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Fritz Kater (geb. 1861 gest. Mai 1945)

Freie Arbeiter Union Deutschland-Kurzbiographie

Fritz Kater wurde 1861 in Barleben bei Magdeburg geboren und in jungen Jahren als Maurer Mitglied der sozialdemokratischen Bewegung. 1887 gründete er in Barleben einen Fachverein der Maurer. Als Vorsitzender kam er mit dem Sozialistengesetz in Konflikt und wurde vom Landgereicht Magdeburg zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, die er 1893 absaß. Kater war 1892 nach Berlin umgezogen (Reichenbergerstraße 182). Am 4.9.1895 heiratete er Mathilde Deichsel (geb. 11.1.1874). Beide hatten drei Kinder, Martha (22.10.1900), Elise (26.5.1902) und Hans (3.1.1904). Die Zentralisierung der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland lehnte er ab und wurde einer der führenden Kräfte bei der Formierung einer lokalistischen Bewegung, welche sich 1897 konstituierte und Fritz Kater zum Vorsitzenden der Geschäftskommission wählte. Dieser Posten wurde mit 2400 Mark, später mit 2600 Mark bezahlt, so dass angenommen werden kann, dass er die Verlags- und Zeitschriftenarbeit ganz für die Organisation machte und davon keine persönlichen Gelder erhielt. In dieser Funktion war er verantwortlicher Redakteur des Gewerkschaftsorgans "Einigkeit". 1901 entwickelte sich daraus die „Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften“ (FVDG), die sich nach einer Spaltung 1908 bei der ca. 50% der SPD-Aufforderung folgten in die Zentralverbände einzutreten, syndikalistischen und anarchistischen Ideen annäherte. Ca. 8000 Mitglieder blieben in der FVDG, auch Kater trat aus der SPD aus und war mit kurzer Unterbrechung bis 1930 Mitglied der Geschäftskommission der FVDG, ab 1919 FAUD. Kater kann als einer der Hauptorganisatoren- und agitatoren der seit 1919 unter dem Namen Freie Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) aktiven syndikalistischen Bewegung in Deutschland angesehen werden. Zwischen 1909 und 1912 betrieb er eine Buchhandlung in der Alten Schönhauserstraße.20. Nachdem Carl Thieme als verantwortlicher Redakteur der zweiten FVDG-Zeitschrift "Der Pionier" 1912 verhaftet worden war, übernimmt Kater auch die Redaktion dieser Zeitschrift bis beide Zeitschriften im August 1914 verboten werden. Während des 1. Welkriegs gab es "Rundschreiben" an Vorstände und Mitglieder, von einer illegalen Zeitschrift wurde abgesehen, Kater in einem abgefangenen Brief an einen Bochumer Syndikalisten: "Ist die Zeit gegeben, dann werden auch wieder Schriften und Zeitungen erscheinen..." Die Zeit kam 1919. Auf dem 12. Reichskongress der FVDG vom 27.-30.12.1919 wurde die FAUD gegründet und Fritz Kater erneut zum Vorsitzenden der Geschäftskommission gewählt. Erst im Jahr 1930 gab er dieses Amt an Reinhold Busch ab, half aber weiter im Vertrieb des ASY-Verlags.

Kurz nach Kriegsende im Mai 1945 kam er in Berlin durch einen Blindgänger ums Leben. Fritz Kater repräsentiert ein gutes Stück Geschichte der Arbeiterbewegung, was sein langjähriger Kampfgefährte Rudolf Rocker mit einer wunderbaren kurzen Biographie zu würdigen wusste. Katers Schriften sind von bestechender Klarheit und lassen an unmittelbarer Positionsbestimmung der Bewegung nichts zu wünschen übrig. Der nächste, der auch zum Nutzen aller heute aktiven eine ausführliche und bewegende Biographie verdient hätte, wäre ohne Zweifel Fritz Kater.

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