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amadeu casellas, 74 tage hungerstreik / Interview mit Amadeu Casellas Ramón

amadeu cassellas ramon, anarchistischer gefangener in spanien, ist nun seit 74 tagen im hungerstreik. der kampf um das leben amadeus hat begonnen.

amadeu ist mitlerweile halb tod, er hat über 30 kilo an gewicht verloren. seine einizige nahrung ist zuckerwasser und es ist nur noch eine frage der zeit bis die ärtzte mit der zwangsernährung anfangen. amadeu hat eingekundigt den hungerstreik bis zu den letzten konsequenzen durchzuziehen; freiheit oder tod!
amadeu sitzt seit 22 jahren im knast. er war an 50 banküberfällen beteiligt um den wiederstand zu finanzieren. er hat nie eine person bei den überfällen verletzt, trotzdem wurde er zu 30 jahren verurteilt. er hat bis jetzt keine haftlockerung oder privilegien bekommen, ausser eienen freigang, den er sich mit seinem letztem hungerstreik erkämpft hat. in den 22 jahren im knast hat er eine lange zeit in isolationshaft verbringen müssen. nun kämpft er um seine freilassung und ist bereit dafür zu sterben.
nachdem amadeu anfangs so gut wie keine unterstützung hatte wurde vor einiger zeit damit begonnen kundgebungen zu organisieren. angefangen mit 10-15 personen, hat sich der kampf um amadeu ausgedehnt, bedarf aber immernoch an zulauf.
am samstag den 30.8. fand eine demo statt mit 200-250 personen. lautstark, entschlossen und mit viel farbe, schablonen, knallkörpern und flyern ging es los. mit transpis mit stangen und gepolztertem fronttranspi zur selbstverteidigung setzte sich die demo in richtung innenstadt in gang und hinterliess ihre farbspur.
keiner ist davon ausgegangen das es möglich bzw. leicht sein wird auf die ramblas (sowas wie der q-damm) zu kommen, aber die bullen versuchten es nicht einmal uns davon abzuhalten und so wurde die hauptshopping meile in spanien mit reichlich parolen verziert. während der demo gab es keine zwischenfälle, ausser ein paar übermotivierten angestellten die ihren arbeitsplatz vor farbe schützen wollten, aber schnell einsehn mussten das dies keine gute idee ist.
die demo schien ein voller erfolg zu sein, bis die nachricht rein kam das 14 personen, die an den sprühereien beteiligt gewesen sein solln, identifiziert wurden. später kam noch so eine ifno von anderen die ebenfalls von bullen abgefangen wurden, weit entfernt vom geschehen. was solls, die demo war gut und die aktionen werden weiter gehen, auch wenn jatzt zusätzlich ein konzi für die busgelder bzw. gerichtskosten geplant werden muss.

der kampf um amadeu hat sich mitlerweile auf spanien und andere europäische länder ausgedehnt. in mehreren städten in europa kam es zu solidaritätsaktionen, jedoch fehlt es immernoch an unterstützung. es ist der kampf um leben das leben eines aktivisten, der im knast sitzt da er viele gesetze gebrochenhat um eine bessere welt zu erkämpfen. nun ist er fast tod, hat aber immernoch die hoffnung den knast lebend zu verlassen. sein leben liegt in unserer hand.



Hier die Übersetzung des Interviews mit Amadeu Casellas.  http://www.lahaine.org/index.php?p=32294 und  http://de.indymedia.org/2008/09/225991.shtml

Interview mit Amadeu Casellas


La Haine interviewt den sich im Hungerstreik befindenden gefangenen Anarchisten Amadeu Casellas Ramón.

Amadeu Casellas ist ein gefangener Anarchist der seit mehr als 25 Jahren wegen Beteiligung an mehreren [zehn] Banküberfällen zur Finanzierung von Arbeiterkämpfen in den 70er Jahren im Gefängnis sitzt. Amadeu war schon immer eine engagierte und aktive Person, die sowohl auf der Strasse wie auch im Gefängnis an den kollektiven Kämpfen [und Anprangerungen] gegen das System teilnahm, sei es zur Zeit Francos oder während der „Demokratie“[nach der Franco-Diktatur, ab 1978; d. Übersetzer].
Zur Zeit sitzt Amadeu eine Strafe im Quatre Camins-Granollers Gefängnis ab. Das Interview wurde jedoch gemacht als er sich schon in der Gefangenenabteilung vom Terrassa Krankenhaus befand.

Amadeu beschoss schon vor 58 Tagen einen unbefristeten Hungerstreik zu beginnen (seit dem vergangenem 23. Juni). Er verlangt, dass sein Antrag auf Haftzeitverkürzung, die ihm rechtlich zusteht bearbeitet wird und Freilassung unter Auflagen. Bis jetzt hat er weder von den juristischen Behörden, noch von der Leitung der Serveis Penitenciaris de Cataluña [Gefängnisverwaltung von Katalonien] eine positive Antwort erhalten.

Lahaine.org berichtet laufend über Amadeus Hungerstreik und von den verschiedenen Initiativen die Unterstützungsgruppen und einzelne Leute unternehmen. Wir wollten Amadeu direkt, zu bestimmten, den Hungerstreik betreffenden Dingen und seinen Gründen für diese sehr drastische Massnahme befragen.

An dieser Stelle vermitteln wir unsere Zuneigung Amadeu und seiner Familie gegenüber und drücken unseren Dank denjenigen gegenüber aus, die uns geholfen haben, dieses kleine Interview mit unserem Kameraden zu verwirklichen.

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La Haine: Während deiner Zeit im Gefängnis hast du unendlich viele individuelle wie kollektive Hungerstreiks durchgeführt. Was führt dich diesmal zu einem unbefristeten Hungerstreik?

Amadeu: Was mich zu dieser Entscheidung bringt ist die Straffreiheit, mit der die Behandlungsteams [Übersetzer: entweder sowas wie „zuständige Ärzte“ oder einfach das „Gefängnispersonal“] die Berichte fälschen und mir bestimmte Dinge, auf die ich im Gefängnis ein Recht habe, vorenthalten. Ebenso verlange ich die Anwendung der Haftzeitverkürzung, so wie sie sowohl der alte, als auch der neue Strafgesetzcode vorsieht.

LH: Welches sind die grundlegenden Forderungen die du mit diesem Kampf ausdrückst?

Amadeu: Haftzeitverkürzung und Freilassung unter Auflagen.

LH: Schon vor einigen Wochen haben wir erfahren, dass die Richterin der zweiten Kammer von Manresa gegen die Anwendung von Haftverkürzung gestimmt hat. Wir würden gerne wissen was du davon hältst und wie du dies aus deiner momentanen Situation bewertest.

Amadeu: Dies ist ein faschistischer und illegaler Beschluss, der auf meiner revolutionären Vorgeschichte ausserhalb und innerhalb der Gefängnisse basiert.

LH: Wir von La Haine glauben, dass individuelle wie kollektive Proteste und Kämpfe in Gefängnisen entschiedene und dauerhafte Unterstützung auf der Strasse brauchen. Solidarität ist eine starke Waffe und die Stille, die die Isolierung von der Aussenwelt in den Gefängnissen erzeugt, führt dazu, dass jene Solidarität oft die einzige Möglichkeit ist einen solchen Protest nach aussen und in die Institutionen, welche für die Situationen, die mensch bekämpft, verantwortlich sind, zu tragen. Wie bewertest du diese solidarische Reaktion? Zählst du auf sie, jetzt wo du diesen unbefristeten Hungerstreik durchführst?

Amadeu: Im Moment vertraue ich mehr auf die Unterstützung von aussen als aus den Gefängnissen selbst, da in den Gefängnissen Angst und Repressalien an der Tagesordnung sind. Deshalb ist die Informationsverbreitung über meine Situation ausserhalb der Gefängnisse so wichtig.

LH: Wir leben in einer immer individualistischeren, passiveren, gleichgültigeren und apathischeren Gesellschaft. Gefängnisse geben diese Veränderungen wieder und du hast diese zum Grossteil, seit deiner Einlieferung vor nun schon mehr als 25 Jahren erlebt. Wie erlebst du dieses Abnehmen von Kameradschaft und Einheit innerhalb des Gefängnisses?

Amadeu: Die Gefängnisse geben, wie ihr richtig gesagt habt, die Gesellschaft wieder und vor vielen Jahren waren wir vereint und heute sind wir das nicht. Die Angst vor Represalien und die Drogen, illegale wie legale, haben die Einheit und die Kameradschaft komplett zerstört.

LH: Haben sich die Gefängnisse in den letzten 20 Jahren wirklich verändert?

Amadeu: Nur das Gesundheitswesen und die Verpflegung haben sich verbessert. Was die anderen Dinge betrifft, so sind die Gefängnisse immer noch autoritär, faschistisch und anmassend wie vor 30 Jahren. All dies wird jedoch ziemlich gut vertuscht und sie lassen nichts nach draussen, was ihren Interessen zuwiederlaeuft.

LH: Wie weit bist du bereit deinen Protest zu führen?

Amadeu: Bis zum Ende.

LH: Wen machst du für deine aktuelle Situation direkt verantwortlich?

Amadeu: Die Politiker, egal ob von links oder von rechts; die Richter für ihre Scheinheiligkeit; die Oberste Leitung der Gefängnisse [„Dirección General de Prisiones“; d. Übersetzer]; die Leiter der Gefängnisse für ihre Inkompetenz und ihre Kollaboration und die Behandlungsteams dafür, dass sie „korsische Patente“ haben[Übersetzer: „patente de Corso“ = unbekannter Ausdruck, vermutlich bezieht sich Amadeu auf die gefälschten Berichte.].

LH: In deinem letzten Kommuniqué sprichst du davon, dass einer deiner Kameraden, Juan Alfonso Casquero, 70 Tage lang im Hungerstreik war und dass er, als du ihn in der Krankenstation wieder getroffen hast, in sehr schlechtem mentalem Zustand war. Kannst du uns sagen, wie es ihm geht und was im passiert ist?

Amadeu: Ehrlich gesagt weiss ich nicht was ihm widerfahren ist, da er komplett den Verstand verloren hat und man mit ihm nicht einmal mehr reden kann. Jetzt, seit ich mich im selben Krankenhaus befinde, habe ich versucht mehr herauszufinden, was mir allerdings nicht gelungen ist.

LH: Was erwartest du von uns, die wir auf der Strasse sind und dich unterstützen?

Amadeu: Dass ihr mich weiterhin unterstützt indem ihr das alles weiterverbreitet und weiterhin Faxe an die Serveis Penitenciaris de Cataluña [Gefängnisverwaltung von Katalonien; d. Übersetzer], die zweite Gerichtskammer von Manresa[spanisch: Juzgado Nº 2 de Manresa] und an alle weiteren Stellen, die ihr für sinnvoll erachtet, schickt.

LH: Wir bedanken uns sehr für die Mühe, die du dir nach 58 Tagen Hungerstreik gemacht hast, auf diese Fragen zu antworten und hoffen dich so schnell wie möglich, erholt auf der Strasse und bei den Deinen zu sehen. Wir von La Haine werden weiterhin das tun, was in unserer Macht steht um deine Lage weiterzuverbreiten und die gesetzlichen Ausmerzungszentren [Übersetzung wäre „Vernichtungszentren“, glaube aber nicht, dass die deutsche Konotation hier angebracht bzw. gewollt ist. d. Übersetzer] anzuprangern. Viel Glück und Kraft!

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Sección Especial en La Haine: Amadeu Casellas en huelga de hambre. [Special in La Haine: Amadeu Casellas im Hungerstreik]

Descargar el cartel de la campaña [Plakat der Kampagne hernunterladen]

Der Verantwortliche der Strafminderung ist:

Jutgat Penal nº2 de Manresa
C/ Alfons XII, nº7.
Jueza Erika López Gracia
Tlf. 93 872 82 77 Fax. 93 872 71 05.

Descargar escrito modelo [PDF] [Vorlage pdf herunterladen]

Die Verantwortlichen fuer seine Untersuchung sind [Übersetzer: unklar ob „vernehmen mit physischem Druck“(Real Academia Españoa) oder „seine Situation zu untersuchen“ gemeint ist]:

Dirección general de Servicios Penitenciarios.
C/ Aragón, 332 de Barcelona.
Secretario Albert Batlle y Bastardas
Tlf. 93 214 01 00 Fax. 93 214 01 79

Descargar escrito modelo [PDF] [Vorlage pdf herunterladen]

Síndic de Greuges de Catalunya(Defensor del pueblo catalán)
Albert Ribó
C/ Josep Anselm Clavé 31. 08002 – Barcelona
Tf.- 93 301 8075 Fax.- 93 3013187

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Schreib ihm und gib ihm deine Unterstützung:
Amadeu Casellas Ramón
Hospital de Terrassa-Pabellón Penitenciario
Carretera de Torreblanca S/N
-08227-Terrassa-Barcelona


Anmerkungen:

- die Internetseite mit dem Originalinterview:  http://www.lahaine.org/index.php?p=32294
- die Internetseite des Amadeu Casellas – Spezials:  http://www.lahaine.org/index.php?p=32597 , Links zur katalanischen und baskischen pdf-Version:  http://www.lahaine.org/b2-img08/manifestoamadueu_cat.pdf (katalanisch) und  http://www.lahaine.org/b2-img08/manifestoamadueu_eusk.pdf (baskisch)

- www.lahaine.org ist eine spanische, alternative Informationsplattform zu allerlei Themen, wie Antifaschismus, Arbeitskämpfe, Globalisierung etc. lokal und weltweit.
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