die erste größere Studie, Pionierarbeit mithin, bemerkenswerterweise außerhalb der akademisch gebremsten Forschung.[1]

Inzwischen liegen monographische und dokumentarische Mosaiksteine vor, aber sie vermitteln weder ein vollständiges noch ein differenziertes Bild: Widerstandsaktivitäten der FAUD sind im regionalen und lokalen Rahmen des rheinisch-westfälischen Industriegebiets[2], Hessens sowie für den Raum Mannheim/Ludwigshafen[3] gut dokumentiert. Spurenelemente gibt es für das Saarland[4] und Bremen[5], dokumentarische Splitter für Berlin[6]. Andere Orte und Regionen, wie Brandenburg, Sachsen - hier vor allem Chemnitz, Dresden und Leipzig[7] -, Thüringen und Oberschlesien, harren noch der Untersuchung. Eine erste Zusammenfassung des Kenntnisstandes bietet der Aufsatz von Wolfgang Haug.[8]

Die Untersuchung Jan Foitziks schließlich liefert einen wichtigen vergleichenden Beitrag über die Politik, Organisation und Funktion linker Splittergruppen im Widerstand 1933 bis 1939/40, in der die Anarchosyndikalisten allerdings auf einer dürftigen Quellenbasis nur kursorisch behandelt werden.[9] Und das war es dann auch schon. Ansonsten finden sich in der Literatur nur flüchtige Hinweise auf einzelne Anarchosyndikalisten.[10] 20 Der 1994 erschienene Lexikonbeitrag Hartmut Mehringers[11] über den anarchosyndikalistischen Widerstand ist eine Zumutung, bezieht er sich doch, indem er die vorhandene Literatur ignoriert, ausschließlich auf die erwähnte Arbeit von Foitzik. Eine neuere Arbeit, die "das Wagnis" eingeht, "eine Gesamtdarstellung gewerkschaftlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus zu schreiben", erwähnt die Anarchosyndikalisten nicht einmal.[12]

Illegales Treffen von FAUD-Mitgliedern an der Straßenkreuzung Eberbach-Beerfelden am 30. Juli 1933. Stehend von links nach rechts: Gustav Doster (geb. 1904), Friedrich Lösch (geb. 1896), Wilhelm Ruff (geb. 1893); sitzend von links nach rechts: Frau Schneider, Marie Doster, Otto Götz.


In den meisten Arbeiten verharrt die Forschungsanstrengung freilich auf der organisationssoziologischen Ebene und bei der Beschreibung politischer Orientierungen, Aktions- und Widerstandsformen. Das ist zwar nicht wenig, doch dabei ist viel Traditionalismus und eine seltsame Scheu vor sozialgeschichtlichen Fragestellungen zu beobachten. Gemeinsam ist diesen Studien, daß sie in einem engeren regionalhistorischen Sinne blaß bleiben. Nur selten werden neben Organisationsstruktur, ideologischem Hintergrund und politischer Tätigkeit auch das soziale Profil und die Motivation der anarchosyndikalistischen Regimegegner einer Analyse unterzogen, so daß die Leistungen und Grenzen der anarchosyndikalistischen Opposition in ihrem sozialen Umfeld kontrastiert werden können. Eine reichsweit, regional und lokal, quantitativ und qualitativ vergleichende und vergleichbare Studie zum kommunistischen und sozialdemokratischen Widerstand steht aus. Gemeinsam ist diesen Studien auch, daß sie die Rolle der Frauen und das Verhältnis der beiden Geschlechter im und zum Widerstand kaum thematisieren. Christl Wickerts Versuch, am Beispiel der Städte Essen und Düsseldorf den Widerstand und die Widerständigkeit von Frauen genauer zu akzentuieren, zeigt zahlreiche Aspekte auf, die es dabei zu berücksichtigen gälte.[13]

Richard Thiede (1906-1990) aus Leipzig, erkennungsdienstliche Aufnahme nach der Verhaftung (15.2.1937). Nachdem 'Nante' Götze Ende 1934 nach Spanien emigriert war, 
führte Thiede den Vorsitz der illegalen FAUD-Geschäftskommission.

Was also vorliegt, ist ein erster Überblick über Widerstandsaktivitäten der deutschen Anarchosyndikalisten zwischen 1933 und 1937. Danach klafft ein schwarzes Loch. Aber schon eine grobe Durchsicht überlieferter Quellen staatlicher Provenienz, wie der Akten der Gestapo, des Sicherheitsdienstes der SS, des Volksgerichtshofes, diverser Oberlandes-, Land- und Sondergerichte sowie von Wiedergutmachungsämtern macht deutlich, daß sich Verfolgung und Widerstand bis in das Jahr 1945 nachweisen lassen. Eine empirisch gesättigte und systematische Untersuchung des anarchosyndikalistischen Widerstandes ist ein dringendes Forschungsdesiderat

Im Sinne der von Martin Broszat geforderten "sozialgeschichtlichen Fundamentierung der Widerstandsforschung" sollte eine Sozialgeschichte des anarchosyndikalistischen Widerstandes die Sicht auf die Korrespondenz von Regimeentfaltung und Widerstand und deren "Prozeßhaftigkeit, Phasenveränderung und Interdependenz" problematisieren und voraussetzen.

Über die Aktions- und Organisationsgeschichte hinaus stellen sich aus einer solchen sozialgeschichtlichen Perspektive Fragen nach dem sozialen Profil und der sozialen Umwelt der Anarchosyndikalisten, "ihren mentalen und habituellen Besonderheiten und sozialen Kommunikationsformen".[14] Hierunter fallen Fragen, die sich auf die "Tiefenstruktur" von anarchistischen Organisationen beziehen, Fragen zum Verhältnis von formellen und informellen Strukturen, zu Wertorientierungen, Politikwahrnehmung und Politikverständnis, zur Rolle der Gruppe als Sozialisationsagentur usw.

Auch in der Exilforschung haben die Anarchosyndikalisten kaum Beachtung gefunden. Obwohl mittlerweile eine Anzahl von Arbeiten vorliegen, sind die politischen und publizistischen Exilaktivitäten der Anarchosyndikalisten, deren überwiegende Mehrheit sich seit 1934 in der länderübergreifenden Organisation Deutsche Anarchosyndikalisten im Ausland (DAS) zusammengeschlossen hatte, nur in Ansätzen erforscht. Diesem Forschungsdefizit sowie dem spezifischen Charakter des anarchosyndikalistischen Exils trägt das (Vor-) Urteil Liselotte Maas' kaum Rechnung, die in ihrem "Handbuch der deutschen Exilpresse" schreibt: "Im Spektrum der Exilpresse blieben die Blätter der Anarchisten […] absolute Randerscheinungen. Aktivitäten von einzelnen für einzelne, ohne wirksame Kontakte zu den Diskussionen des deutschen Exils. […] Ihre Kritik und auch ihre idealistischen Gegenentwürfe vermochten […] ganz offensichtlich den eigenen kleinen Kreis nie zu sprengen. Jedenfalls war die Ausstrahlung so gering, daß sie größere Gruppen von Emigranten überhaupt nicht erreichten."[15]

Mitglieder der Gruppe DAS 1938 in Barcelona: Wilhelm 'Willi' Winkelmann (1897-1981), Spitzname der "Rote Konsul von Barcelona", und Paul Helberg (geb. 1905).


In Patrik von zur Mühlens Buch über die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) werden die politischen und publizistischen Aktivitäten der Gruppe DAS und der deutschen Mitarbeiter der anarchosyndikalistischen Confederación Nacional del Trabajo (CNT) und der Federación Anarquista Ibérica (FAI) in einem Kapitel dargestellt.[16] Bei dem umfangreichen Thema und dem wirklichen Pioniercharakter der Studie konnte der Autor die Aktivitäten der einzelnen linken Organisationen nicht umfassend darstellen. Dies wäre kein Anlaß zur Kritik, wenn von zur Mühlen offene Fragen als solche benennen würde. Statt dessen kaschiert er sie durch flotte Formulierungen und kolportiert dabei zugleich die altbekannten Vorurteile gegen den Anarchosyndikalismus.[17] Über das "Innenleben der Gruppe DAS", schreibt von zur Mühlen, sei wenig bekannt, "weil die lockere Organisationsweise der Anarchosyndikalisten dem Historiker nachträglich Schwierigkeiten bereitet".[18] Dazu ist erstens festzustellen, daß die Gruppe DAS den Charakter einer Kaderorganisation hatte, und zweitens, daß es im Vergleich zu anderen Exilgruppen gerade über das "Innenleben der Gruppe DAS" sehr viele Quellen gibt.

Schon vor Patrik von zur Mühlens Buch waren Erlebnisberichte und Dokumentationen über deutsche Anarchosyndikalisten im Spanischen Bürgerkrieg publiziert worden.[19] In den letzten zehn Jahren sind dann noch eine Reihe weiterer, zumeist biographischer Aufsätze und Nachrufe erschienen, die von zur Mühlens Darstellung ergänzen und korrigieren. [20] Relativ gut erforscht sind die Biographien von intellektuellen Sympathisanten des Anarchismus. Die Schriftstellerin Etta Federn-Kohlhaas, die in Berlin in dem der FAUD nahestehenden Syndikalistischen Frauenbund aktiv war, lebte schon seit 1932 mit ihren beiden Kindern in Barcelona, weil sie als Biographin von Walter Rathenau Morddrohungen von Nationalsozialisten erhalten hatte.[21] Federn-Kohlhaas engagierte sich in Spanien bei den anarchistischen Mujeres Libres (Freien Frauen), in deren Verlag 1938 ihr Buch "Mujeres de las Revoluciones" erschien, das, von Marianne Kröger übersetzt und mit einer Einleitung versehen, in diesem Jahr herausgegeben wird.[22] Kröger ist auch die Verfasserin mehrerer Aufsätze über den Kunsthistoriker und Schriftsteller Carl Einstein, der in Spanien auf seiten der CNT kämpfte.[23] Wie Einstein entwickelte auch der deutsche Journalist und ehemalige Redakteur der Weltbühne Hanns-Erich Kaminski in Spanien eine kritische Sympathie zum Anarchismus. Kaminski und - wie Haug in einem Aufsatz darlegt - seine Lebensgefährtin Anita Karfunkel hatten sich seit September 1936 für mehrere Monate in Katalonien aufgehalten und veröffentlichten über ihre Eindrücke im Mai 1937 ein Buch in französischer Sprache, das 1986 in deutscher Übersetzung erschien.[24]

Mitglieder der Gruppe DAS bzw. der CNT 1939 im französischen Internierungslager Gurs. Von links nach rechts: Karl Brauner (1914-1994), Helmut Klose (1904-1987), Georg Gernsheimer, Egon Illfeld (geb. 1914).

Die Auseinandersetzungen der Linken im Spanischen Bürgerkrieg hatte ein Nachspiel im französischen Lager Gurs, wo ein großer Teil der Spanienkämpfer aus faschistischen Ländern nach dem Bürgerkrieg interniert wurde. Im März 1939 kam es dort zu einer offenen politischen Spaltung. Über 100 deutsche Spanienkämpfer, die sich nicht dem politischen Diktat der kommunistischen Lagerleitung unterwerfen wollten, organisierten sich separat und nannten sich nach dem Namen ihres Quartiers 9. Kompanie. Deutsche Anarchosyndikalisten nahmen in der 9. Kompanie, der im August zwischen 500 und 600 Spanienkämpfer aus zehn Nationen angehörten, führende Positionen ein.[25]

In Spanien begann auch die Zusammenarbeit der Gruppe DAS mit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF). Nach Auseinandersetzungen mit Vertretern der KPD in Barcelona schlossen sich zehn Mitglieder der sogenannten Gruppe deutscher Seeleute der ITF in Antwerpen einer anarchistischen Miliz an. Die Seeleute der ITF teilten mit der DAS sowohl die syndikalistische - nicht anarchosyndikalistische - Weltanschauung als auch das internationalistische Selbstverständnis. Während des Krieges kam es in Schweden zu einer engeren Verbindung zwischen Mitgliedern der DAS, schwedischen Syndikalisten und der ITF, die illegal unter deutschen Seeleuten arbeiteten und die norwegische Widerstandsbewegung unterstützten. Eine koordinierende Funktion hatte dabei ein für Anarchosyndikalisten sehr ungewöhnlicher Partner: der britische Geheimdienst (SOE).[26]

Da sich die Aktivitäten der deutschen Anarchosyndikalisten im schwedischen Exil fast ausschließlich im Rahmen ihrer Bruderorganisation, der Sveriges Arbetares Centralorganisation (SAC) bewegten, werden von Helmut Müssener nur die publizistischen Aktivitäten von Helmut Rüdiger zur Kenntnis genommen, der als "Einzelgänger" vorgestellt wird.[27] Das anarchosyndikalistische Exil in den Niederlanden sowie die dortige Rezeption der Schriften von Rudolf Rocker werden in einem Aufsatz von Hubert van den Berg und Dieter Nelles behandelt.[28]

Zwar sind Rockers Aktivitäten im amerikanischen Exil durch Peter Wienand in Umrissen dargestellt[29], aber keineswegs hinreichend erforscht. Nur beiläufig erfährt man bei Wienand, daß Rocker 1934 von David Dubinsky, dem Präsidenten der International Ladies Garment Worker's Union (ILGWU), zum Bildungsreferenten ernannt wurde.[30] Dubinsky gehörte 1933 zu den Mitgründern des Jewish Labor Committee, das große Summen für die verfolgten Gewerkschaftskollegen in Europa sammelte, und er war stark engagiert in der Solidaritätsarbeit für die Spanische Republik.[31] Auf Rockers Beteiligung an der in New York von dem Deutsch-Amerikaner Robert Bek-gran herausgegebenen Zeitschrift Gegen den Strom haben Ulrich Linse und Michael Rohrwasser verwiesen.[32]

Die Widerstandsgeschichtschreibung - und das gilt generell - bricht bislang mit dem Jahr 1945 ab. Das Mischungsverhältnis von Kontinuität und Neubeginn wird kaum thematisiert. Es ist dringend an der Zeit, diesen Zustand zu beenden. Für den Historiker wäre es eine reizvolle Aufgabe, dies anhand einer relativ überschaubaren Kleinorganisation zu versuchen. Der historische Publizist Günter Bartsch hat für diesen Bereich die bislang wichtigste, wenn auch quellenmäßig nicht unproblematische Arbeit der historischen Spurensicherung geleistet.[33] Das von ihm ausgebreitete Material reflektiert freilich nur die Diskussionen einiger Unentwegter, die sich noch einmal für kurze Zeit mit der 1947 gegründeten Föderation Freiheitlicher Sozialisten (FFS) eine organisatorische Heimstatt schufen. Diejenigen, die nach 1945 im parteipolitischen Niemandsland siedelten, werden ebensowenig erfaßt wie die Entwicklungen in der SBZ/DDR nach 1948/49.

Das erkenntnisleitende Interesse einer solchen weiterführenden Untersuchung sollte sich dabei auf folgende Fragen richten:

  • Wo verblieben nach 1945 die sich gleichermaßen von der KPD wie von der SPD abgrenzenden aktiven Anarchosyndikalisten und Anarchisten, die Träger einer freiheitlichen Sozialismuskonzeption waren? Eine erste mögliche Antwort auf diese Frage ist der Hinweis auf die geringe Mitgliederzahl dieser Gruppierung und auf die mit der Machtergreifung des Nationalsozialismus einhergehenden Mitgliederverluste durch Verfolgung, physische Vernichtung, Emigration usw. Eine zweite ist der Hinweis auf die Versuche, die Gruppen nach 1945 organisatorisch fortzuführen. Eine dritte Antwort ist möglicherweise der Hinweis auf die (Re)-Integration in die politischen Parteien.
  • Welche Problemlagen, Strukturen und Traditionen der Zeit vor 1945, auch des frühen 20. und des späten 19. Jahrhunderts wirkten über den Bruch von 1945/49 weiter, wie lange und in welcher Konstellation? Was lebte aus älteren Konstellationen weiter? Was brach ab? Was gelang oder geschah im Sinne eines Neubeginns? Wie vermischten sich Kontinuitäten und Neuansätze?
  • Der Ost-West-Vergleich liegt auf der Hand. Es bietet sich an, die gemeinsame deutsche Ausgangslage in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, wie man in Ost- und Westdeutschland daran anknüpfte und damit umging. Aus den historisch bedingten unterschiedlichen Lösungsversuchen kann der Blick geschärft und auf Eigenarten der beiden Systeme geschlossen werden.
Die Quellenlage ist wohl für keine Gruppierung der deutschen Arbeiterbewegung von einer solch frappierenden Dichte und Intensität wie gerade für die der Anarchosyndikalisten und Anarchisten. Mit den von Detlev J. K. Peukert und Frank Bajohr in ihrer Studie über den Bergarbeiterwiderstand benannten Schwierigkeiten der Quellenbeschaffung und -interpretation und den damit verbundenen methodischen Problemen[34] ist zwar auch die Erforschung des anarchosyndikalistischen Widerstandes konfrontiert, doch aufgrund der ungleich umfangreicheren und dichten Quellenlage nur partiell und peripher. Die Verfolgungsperspektive der staatlichen Behörden korreliert und ergänzt sich mit der Sicht der Verfolgten, die in einem bis weit in die 50er Jahre - und teilweise darüber hinaus - geführten Briefwechsel ein einmaliges kommunikatives Netzwerk gewoben haben.[35] Dadurch ergibt sich die seltene Möglichkeit der Verifikation oder Falsifikation von Quellen an anderen Quellen. Der Blick für Proportionen wird geschärft, und Einseitigkeiten können vermieden werden.


Auszug aus: Rudolf Berner: Die Unsichtbare Front. Bericht über die illegale Arbeit in Deutschland (1937). (c) Libertad Verlag Potsdam 1997. Im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich für 32.- DM unter ISBN-Nr.: 3-922226-23-X. [Zurück zur Inhaltsübersicht des Buches]


Auszug aus: Rudolf Berner: Die unsichtbare Front. Andreas W. Graf und Dieter Nelles: Widerstand und Exil deutscher Anarchisten und Anarchosyndikalisten (1933-1945), I. Forschungsstand und Quellenlage, Anmerkungsapparat.
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1] Vgl. R.[olf] Theissen, P.[eter] Walter und J.[ohanna] Wilhelms: Der Anarcho-Syndikalistische Widerstand an Rhein und Ruhr, Meppen/Ems 1980 (= Antiautoritäre Arbeiterbewegung im Faschismus; Bd. I-II).
2] Vgl. Kuno Bludau: Widerstand und Verfolgung in Duisburg 1933-1945, Duisburg 1973, S. 60-77 (= Duisburger Forschungen; Bd. 16); Ulrich Klan und Dieter Nelles: "Es lebt noch eine Flamme". Rheinische Anarchosyndikalisten /-innen in der Weimarer Republik und im Faschismus, Grafenau-Döffingen 1990, S. 171-188; Dieter Nelles: Die anarchistische Jugend in Wuppertal 1929-1945, in: Jugend zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Historische Jugendforschung zum rechtsrheinischen Industriegebiet im 19. und 20. Jahrhundert, hg. von Burkhard Dietz, Ute Lange und Manfred Mahle, Bochum 1996, S. 233-254; Detlev J. K. Peukert: Ruhrarbeiter gegen den Faschismus. Dokumentation über den Widerstand im Ruhrgebiet 1933-1945, Frankfurt am Main (1976), S. 123-124 (= Bibliothek des Widerstandes); Hans Schmitz: Widerstand. Ein persönlicher Bericht, in: " … Se krieje us nit kaputt". Gesichter des Wuppertaler Widerstands, Essen 1994, S. 71-96; Theissen, Walter u. Wilhelms: Der Anarcho-Syndikalistische Widerstand.
3] Vgl. Lothar Bembenek und Axel Ulrich: Widerstand und Verfolgung in Wiesbaden 1933-1945. Eine Dokumentation, Gießen 1990, S. 115-119; Manfred Geis: Anarchosyndikalistischer Widerstand in Mannheim, in: Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, hg. von Erich Matthias und Hermann Weber, Mannheim 1984, S. 349-356; Göppingen unterm Hakenkreuz, Göppingen 1994, S. 54-55, 57-58, 61, 312; Jörg Kammler: Widerstand und Verfolgung - illegale Arbeiterbewegung, sozialistische Solidargemeinschaft und das Verhältnis der Arbeiterschaft zum NS-Regime, in: Volksgemeinschaft und Volksfeinde. Kassel 1933-1945, Bd. 2: Studien, hg. von Wilhelm Frenz, Jörg Kammler und Dietfrid Krause-Vilmar, Fuldabrück 1987, S. 373-374 (= Kasseler Quellen und Studien; Bd. 77); Adolf Mirkes und Karl Schild: Zeugnisse: Offenbach 1933-1945. Verfolgung und Widerstand in Stadt und Landkreis Offenbach, Köln 1988, S. 28, 95-99, 113-116, 184, 188, 189, 192; Heinrich Pingel-Rollmann: Widerstand und Verfolgung in Darmstadt und in der Provinz Starkenburg 1933-1945, Darmstadt - Marburg 1985, S. 121-122 (= Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte; 54); Axel Ulrich: Neue Forschungsergebnisse zum gewerkschaftlichen Widerstand in Hessen. Syndikalistischer Widerstand in Hessen, in: Informationen, H. 24 (1986), S. 13 ff.; ders.: Zum Widerstand der Freien Arbeiter-Union Deutschlands gegen den Nationalsozialismus. Ihr konspiratives Verbindungsnetz in Hessen und im Raum Mannheim/Ludwigshafen, in: Nassauische Annalen. Jahrbuch des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichte; Bd. 99 (1988), S. 153-171; Volksgemeinschaft und Volksfeinde. Kassel 1933-1945, Bd. 1: Eine Dokumentation, hg. von Jörg Kammler und Dietfrid Krause-Vilmar, Fuldabrück 1984, S. 338, 350-351 (= Kasseler Quellen und Studien; 5); Siegbert Wolf: " … bis die Bestie Kapitalismus niedergerungen und der Moloch Staat zertrümmert ist". Der erste Prozeß des Volksgerichtshofs gegen die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) im Sommer 1936, in: AGWA, Nr. 11 (1992), S. 71-100.
4] Vgl. Klaus-Michael Mallmann: Syndikalismus in der Provinz. Zur Geschichte der "Freien Arbeiter-Union Deutschlands" (FAUD) 1919-1935, in: Zwischen Saar und Mosel. Festschrift zum 65. Geburtstag von Hans-Walter Herrmann, Saarbrücken 1995, S. 386-387.
5] Vgl. Hartmut Rübner: Bremer AnarchosyndikalistInnen gegen Ende der Weimarer Republik, in: SF, Nr. 48 (1994), S. 65-66; ders.: Linksradikale Gewerkschaftsalternativen. Anarchosyndikalismus in Nordwestdeutschland von den Anfängen bis zur Illegalisierung nach 1933, in: AGWA, Nr. 14 (1996), S. 66-108.
6] Vgl. Hans Halter: Kompromißlos anarchistisch [Fritz Scherer], in: taz vom 29. Juni 1988; ders.: Ein Leben lang war sie der schwarzen Fahne treu [Liesel Albrecht], in: taz vom 4. April 1990; Hans-Rainer Sandvoß: Widerstand in Mitte und Tiergarten, Berlin 1994, S. 69 (= Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945; Bd. 8); ders.: Widerstand in Neukölln, Berlin 1990, S. 124-126 (= Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945; Bd. 4); Heinrich-Wilhelm Wörmann: Widerstand in Köpenick und Treptow, Berlin 1995 (= Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945; Bd. 9). Aufschlußreich sind die Erinnerungsberichte der Berliner Anarchisten Rudolf Michaelis und Kurt Wafner. Vgl. Rudolf Michaelis: In "Schutzhaft", in: Der pech-raben-schwarze Anarcho-Kalender, Berlin 1993, S. 192, 195-196, 200-201; Kurt Wafner: Freude am aufrechten Gang. Erinnerungen an Erich Mühsam, 60 Jahre nach seiner Ermordung, in: graswurzelrevolution, Nr. 189 vom Sommer 1994; ders.: Hitlergegner im "Trojanischen Pferd" - Widerstand von "ganz links", in: Antifaschistischer Widerstand in Berlin-Weißensee 1933 bis 1945. Erinnerungen - Berichte - Biographien, Berlin 1988, S. 119-127; ders.: Keine Schonzeit für QuerdenkerInnen. Kurt Wafner erzählt vom Widerstand anarchistischer Jugendgruppen gegen den Nationalsozialismus, in: graswurzelrevolution, Nr. 180 vom September 1993; ders.: Stolpergang im Gegenwind. Kurt Wafner erzählt von Querdenkern unterm Stahlhelm im 2. Weltkrieg, in: graswurzelrevolution, Nr. 186 vom März 1994; ders.: Tanz mit dem Teufel. Interview mit Kurt Wafner, in: direkte aktion, Nr. 112 vom September/Oktober 1995.
7] Die Arbeiten über die Leipziger Meuten konzentrieren sich einseitig auf das Rekrutierungsfeld aufgelöster Kinder- und Jugendgruppen von KPD und SPD und blenden damit den in einer Reihe von Verfolgungsquellen nachweisbaren anarchosyndikalistischen Kontext aus. Auch bleibt die Genesis dieser oppositionellen Jugendgruppen, die schon in die Weimarer Zeit zurückreicht, im dunkeln. Vgl. Sabine Kircheisen: Jugendliche Opposition gegen den Hitlerfaschismus - die Leipziger Meuten 1937-1939, in: Jugendgeschichte, H. 12 (1990), S. 23-29; Kurt Schilde: Leipziger Meuten, in: Lexikon des Widerstandes, hg. von Wolfgang Benz und Walter H. Pehle, Frankfurt am Main 1994, S. 254-255.
8] Vgl. Wolfgang Haug: "Eine Flamme erlischt". Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (Anarcho-Syndikalisten) von 1932 bis 1937, in: IWK, 25 (1989), H. 3, S. 359-379.
9] Vgl. Jan Foitzik: Zwischen den Fronten. Zur Politik, Organisation und Funktion linker politischer Kleinorganisationen im Widerstand 1933 bis 1939/40 unter besonderer Berücksichtigung des Exils, Bonn 1986, S. 29 ff, 88 ff., 158 f., 341, 349 (= FES: Politik und Gesellschaftsgeschichte; Bd. 16).
10] Vgl. z. B. Bludau: Widerstand und Verfolgung in Duisburg, S. 74-76; Hans Jürgen Degen: … und ich hatte auch keine neun Leben, nur eines - und das ging zu Ende. Zum Tode von Martha Wüstemann, in: direkte aktion, Nr. 97 vom März/April 1993; Ulrich Klan: Toni Binder. Nachruf auf eine Düsseldorfer Anarchosyndikalistin, in: direkte aktion, Nr. 29 (1988), S. 56-57, Kurt Kreiler: Vom zufälligen Tod eines deutschen Anarchisten. Leben und Tod des Schriftstellers Erich Mühsam, in: Konzentrationslager Oranienburg, hg. von Günter Morsch, Berlin 1994, S. 95-107; Nachruf [auf Georg Usinger], in: SF, Nr. 35 (1990), S. 47; Dieter Nelles: Ein Lehrer des Widerstands. Hermann Steinacker, in: " … Se krieje us nit kaputt", S. 65-70; ders.: Gustav Krüschedt, in: SF, Nr. 39 (1991), S. 51-52; ders.: Julius Nolden an Rudolf Rocker - ein Brief aus Duisburg, in: Tatort Duisburg 1933-1945, Bd. II: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus, hg. von Rudolf Tappe und Manfred Tietz, Essen 1993, S. 521-523; ders.: Nachruf auf Eugen Benner, in: SF, Nr. 29 (1988), S. 58-60; Ulrich Schäfer: Leidenschaftlicher Politiker mit spannendem Lebenslauf [Hermann Dortans], in: Rheinische Post vom 9. November 1993 (Grenzlandkurier); Horst Stowasser: Eine unbedeutende Sache [über Anni und Georg Hepp], in: Das hört nie auf. Lebensgeschichten vom Anfang des Faschismus bis heute, hg. von Horst Scharnagel, Frankfurt am Main 1983, S. 75-96; Siegbert Wolf: Karl Gültig ist tot, in: SF, Nr. 42 (1992), S. 69; ders.: Karl Schild, in: SF, Nr. 39 (1991), S. 51. (Weitere Titelnachweise finden sich in Anm. sowie in der Auswahlbibliographie im Anhang, bes. S. 139 ff.)
11] Vgl. Hartmut Mehringer: Anarcho-Syndikalisten, in: Lexikon des deutschen Widerstandes, hg. von Wolfgang Benz und Walter H. Pehle, Frankfurt am Main 1994, S. 161-163.
12] Vgl. Willy Buschak: "Arbeit im kleinsten Zirkel". Gewerkschaften im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Hamburg 1993, S. 16 f.
13] Vgl. Christl Wickert: Frauenwiderstand? Überlegungen zu einem vernachlässigten Thema am Beispiel Düsseldorfs und Essens, in: Verfolgung und Widerstand in Rheinland und Westfalen 1933-1945, hg. von Anselm Faust, Köln (1992), S. 101-112 (= Schriften zur politischen Landeskunde Nordrhein-Westfalens; Bd. 7).
14] Martin Broszat: Zur Sozialgeschichte des deutschen Widerstandes, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 34 (1986), H. 2, S. 293 ff.
15] Liselotte Maas: Handbuch der deutschen Exilpresse 1933-1945, Bd. 4: Die Zeitungen des deutschen Exils 1933 bis 1939 in Einzeldarstellungen, Frankfurt am Main 1990, S. 382 f.
16] Patrik von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung. Die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939, Bonn 1983. (Zitiert wird im folgenden nach der Taschenbuchausgabe des Buches, Bonn 1985.)
17] Der deutsche Anarchosyndikalismus, schreibt von zur Mühlen in einleitenden Bemerkungen, wäre niemals "über den Charakter von kleinen Sekten hinausgelangt", in "denen Intellektuelle und mehr periphere Vertreter der Arbeiterschaft sich trafen". Von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung, S. 85. An anderer Stelle rubriziert er ungeniert die marxistische AAUD und KAPD als anarchistische Organisationen. Ebenda, S. 88.
18] Von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung, S. 98.
19] Vgl. "Wir sind es leid, die Ketten zu tragen … ". Antifaschisten im Spanischen Bürgerkrieg, hg. von Hans Jürgen Degen und Helmut Ahrens, Berlin 1979; Wolfgang Haug: Deutsche Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg, in: SF, Nr. 11 (1983), S. 42-47, ebenda, Nr. 13 (1984), S. 53-58.
20] Vgl. Hans Jürgen Degen: "Die Anarchie ist möglich … ". Zum Tode von Rudolf "Michel" Michaelis, in: direkte aktion, Nr. 86 vom März/April 1991; Wolfgang Haug, Martha Wüstemann 17. 6. 1908 - 28. 9. 1992, in: SF, Nr. 44 (1992), S. 52-53; "Die Bibliothek als Barrikade … ". Interview mit Martha Wüstemann, in: SF, Nr. 44 (1992), S. 53-56; Dieter Nelles: Willi Winkelmann. "Der Rote Konsul von Barcelona". Ein Name und dessen Konsequenzen, in: Tatort Duisburg 1933-1945. Band II: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus. hg. von Rudolf Tappe und Manfred Tietz, Essen 1993, S. 513-520; ders.: "Außen abgekühlt, doch voller Glut im Inneren". Karl Brauner (1914-1994), in: SF, Nr. 51 (1994), S. 55-63; ders.: Helmut Kirschey. Ein Leben im Widerstand, in: Wupper-Nachrichten, 1993, Nr. 4, S. 7. Aus einem nicht beendeten Projekt über die deutschen Anarchosyndikalisten im Spanischen Bürgerkrieg liegen des weiteren noch folgende unveröffentlichte Manuskripte vor: Hans Jürgen Degen, Wolfgang Haug, Ulrich Linse und Dieter Nelles: Kurzbiographien von deutschen bzw. deutschsprachigen Anarchisten und Sympathisanten im Spanischen Bürgerkrieg, 1991 (Ms.); Ulrich Linse: Deutsche Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg. Bibliographie, 1990 (Ms.); ders.: Die Gruppe Deutsche Anarcho-Syndikalisten (DAS) in Spanien, 1991 (Ms.); Dieter Nelles: Deutsche Freiwillige in anarchistischen Milizen im Spanischen Bürgerkrieg, 1991 (Ms.).
21] Vgl. Marianne Kröger: "Ich nehme an, dass ich und meine Arbeit Ihnen nicht ganz unbekannt sein dürften". Lebenswerk und Lebenslauf der österreichischen-jüdischen Schriftstellerin Etta Federn-Kohlhaas (1883-1951), Wien 1996 [im Druck].
22] Erscheint u. d. Titel: Etta Federn: Revolutionär auf ihre Art, Gießen 1996.
23] Vgl. Marianne Kröger: Carl Einstein und die "Grupo Internacional" der Kolonne Durruti. Ein Beitrag zur Auseinandersetzung Carl Einsteins mit der Realität des Spanischen Bürgerkriegs, in: Carl Einstein-Kolloquium 1986, hg. von Klaus Kiefer, Frankfurt am Main 1988, S. 261-271 (= Bayreuther Beiträge zur Literaturwissenschaft; Bd. 12); dies.: Carl Einstein im Spanischen Bürgerkrieg. Gratwanderung zwischen Engagement und Desillusionierung. Die Jahre 1937 und 1938 anhand von Briefen und des Interviews in `La Vanguardia' vom 24. Mai 1938, in: AGWA, Nr. 12 (1992), S. 79-92.
24] Vgl. Hanns-Erich Kaminski: Ceux de Barcelone, Paris 1937 [deutsch: Barcelona. Ein Tag und seine Folgen. Mit einem Vorwort von Walther L. Bernecker und einer biographischen Skizze Hanns-Erich Kaminskis von Sabine Bétoulard, Berlin 1986]; Wolfgang Haug: Eine neue Identität. Der weitere Lebensweg von Hanns-Erich Kaminski und Anita Karfunkel, in: Tranvia. Revue der iberischen Halbinsel, Nr. 15 (Dezember 1989), S. 2, 72-74. Karfunkel war auch Mitautorin des Buches von Hanns-Erich Kaminski: Bakounine. La Vie d'un Révolutionnaire, Paris 1938.
25] Vgl. Dieter Nelles: Die Unabhängige Antifaschistische Gruppe 9. Kompanie im Lager Gurs. Zur gruppenspezifischen Interaktion nach dem Spanischen Bürgerkrieg, in: Das "andere Deutschland" im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Beiträge zur politischen Überwindung der nationalsozialistischen Diktatur im Exil und im Dritten Reich, hg. von Helga Grebing und Christl Wickert (Essen 1994), S. 56-85.
26] Vgl. Dieter Nelles: Ungleiche Partner. Die Zusammenarbeit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) mit den westallierten Geheimdiensten 1938-1945, in: IWK, 30 (1994), H. 4, S. 534-560; ders.: "Daß wir den Kopf hoch halten, auch wenn er mal abgehauen werden sollte." Wuppertaler Seeleute im Widerstand, in: " … Se krieje us nit kaputt". Gesichter des Wuppertaler Widerstands, Essen 1994, S. 159-180; ders.: Der Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) gegen Nationalsozialismus und Faschismus in Deutschland und Spanien, in: SF, Nr. 53 (1995), S. 46-57, ebenda, Nr. 54 (1995), S. 58-66.
27] Vgl. Helmut Müssener: Exil in Schweden. Politische und kulturelle Emigration nach 1933, München 1974, S. 182, 334 f.
28] Hubert van den Berg und Dieter Nelles: Nationalismus oder Kultur. Über die kulturpolitischen Vorstellungen in der anarchosyndikalistischen Exilpublizistik in den Niederlanden (1933-1940), in: Deutsche Literatur im Exil in den Niederlanden 1933-1940, hg. von Hans Würzner und Karl Kröhnke, Amsterdam - Atlanta, GA 1994, S. 119-135.
29] Vgl. Peter Wienand: Der "geborene" Rebell. Rudolf Rocker - Leben und Werk, Berlin 1981, S. 383 ff. Heiner M. Becker: Rudolf Rocker im Exil, in: Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft, H. 7 (1994): Anarchismus im Umkreis Erich Mühsams, S. 43-62, geht auf das amerikanische Exil Rockers nur am Rande ein. Vgl. auch Mina Graur: An "Anarchist Rabbi". The Life and Teachings of Rudolf Rocker, Diss., Houston, TX: Rice University 1988 (Ms.); Wolfgang Haug: Rudolf Rocker, in: Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft, H. 7 (1994): Anarchismus im Umkreis Erich Mühsams, S. 63-80.
30] Vgl. Wienand: Der "geborene" Rebell, S. 390. Dubinsky unterstützte die in jiddischer Sprache publizierte anarchistische Fraye Arbeter Shtime (Freie Arbeiter Stimme), an der Rocker führend mitwirkte. Vgl. Encyclopedia of the American Left, ed. by Mario Jo Buhle, Paul Buhle and Dan Georgakas, Urbana - Chicago, IL 1992, S. 245 f., 370.
31] Vgl. Internationale Gewerkschaftssolidarität 1933-1945. Hilfe der amerikanischen Kollegen für ihre verfolgten deutschen Kollegen. Eine Dokumentation, Düsseldorf 1984; Arno Lustiger: Shalom Libertad. Juden im Spanischen Bürgerkrieg, Frankfurt am Main 1989, S. 348 ff. Schon im September 1936 überwies Dubinsky die Summe von 50.000 Dollar an die spanischen Anarchosyndikalisten zur Unterstützung der Arbeitermilizen. Vgl. David Dubinsky an CNT/FAI, New York, 24. September 1936, in: IISG, Bestand FAI-PE, Film 11.
32] Vgl. Ulrich Linse und Michael Rohrwasser: Der Mann, der nicht B. Traven war - zur Biographie Robert Bek-grans, in: AGWA, Nr. 8 (1987), S. 92 f.; Michael Rohrwasser: Der Stalinismus und die Renegaten, Stuttgart 1991, S. 240.
33] Vgl. Günter Bartsch: Anarchismus in Deutschland, Bd. I: 1946-1965, Bd. II/III: 1965-1973. Dokumentation, Hannover 1972-1973. Eine kurze Skizze der anarchistischen und - vor allem - der rätekommunistischen Bewegung in Deutschland nach 1945 findet sich in: Hans Manfred Bock: Geschichte des "linken Radikalismus" in Deutschland. Ein Versuch, Frankfurt am Main 1976, S. 173-185 (= edition suhrkamp; Bd. 645).
34] Vgl. Detlev J. K. Peukert und Frank Bajohr: Spuren des Widerstands. Die Bergarbeiterbewegung im Dritten Reich und im Exil, München (1987), S. 10-13.
35] Nicht unerheblich sind daneben die vor allem in der SBZ/DDR entstandenen Unterlagen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN).


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