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AMADEU CASELLAS SEIT 50 TAGEN IM HUNGERSTREIK

Amadeu Casellas Ramón ist der am längsten inhaftierte Gefangene in katalonischen Gefängnissen, ein Anarchist, der in den 70/80ern an Banküberfällen beteiligt war, mit denen damals Arbeiterkämpfe finanziert wurden und der seit 1985 permanent in katalonischen Knästen weggesperrt ist.
Im vergangenen April begann er einen Hungerstreik, den er nach Versprechungen des Gefängnisdirektors, sich für eine Überprüfung seiner Haftzeit einzusetzen, nach einer Woche abbrach. Die Versprechungen des Direktors wurden nicht erfüllt...
Seit dem 22.Juni befindet sich Amadeu erneut im Hungerstreik, diesesmal will er biszur letzten Konsequenz gehen: „Freiheit oder Tod, es gibt keinen anderen Ausweg!“, schrieb er am 18.Juli in einem Communiqué aus der Krankenstation des „Quatre Camins“-Knastes in Granollers (bei Barcelona). Sein Protest richtet sich gegen die Behandlungs-Teams, im besonderen gegen jenes des Moduls III im „Quatre Camins“, welches Informationsblätter fälschte bzw. Nicht oder zu spät weitergab und den Gefangenen die Rechte verweigert, ebenfalls gegen die minimalen Möglichkeiten, die Erlaubnis für Freigänge, Verlegung in den offenen Vollzug etc. zu erhalten.
„Ausserdem will ich all diejenigen animieren, die drinnen und draussen kämpfen, da- mit sie diesen Kampf gegen das verrottete und faschistische katalonische Knastsystem fortsetzen. Wir können es nicht erlauben, dass diese Zustände verschwiegen werden und die einzige Möglichkeit ist der Kampf, jede/r auf seine/ihre Art.“
Amadeu entschied sich wegen der anhaltenden Ablehnung der Knastbehörden, seine Haftentlassung zu beschleunigen, das Essen zu verweigern, als einzig möglicher Weg, seine Stimme für die, die ihn eingeknastet sehen wollen, hörbar zu machen. Nach dem Betrug durch den Knastdirektor im letzten Hungerstreik, will Amadeu Diesesmal konsequent bleiben: Entweder sie verlegen ihn in den offenen Vollzug bzw. verkürzen seine Haftzeit oder er zieht den Hungerstreik bis zum Ende durch. Am Freitag dem 1. August fand eine Solidaritätskundgebung vor der katalonischen Generaldirektion für Gefängnisdienste (DGSP) in Barcelona statt, welche verantwortlich für die Verlegung in den offenen Vollzug ist, um zu zeigen, dass Ama- deu täglich mehr Unterstützung von der Strasse bekommt und die Mobilisationen fortgesetzt werden. Es wurde versucht reinzugehen, um mit diesen Trotteln zu reden, aber sie verschlossen die Tür und weigerten sich sogar, eine Beschwerde dagegen entgegenzunehmen. Ein paar Stunden später konnten zwei Compañer@s zusammen mit der Rechtsanwältin reingehen, um mit Sr. Paco de Vicente zu sprechen, Verantwortlicher für die Klassifizierung der Gefangenen. Dieser hatte am selben Morgen Amadeu besucht, welcher sich seit Donnerstag (31.7.) im Knasthospital in Terassa befindet. In dem Gespräch erläuterte de Vicente die „Übereinkünfte“, die er Amadeu am Morgen vorgeschlagen hatte, natürlich nur wenn dieser seinen Hungerstreik aufgibt:
Verlegung in den Knast „Brians II“ (in Lleida, 160 km von Bcn.) und die Überprüfung seines Falls. Nach seinen Worten könne Amadeu in „Brians II“ mit einem neuen Behandlungsteam und mit besseren Móglichkeiten, in den offenen Vollzug verlegt zu werden, rechnen.
Für uns ist die Lektüre dieses Schachzugs seitens der DGSP eindeutig: diese Herrschaften wollen gemütlich in die Ferien fahren und deshalb versuchen sie Amadeu mit billigen Versprechungen zum Abbruch seines Hungerstreiks zu überreden. Aber heute wie gestern vertrauen wir nicht den Worten dieser „cantamañanas“ und deshalb will auch Amadeu seinen Hungerstreik fortsetzen bis eine seiner zwei Forderungen erfüllt wird. Und wir stehen an seiner Seite!!
Bis zum heutigen Tag hat Amadeu 25 kg verloren, er ernährt sich von Wasser mit aufgelösten Traubenzucker, hat einen Blutzuckerspiegel von 50mg/l und er bekommt Valium-Tabletten. Heute konnten wir die beschämenden Bedingungen im Knasthospital in Terassa mit unseren eigenen Augen sehen: Erstens durften die Compañer@s, die eine Besuchsgenehmigung des „Quatre Camins“ hatten, nicht zum Besuch hochgehen, nur seine Mutter (für 30 min.) und die Rechtsanwältin. Zweitens, damit Amadeu sein Recht auf Telefongespräche in Anspruch nehmen kann, muss dies ausschliesslich mit Telefonkarten von Telefonica (für Telefonzellen) passieren, welche mensch in Terassa an einem Samstagnachmittag aber nicht zu kaufen bekommt, da diese nur in Tabakläden angeboten werden, die zu dieser Zeit geschlossen sind. Das heisst, Telefonica hat das Monopol an Telefongesprächen von Gefangenen und ausserdem sind diese Karten nicht einmal in der Nähe des Knastes erhältlich! Und wenn dies nicht schon genug wäre, dürfen nur Personen, die eine Besuchsgenehmigung haben, diese Karten an die Gefangenen weitergeben!
Die Ärzte bedeuten nichts anderes als ein offenes Grab. Sie haben Amadeu, seit er vor 3 Tagen dort eintraf, noch nicht einmal gewogen! Jede Schicht bringt den Teller mit Essen, welches sie neben ihm stehen lassen (vielleicht kommt er ja in Versuchung!);
das Essen ist für Menschen in normalen Konditionen, d.h. unverdaulich für jemanden dessen Magen schon seit Wochen nicht geöffnet ist. Es ist unfassbar, dass sich solche Leute „Ärzte“ nennen lassen! Von den Knastwärtern reden wir besser gar nicht, das sind die gleichen Bastarde wie überall!
Amadeu hat erzählt, dass in diesen Tagen 4 Gefangene mit Lebensmittelvergiftung, verursacht durch das Knastessen, eingeliefert wurden, einem von ihnen musste die Blase herausgeschnitten werden. Weitere Personen befinden sich auf der Krankenstation des „Quatre Camins“-Knastes. Sie werden wie Scheisse behandelt, sie bekommen Scheisse zu essen und immer noch gibt es Leute, die sagen: Wie gut es denen da drinnen geht mit 3 Mahlzeiten täglich. Ja!!! Letztenendes wollen wir noch hinzufügen, dass obwohl sich sein Gesundheitszustand krass verschlechtert hat, Amadeu seinen guten Humor nicht verloren hat und seine Moral sehr hoch ist, um weiterzumachen. Er verlangt dass wir uns keine Sorgen machen sollen und dass wir alles tun, um Druck auf die DGSP und das Strafgericht in Manresa auszuüben.

Wir rufen Euch zur Solidarität mit Amadeu auf, um mittels Fax, Anrufen, Besuchen, Kundgebungen, Aktionen etc., Druck auf diese beiden Zentren der Macht zu erzeugen!
Und im Allgemeinen machen wir einen Aufruf, alle Representationen des spanischen Folterstaates im Ausland unter Druck zu setzen!

GEGEN IHR SCHWEIGEN – SCHREIE IN DEN STRASSEN!
GEGEN IHR SCHMUTZIGES SPIEL – DIREKTE AKTION!
SOFORTIGE FREILASSUNG VON AMADEU CASELLAS!

GENERALDIREKTION DER KNASTDIENSTE
DGSP
Albert Battle i Bastard
C/ Aragó, 332
Barcelona
Tel. 0034-932140100
Fax 0034-932140156

STRAFGERICHT Nº 2 (MANRESA)
Juzgado Penal Nº 2
C/ Alfons XII, nº 7
Jueza Erika López Gracia
Tel. 0034-938728277
Fax 0034-938727105

Modelle für Fax:

Adresse des Gefangenen:


Amadeu Casellas Ramón
Hospital de Terrassa, Modul Penitenciari
Ctra. Torrebonica, s/n
08227 Barcelona
Spain
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